(juso) Im Hinblick auf die Abstimmungen im Februar setzen die JUSO Baselland und JUSO Solothurn durch eine Aktion ein wichtiges Zeichen: Sie machen sich stark für die sozialen Vorlagen für einen Mindestlohn in den beiden Kantonen.
Doch die aktuellen Initiativen gehen den Jungparteien nicht weit genug: Sie fordern zusätzlich angemessene Mindestlöhne in Praktika und Lehren sowie eine Lehrstellengarantie für verpflichtende Vorpraktika. Denn ein Lohn müsse allen Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen.
Aktion auf der Nepomuk Brücke in Dornach SO, an der Grenze zwischen BL und SO
Tiefstlöhne seien im Baselbiet und im Solothurn noch immer Alltag. Dagegen setzten die Jungsozialist*innen beider Kantone am Samstag ein Zeichen. Auf der Nepomuk Brücke in Dornach SO, an der Grenze zwischen Baselland und Solothurn, versammelten sie sich, um auf die tiefen Löhne aufmerksam zu machen. Sie prangerten die drohende Prekarisierung und den ständigen Überlebenskampf an, von denen insbesondere Menschen in Tieflohnbranchen wie Reinigung und Gastro betroffen sind. Die beiden Sektionen setzen sich für einen existenzsichernden Mindestlohn ein, der zum Leben reicht.
Gerade Menschen in Tieflohnbranchen leisteten einen unverzichtbaren Beitrag für das Wohl unserer Gesellschaft und einen immensen gesellschaftlichen Mehrwert. Ihre Unterbezahlung sei also nicht über ihre Produktivität zu rechtfertigen, wie gewisse Kräfte behaupteten. Besonders alarmierend sei dabei die systematische Ausbeutung von Frauen mit Migrationshintergrund im Niedriglohnsektor. Ein schockierendes Beispiel liefere jene Firma in welcher Frauen und Temporärangestellte zurückgeschickte Kleider von Zalando unter äusserst prekären Arbeitsbedingungen und für einen Lohn, der kaum zum Leben reiche, sortierten. Trotz der Versprechungen einer Lohnerhöhung im Jahr 2023 sei diese nie umgesetzt worden. «Ein Mindestlohn hat nichts mit der Produktivität von Einzelnen zu tun, sondern dieser garantiert ein existenzsicherndes Einkommen und verhindert die Überausbeutung, besonders marginalisierter Gruppen wie Frauen mit Migrationshintergrund», so Laura Ivanova (22), Co-Präsidentin der JUSO Solothurn. Ein Mindestlohn verringere die Einkommensungleichheit, bekämpft Armut und stärke die Kaufkraft der Menschen.
Die Jungsozialist*innen beider Kantone machen auch auf die Punkte der Mindestlohninitiativen aufmerksam, die nicht weit genug gehen: Menschen im zweiten Arbeitsmarkt sowie Lernende und Praktikant*innen würden bei den zwei Vorlagen nicht mitgedacht. Zudem reichten die in den Vorlagen geforderten Stundenlöhne nicht aus, angesichts der weiterhin ansteigenden Lebenshaltungskosten. «Ein Lohn muss allen Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen, das über das Existenzminimum hinausgeht!», meint Angel Yakoub (25), Präsidentin der JUSO Baselland.
Die Jungsozialist*innen fordern daher:
● einen Mindestlohn entsprechend der jeweiligen kantonalen Vorlagen vom 9. Februar 2025.
● eine verbindliche Mindestentschädigung von 12.- pro Stunde für Arbeiter*innen im zweiten Arbeitsmarkt.
● angemessene, verpflichtende Mindestlöhne in Praktika und Lehren und eine Lehrstellengarantie für verpflichtende Vorpraktika.