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Grasfrösche bei der Paarung in einem Weier im Gurtental bei Köniz. Foto: © Matthias Sorg
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Millionen Tiere auf gefährlicher Mission

(pn) Eines der grössten Naturschauspiele der Schweiz hat begonnen: Die Amphibienwanderung. Zwischen Mitte Februar und Ende März machen sich Millionen Frösche, Kröten und Molche auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. Doch diese Lebensräume sind stark gefährdet. Mit einer Vielzahl von Projekten setzt sich Pro Natura für ihren Erhalt ein.

Sobald die Nächte milder werden und Regenfälle einsetzen, erwachen Millionen Amphibien aus ihrer Winterstarre im Wald. Einem inneren Kompass folgend wandern die geschlechtsreifen Tiere meistens genau dorthin, wo sie einst selbst geschlüpft sind. Das ist heute oft ein Wettlauf ums Überleben: Zahlreiche dieser Wanderrouten werden von Strassen durchschnitten. Trotz Kleintierunterführungen und dem unermüdlichen Einsatz tausender freiwilliger Helfer:innen bleiben Strassenüberquerungen für Amphibien eine der häufigsten Todesursachen.

Zwei Grasfrösche auf dem Weg zum Laichgewässer. Foto: © Matthias SorgLebensraumverlust bedroht ganze Populationen
Der Verkehr ist jedoch nicht das grösste Problem. Dramatischer wirkt sich der Verlust geeigneter Lebensräume aus: In den letzten 150 Jahren wurden über 90 Prozent der Feuchtgebiete in der Schweiz trockengelegt oder überbaut. Die Folgen sind gravierend: In jedem Amphibienlaichgebiet ist heute im Durchschnitt eine Art lokal verschwunden, 79 Prozent der einheimischen Arten sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Aber es gibt auch positive Signale: In den letzten zehn Jahren konnte der Rückgang in gewissen Gebieten gebremst oder gestoppt werden.

Vernetzte Feuchtgebiete als Schlüssel für den Fortbestand
Eine Studie von WSL und Eawag zeigt, dass der Bau von neuen Tümpeln ein wirksames Instrument gegen das Amphibiensterben ist. Um die Verluste aus der Vergangenheit wettzumachen, sind neue, gut vernetzte Feuchtgebiete und funktionierende Wanderkorridore entscheidend. Nur wenn genügend Laichgewässer vorhanden und miteinander verbunden sind, können stabile Amphibienpopulationen überleben. Pro Natura Sektionen unterstützen das Überleben von Amphibien in der Schweiz mit diversen Projekten: vom Bau neuer Weiher für den Glögglifrosch (Geburtshelferkröte) im Oberbaselbiet bis zu Mini-Tümpeln unter Strommasten für die seltene Gelbbauchunke.

Eine Erdkröte auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer. Foto: © Matthias SorgBilder
Erstes Bild: Grasfrösche bei der Paarung in einem Weier im Gurtental bei Köniz. Foto: © Matthias Sorg
Zweites Bild: Zwei Grasfrösche auf dem Weg zum Laichgewässer. Foto: © Matthias Sorg
Drittes Bild: Eine Erdkröte auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer. Foto: © Matthias Sorg