(eing.) Am letzten Samstag lud Nationalrätin Gabriela Suter die Bevölkerung zu einem Stadtrundgang zum Thema Armut ein. Es war eine von vielen Veranstaltungen, die die Aarauerin im Rahmen ihrer Ständeratskampagne anbietet.
«Viele denken, dass es Armut in der reichen Schweiz kaum gibt. Dabei leben hier 722’000 Personen unter der Armutsgrenze», begrüsste Gabriela Suter die über 40 Interessierten. Mit diesem Rundgang wolle sie dazu beitragen, die oft versteckte Armut sichtbar zu machen und Lösungen zu finden.
Für den Rundgang durch Aarau hatte sie Ruth Treyer, Sozialarbeiterin und ehemalige Bereichsleiterin Caritas Aargau, engagiert. Unter ihrer fachkundigen Leitung wurde das Thema Armut auf fünf Stationen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren, dass insbesondere Kinder, Rentnerinnen und Rentner sowie kinderreiche Familien armutsgefährdet sind. Eine gute, kostenlose Bildung für alle sei zentral für die soziale Durchlässigkeit unserer Gesellschaft, hielt die Fachfrau fest. Nur so sei es möglich, dass Kinder aus prekären Verhältnissen aus der Armut kommen. Dazu gehörten auch staatlich vergünstigte Kita-Plätze, ergänzte Gabriela Suter. In den Kindertagesstätten würden die Kinder die Sprache lernen und von Frühförderung profitieren. Eine weitere Station befasste sich mit dem Thema Altersarmut. Ungefähr 300'000 Pensionierte seien von Armut betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. «Existenzsichernde Renten sind ein Verfassungsauftrag», hielt Gabriela Suter fest. «Das wird heute aber oft nicht erfüllt. Deshalb muss die AHV gestärkt werden.» Und, mit Blick auf die aktuellen Debatten im Bundesparlament: «Dass die Mehrheit des Parlaments den Rentnerinnen und Rentnern angesichts der historisch hohen Inflation nicht den vollen Teuerungsausgleich gewähren will, ist beschämend.»
Der Rundgang endete mit einem Znüni bei Kafi und Gipfeli auf dem Kirchplatz. Mit Blick in die Halde, dem ehemaligen Armenviertel von Aarau, hatten die Gäste die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und Gabriela Suter ihre politischen Anliegen mitzugeben.