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Lohnverhandlungen gescheitert – Nullrunde beim Kantonsspital Baselland

(vpos) Im zweiten Jahr in Folge sind die Lohnverhandlungen zwischen dem Kantonsspital Baselland (KSBL) und den Verbänden VPOD, SBK, VSAO und Syna gescheitert, wie die Verbände in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben.

«Trotz hohem Reallohnverlust in den vergangenen Jahren und anhaltender Teuerung sieht das öffentlich-rechtliche KSBL für sein Personal eine Nullrunde vor. Dies ist untragbar und auch gegenüber den anderen Spitälern verliert das KSBL immer mehr an Boden. Zudem drohen eine weitere Arbeitsverdichtung und somit eine noch höhere Belastung für das Personal. Eine radikale Kehrwende ist dringend notwendig», schreiben die Verbände.

Gescheiterte Lohnverhandlungen
Wie bereits im Vorjahr sind die Lohnverhandlungen zwischen dem KSBL und den Verbänden VPOD, SBK, VSAO und Syna gescheitert. «In den letzten 2 Jahren musste das Personal bereits einen Reallohn verlust von rund 2% verkraften. Der Ausgleich der diesjährigen Teuerung von erneut etwa 1% war für die Verbände deshalb zwingend. Obwohl alle Beteiligten sich bemühten, ihren Verhandlungsspielraumzu erweitern, blieb es von Seite KSBL bei einer Nullrunde», heisst es weiter.

Nullrunde für das Personal
Das KSBL spreche zwar einen Betrag von insgesamt 0,5% der Lohnsumme für strukturelle Lohnmassnahmen sowie Verbesserungen bei den Anstellungsbedingungen, doch dabei handle es sich um keine Lohnentwicklung und bei genauerem Hinsehen bleibe davon auch kaum etwas übrig. Für die allermeisten Mitarbeitenden stelle das Ganze eine Nullrunde in Sachen Lohnentwicklung dar. Zudem sei der Effekt der übrigen Massnahmen kaum spürbar, da sich der an sich schon kleine Betrag von 0,5% auf sie alle verteile. Der Frust des Personals wachse dadurch weiter.

KSBL ausser Konkurrenz
«Das Universitätsspital Basel (USB), welches bereits eine höhere Nachtzulage kennt, gewährt seinen Mitarbeitenden einen Teuerungsausgleich von 1% (degressiv), nimmt zusätzliche strukturelle Lohnanpassungen vor, verdoppelt die Nachtzulage an Sonn- und Feiertagen und verdreifacht den Schichtbonus bei Pikettdiensten in der Nacht. Natürlich sind auch die Verbesserungen der Anstellungsbedingungen des KSBL zu begrüssen, zu denen auch die neue Soll-Arbeitszeit für Oberärzt:innen gehört, doch sie
reichen bei weitem nicht aus. Sie vermögen den Abstand zu anderen Spitälern in der Region nicht zu schliessen und bei der Lohnentwicklung ist das KSBL seit Jahren mit Abstand am tiefsten. Umkleidezeit als Arbeitszeit bedeutet weitere Arbeitsverdichtung
Die gesetzlich vorgeschriebene Umsetzung von Umkleiden als Arbeitszeit war seit Jahren überfällig. Da das KSBL keine Kompensationsmassnahmen vorsieht und explodierende Stundensaldi kaum tolerieren wird, bedeutet dies vor allem eines: Eine weitere Arbeitsverdichtung und somit eine noch höhere Belastung für das Personal. Für die Verbände ist auch dies unbefriedigend», heisst es in der Mitteilung weiter.

Radikale Kehrtwende notwendig
Die Situation des KSBL erfordere eine radikale Kehrtwende. Trotz des deutlich verbesserten Dialogs mit dem neuen Führungsteam seien nun dringend konkrete Massnahmen nötig, um spürbare Verbesserungen bei den Arbeits- und Anstellungsbedingungen sowie bei der Lohnentwicklung zu erreichen. Dabei stehe auch der Kanton Basel-Landschaft als Eigner und der zuständige Regierungsrat Thomi Jourdan in der Verantwortung. «Dem Fachkräftemangel und der Belastung des Personals muss dringend entgegen-
gewirkt werden», heisst es abschliessend.