(pn) Pro Natura Aargau ruft gemeinsam mit Wilde Nachbarn Aargau die Bevölkerung auf, Begegnungen mit dem Tier des Jahres 2026 zu melden. Wo im Aargau leben Igel, wo allenfalls weniger?
Dieser Frage wollen die Naturschutzorganisationen nachgehen. Die Bevölkerung ist eingeladen mitzuhelfen und Beobachtungen im Garten oder während einem Spaziergang zu melden. Ziel ist es, bis Mitte Oktober möglichst viele Meldungen zusammenzutragen.
Warum Meldungen wichtig sind
Der Igel (Erinaceus europaeus) ist ein gern gesehenes Wildtier im eigenen Garten oder in
Parkanlagen. Seine potentielle Gefährdung ist hingegen nicht so offensichtlich: Der Lebensraum des Igels wird knapper und auch seine Nahrungsgrundlagen. Umso wichtiger ist es, ein genaueres Bild über die Verbreitung und den Bestand der Igel im Kanton Aargau zu bekommen. «Meldungen aus der Bevölkerung sind dabei eine Hilfe. Sie bilden eine wichtige Grundlage, um Lebensräume gezielt zu erhalten, zu vernetzen und aufzuwerten und somit langfristig zum Schutz des Igels beizutragen» sagt Ursina El Sammra, Projektleiterin Umweltbildung bei Pro Natura Aargau. Aus diesem Grund ruft Pro Natura Aargau, zusammen mit den weiteren Trägern von Wilde Nachbarn Aargau dazu auf, die Augen nach Igeln offen zu halten und sie auf der Plattform Wilde Nachbarn Aargau zu melden. Neben Pro Natura Aargau sind in der Trägerschaft die Aargauische Naturforschende Gesellschaft, der Jurapark Aargau, das Naturama Aargau sowie der WWF Aargau vertreten.
Wo und wann Sie einen Igel entdecken können
Der Igel, der als Tier des Jahres 2026 bereits im Fokus der Öffentlichkeit steht, ist im Kanton Aargau vielerorts anzutreffen, sofern er geeignete Lebensräume vorfindet. Das gilt sowohl für den Siedlungsraum als auch für Waldränder und Hecken in der offenen Landschaft. Ursina El Sammra erklärt «Im Siedlungsgebiet fühlt er sich in naturnahen Gärten am wohlsten. Dort schätzt er Laub- und Asthaufen, dichtes Gebüsch sowie wilde, unaufgeräumte Ecken.» Sarah Gauss, Praktikantin bei Pro Natura Aargau ergänzt: «Auch strukturreiche Wiesen und durchlässige Zäune kommen dem Igel zugute, weil er so von Garten zu Garten wandern und auf Futtersuche gehen kann.»
Am besten lassen sich Igel in der Dämmerung und in der Nacht beobachten, da sie erst zu später Stunde aktiv werden. Wer im Herbst ein Rascheln im Laub hört, sollte genau hinschauen, möglicherweise versteckt sich dort ein Igel. «Beobachten ja, stören nein: So kommt der Igel am besten durch die Nacht.» empfiehlt Sarah Gauss.
Jetzt zählt jeder Tag und jede Beobachtung
Aktuell ist der Igel besonders aktiv auf Futtersuche: Bis zum Wintereinbruch müssen Jungtiere ein Gewicht von 500 bis 600 Gramm erreichen, um den Winterschlaf zu überstehen. Was für uns nach wenig klingt, ist für die kleinen Igel überlebensnotwendig. «Vor allem für Jungtiere, welche erst in den letzten Wochen zur Welt gekommen sind, heisst es nun - Winterspeck anfressen!» erklärt Ursina El Sammra.
Da der Igel noch bis und mit Oktober unterwegs ist, zählt jetzt jeder Tag. Wer jetzt eine Beobachtung macht, hilft mit, ein aktuelles Bild der Bestände zu bekommen, solange die Tiere noch unterwegs sind.
Die Igel-Beobachtungen können mit wenigen Klicks auf der Plattform von Wilde Nachbarn Aargau gemeldet werden. Dabei ist es auch möglich, den exakten Standort nicht öffentlich anzeigen zu lassen.
https://aargau.wildenachbarn.ch/node/13050
Den Igel unterstützen
Neben den Meldungen können Sie den Igel auch selbst unterstützen. Legen Sie in ihrem Garten einen Ast-Laubhaufen an, in dem sich der Igel verstecken kann. Ist der Haufen richtig aufgebaut und positioniert, kann sogar ein Igel darin überwintern. Lassen Sie Krautsäume stehen, so kann der Igel geschützt umherwandern und machen Sie Zäune und Absätze für den Igel durchgängig. Haben Sie keinen eigenen Garten, können Sie allenfalls ihre Vermieterschaft oder die Verwaltung motivieren und dabei unterstützen die Grünflächen ums
Haus igelfreundlich zu gestalten. Ursina El Sammra rät: «Wer wissen will wie ein wertvoller Ast-Laubhaufen aufgebaut ist, kann dies am 24. Oktober am Workshop von Pro Natura Aargau in Lengnau (AG) erlernen.»
Link zur Plattform: https://aargau.wildenachbarn.ch/node/13050
Link zum Workshop: https://www.pronatura-ag.ch/de/kurs-igelfreundliche-gaerten