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Jungfreisinnige Aargau fordern steuerfreie Überstunden

(jf) Mehr Einsatz bedeutet heute auch mehr Steuern. Wer freiwillig länger arbeitet, muss den zusätzlichen Verdienst mit dem Staat teilen. Besonders betroffen sind junge Menschen und Familien, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen und für ihren Karriereweg zusätzliche Arbeit leisten. Die Jungfreisinnigen Aargau fordern deshalb, ausbezahlte Überstunden von den Kantons- und Gemeindesteuern zu befreien.

Der Kanton Aargau ist als Industrie- und Wirtschaftsstandort auf Menschen angewiesen, die bereit sind, mehr zu leisten. Besonders im Gesundheitswesen, in der Informatik sowie in technischen und industriellen Berufen fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Erst im April hielt der Bundesrat fest, dass das Arbeitspotenzial besser ausgeschöpft werden soll. Dabei verwies er auch auf den zunehmenden Teilzeittrend. Wer freiwillig mehr arbeitet, hilft, vorhandenes Arbeitspotenzial besser zu nutzen.
Doch Mehrarbeit zahlt sich heute zu wenig aus. Der Staat kassiert nicht nur bei jeder ausbezahlten Überstunde mit. Aufgrund der Steuerprogression kann er beim zusätzlichen Einkommen auch noch stärker zugreifen. Kein Wunder, überlegen sich viele zweimal, ob sich die zusätzliche Schicht oder der längere Arbeitstag überhaupt noch auszahlt.
Besonders stossend sei dies für junge Menschen und Familien, so die Jungfreisinnigen. Viele stünden am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn, bauten sich eine Existenz oder gründeten ein eigenes Unternehmen und seien bereit, dafür mehr zu leisten. Statt ihren Einsatz zu fördern, nehme ihnen der Staat einen Teil des zusätzlichen Verdienstes wieder weg.
«Die Überstunden leisten die Arbeitnehmenden, doch der Staat kassiert mit. Wer freiwillig mehr arbeitet, soll den zusätzlichen Einsatz auch deutlich im Portemonnaie spüren und nicht bloss auf der Steuerrechnung», sagt Etienne Frey, Präsident der Jungfreisinnigen Aargau.
«Der Aargau beklagt fehlende Fachkräfte und bestraft gleichzeitig jene, die freiwillig mehr arbeiten. Das ist stossend», sagt Timon Siffert, Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Aargau.
Mehrarbeit dürfe nicht bestraft werden. Sie müsse sich wieder spürbar auszahlen, insbesondere für junge Menschen und Familien. Die Jungfreisinnigen Aargau fordern den Regierungsrat deshalb auf, eine entsprechende Änderung des Steuergesetzes auszuarbeiten.