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JUSO Aargau fordert Absage des Black-Metal-Festivals (Noche Oscura)

(juso) Am 17. Februar findet in der Musigburg in Aarburg, das Black-Metal-Festival «Noche Oscura» statt. Black-Metal ist mehrheitlich von satanistischen Texten dominiert, die meist eher unpolitisch anmuten. Ganz anders sei das beim sog. «NSBM», also «National Socialist Black Metal», eine Strömung, bei welcher die Bands durch neonazistische Texte und/oder Symbolik auffallen würden, schreibt die JUSO Aargau in einer Medienmitteilung. Vier der sieben auftretenden Bands an der Noche Oscura grenzten sich nicht von solchen Ideologien ab oderwürden diese sogar aktiv vertreten. Die JUSO Aargau fordert deshalb den Verein Musigburg zur Absage des Black-Metal-Festivals (Noche Oscura) auf.

 

So sei der Leadsänger der norwegischen Band «Carpathian Forest» offen frauenfeindlich und rassistisch und in Vergangenheit mit Aussagen wie «Hit your Woman to the Beat of Music» aufgefallen. Auch die italienische Band «Forgotten Tomb», so die JUSO, stehe in Verbindung mit der NSBM-Szene und beim Label «Treblinka Productions» unter Vertrag. Wichtig zu erwähnen sei, dass Treblinka ein bekanntes nationalsozialistisches Vernichtungslager in Polen gewesen sei, wo bis zu einer Million Menschen systematisch getötet worden seien. Der Leadsänger «Herr Morbid» sei zudem häufig für queerfeindliche und antisemitische Äusserungen kritisiert worden. Die JUSO Aargau sagt dazu: «Kein Platz für Neonazis, auch nicht im Kanton Aargau!»
Melanie Del Fabro, Vorstandsmitglied der JUSO Aargau, meint dazu: «Bands, die nationalistische und frauenverachtende Ansichten vertreten, verdienen keine Bühne! Kein Platz für Neofaschismus, weder im Aargau, noch sonst wo! Nie wieder ist jetzt.»
Die neonazistische Band «Forgotten Tomb» versuche nicht zum ersten Mal in der Schweiz aufzutreten. Bereits im Jahr 2022 hätte die Gruppe an einem Festival in Köniz BE spielen sollen. Dieses Festival sei nach einem Aufruf durch die örtliche Antifa kurzfristig abgesagt worden, die Band erhielt folglich keine Plattform in der Schweiz. So müssten auch die «Musigburg» und die Gemeinde Aarburg Haltung zeigen und Menschenfeindlichkeit keine Bühne geben, betont die JUSO.
Ugur Diktas, Einwohner der Nachbargemeinde Oftringen, Vorstandsmitglied der JUSO AG, meint dazu: «Aarburg darf der rechtsextremen Szene keine Bühne geben. Es ist erschreckend, dass solche Gruppen genug Selbstbewusstsein haben, sich hier offen zeigen zu lassen. Das ist brandgefährlich und muss unterbunden werden!»
Für die JUSO Aargau ist klar: «Rechtsextreme Ideologien sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft und ebnen den Grundstein für systematische Gewalt an marginalisierten Gruppen. Solche Bands einzuladen, heisst, Faschisten einzuladen.»
Die JUSO Aargau fordert den Organisator des Festivals, den Vereinspräsidenten der Musigburg und den gesamten Stadtrat Aarburg dazu auf, das Festival zu unterbinden und Neonazis keine Bühnen zu bieten. Sie fordern die sofortige Absage der Noche Oscura.
Für die JUSO ist klar, dass wer solche Musik duldet, sich selbst zu nationalsozialistischen Ideologien bekennt. Der Kanton Aargau und die Stadt Aarburg müssten Nazifrei bleiben.