(mch) An der Jahresversammlung des Vereins «Kein Atommüll im Bözberg» KAIB wurden die aktuellen Bestrebungen zur Aufhebung des Neubauverbots bei Atomkraftwerken in der Schweiz diskutiert. Die Versammlung beschloss, sich dagegen zu engagieren.
Nach dem Vorentscheid für ein Atommülllager am Standort Nördlich Lägern ist der Bözberg als möglicher Endlagerstandort zurückgestellt worden. Nach heutigem Zeitplan sollte 2030 der Bundesratsentscheid zum Standort stehen, danach kommt der Parlamentsentscheid und allenfalls das Referendum. Ungefähr 2033 könnte eine Volksabstimmung stattfinden. Die Strukturen von KAIB sollen erhalten bleiben, bis der Bözberg keine Reserve-Option mehr ist. Aktuell hat KAIB einen Bestand von 635 Mitgliedern.
Volksentscheid schon vergessen?
Es sind noch keine zehn Jahre her, als 2017 das Volk mit 58 Prozent Ja-Stimmen, sowie dem Ja aus 22 Kantonen, der Energiestrategie 2050 zustimmte und damit den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausbau erneuerbarer Energien beschloss. Aktuell versuchen die Verlierer von damals das Rad zurückzudrehen. Das Neubauverbot für Atomkraftwerke soll gestrichen werden. Dazu fand an der KAIB Versammlung ein Meinungsaustausch statt. In mehreren Voten kamen die Argumente gegen die Aufhebung des AKW-Neubauverbotes auf den Tisch. Der Zusammenhang zwischen Atomkraft und neuem Atommüll ist klar. KAIB solle sich daher gegen den Bau von neuen AKW’s stellen. Das Atommüllproblem bleibt bestehen und ein neues AKW brächte wieder grösseren Bedarf für Atomendlager. Die Privatwirtschaft will zudem keine neues AKW ohne Milliardenzuschüsse von Bundesgeldern bauen, da es nicht wirtschaftlich wäre. Dies zeigen auch Beispiele aus dem Ausland. Der Fokus für eine auf die Zukunft ausgerichtete Energieversorgung muss stattdessen bei den Speicher- und Netzkapazität und dem Ausbau von erneuerbaren Energien liegen. Solche Investitionen machten die Stromversorgung der Schweiz sicherer, ohne Atommüll zu hinterlassen. Nach dieser Auslegeordnung beschloss die Versammlung einen Beitrag von 1000 Franken zugunsten des Referendumskomitees gegen die Aufhebung des Neubauverbotes von Atomkraftwerken.
Silke Treusch tritt nach langjährigem und aktivem Engagement aus dem KAIB Vorstand zurück. Wiedergewählt wurden Max Chopard-Acklin, Präsident; David Hunziker, Aktuar; Valentin Roniger, Kassier und Sacha Schenker als Revisor.
Zum Abschluss der Jahresversammlung gab es einen Apéro.