(eing.) Das Aargauer Stimmvolk hat dem Projekt VERAS zugestimmt. Für das Nein-Komitee zeigt das vergleichsweise knappe Resultat jedoch, dass ein grosser Teil der Bevölkerung den weiteren Ausbau der Strasseninfrastruktur kritisch beurteile und sich eine nachhaltigere Verkehrspolitik wünsche.
«Dass sich trotz der ungleichen Ausgangslage fast jede zweite stimmberechtigte Person gegen VERAS ausgesprochen hat, zeigt, dass die Diskussion über die Zukunft unserer Mobilität längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist», sagt Theres Bachofer. Auch Gian von Planta wertet das Ergebnis als deutliches Signal: «Im Parlament lag die Unterstützung für die kritischen Stimmen noch bei rund 20 Prozent. Das heutige Resultat zeigt, dass viele Menschen die Kosten, die Dimension und die langfristigen Auswirkungen solcher Grossprojekte kritisch hinterfragen. Diese Stimmen müssen in der künftigen Verkehrspolitik ernst genommen werden.»
Für das Nein-Komitee bestätigt die Abstimmung einen grundlegenden Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung von Verkehrspolitik. «Wie erwartet, sind die Menschen im Aargau kritisch gegenüber Verkehrsprojekten, welche die Strasse ins Zentrum setzen», sagt Lelia Hunziker. «Denn mehr Strassen führen langfristig zu mehr Verkehr. Eine nachhaltige und zeitgemässe Verkehrspolitik setzt den öffentlichen Verkehr ins Zentrum und schafft attraktive Alternativen zum Auto.»
Ruben Brönnimann sieht im Resultat einen klaren politischen Auftrag: «Das Resultat der gestrigen Abstimmung zeigt, dass die Bevölkerung längst nicht mehr geschlossen hinter nicht zukunftsfähigen Lösungsansätzen steht. Fast jede zweite stimmberechtigte Person hat sich gegen VERAS ausgesprochen. Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie sichere Fuss- und Veloverbindungen endlich mit derselben Priorität voranzutreiben wie den Strassenbau.»
Das Nein-Komitee wird die Umsetzung des Projekts kritisch begleiten und sich weiterhin für eine Verkehrspolitik einsetzen, die den Herausforderungen von Klima, Siedlungsentwicklung und Mobilität mit nachhaltigen Lösungen begegnet.