(pd) Aus dem Industriepark GETEC PARK.SWISS fliesst CO2-neutrale Abwärme in das Fernwärmenetz der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland). Die neue Verbindungsleitung vom Industriepark in die Energiezentrale der EBL erhöht die Leistung des Grosswärmeverbundes Pratteln und damit die nachhaltige Energieversorgung der wachsenden Gemeinde.
Die neue Transportleitung wurde erfolgreich in Betrieb genommen. Sie verbindet den Industriepark in Schweizerhalle mit der Energiezentrale der EBL im Norden von Pratteln. Die Leitung transportiert künftig jährlich mindestens 26,5 GWh klimaneutrale Abwärme aus der industriellen Produktion, was dem Wärmebedarf von rund 2200 Haushalten entspricht und jährlich etwa 7022 Tonnen CO2-Emissionen einspart.
Mehr Leistung im Grosswärmeverbund Pratteln
Der Grosswärmeverbund Pratteln ist aus fünf thermischen Netzen hervorgegangen, welche die EBL als Einzelanlagen in den Neunzigerjahren realisiert hatte. Im Norden von Pratteln betreibt die EBL heute eine grosse Energiezentrale. In dieser wird das in einem Kreislauf fliessende Wasser erwärmt – und das hauptsächlich CO2-neutral. Bislang wurden in der Energiezentrale primär Abwärme aus der benachbarten ARA Rhein sowie Holz aus heimischen Wäldern und Recyclingholz als erneuerbare Energieressourcen verwendet. Der ständig zirkulierende Wasserkreislauf versorgt angeschlossene Wohnhäuser, Büro-, Gewerbe- und öffentliche Gebäude mit Wärme. Weil sich in den letzten Jahren immer mehr Haushalte und Betriebe an die Fernwärme angeschlossen hatten, kam die Energiezentrale an ihre Kapazitätsgrenze. Mit dem Anschluss des Industrieparks GETEC PARK.SWISS kann der zusätzliche Bedarf an Fernwärme im Verbund gedeckt werden.
Zusammenarbeit mit GETEC
Die Firma GETEC ist Infrastrukturbetreiberin des in Muttenz angesiedelten Industrieparks, auf dem aus industriellen Prozessen Abwärme entsteht. Diese ortsgebundene, CO2-neutrale Energie wird künftig vor Ort gesammelt und zur Energiezentrale der EBL geleitet. Für die erforderlichen Transportleitungen wird ein bestehender Druckleitungstunnel genutzt, der vom GETEC PARK.SWISS zur ARA Rhein in Pratteln führt. «Mit der Inbetriebnahme der Transportleitung gehen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2035. Die Partnerschaft mit GETEC ist für uns ein zukunftsweisendes Beispiel regionaler Energieeffizienz», sagt Roger Scheidegger, Leiter der Sparte Wärme und Mitglied der Geschäftsleitung der EBL. Auch Urs Zimmerli, CEO von GETEC Schweiz, unterstreicht die gute Zusammenarbeit: «Wir freuen uns, gemeinsam mit der EBL einen aktiven Beitrag zur Dekarbonisierung der regionalen Energieversorgung zu leisten. Die Nutzung industrieller Abwärme als Fernwärmequelle ist nicht nur effizient, sondern auch konsequent nachhaltig.»
Emissionen weiter reduzieren
Mit dem neuen System steigt der Anteil CO2-neutraler Quellen im Grosswärmeverbund Pratteln auf über 95 Prozent. Die EBL versorgt damit ihre Kundinnen und Kunden künftig noch nachhaltiger. Bis 2035 will die EBL ihr Versorgungsgebiet zu 100 Prozent mit klimaneutraler Wärme versorgen. Zudem arbeitet die EBL stetig an der Erweiterung der Erneuerbaren Energieschiene Ergolztal 3ET, die dereinst Fernwärme von Pratteln bis nach Ormalingen liefern soll – ein Ziel, dem die EBL in Zusammenarbeit mit der Firma GETEC heuer wieder einen Schritt nähergekommen ist.