(pd) Gestern Freitag demonstrierten weltweit Menschen gegen fossile Infrastruktur und für eine klimagerechte Zukunft. Auch in der Schweiz beteiligten sich mehrere Städte am Streiktag. In Baden gingen 100 Menschen auf der Strasse.
Es war einer der letzten schönen Sommerabende, an dem in Baden 100 Menschen von jung bis alt zum globalen Klimastreik demonstrieren. Sie stehen für Klimagerechtigkeit, für den Ausstieg aus fossilen Energien und die Mobilitätswende ein. Mit selbstgemalten Schildern, Bannern und grossen Karton-Blumen zogen sie laut und bunt durch die Stadt: “Ufe mit de Klimaziel, abe mitem CO2!” Nach der Demonstration ging es mit Musik und Reden auf dem Theaterplatz weiter.
Klimakrise und Biodiversität
Frauke Watzek, Umweltingenieurin und Vertreterin von ProNatura Aargau, zeigte in ihrer Rede auf, wie die Klimakrise und die Biodiversitätskrise zusammenhängen: «Beide Krisen haben gemeinsame Ursachen, ausserdem verstärkt die Klimakrise den Biodiversitätsverlust und vor allem seltene und stark spezialisierte Arten gehen verloren. Allerdings kann eine intakte Biodiversität auch helfen, die Folgen der Klimakrise abzudämpfen, so schützen etwa natürliche Auenlandschaften vor Hochwasser.» Watzek sieht auch eine Ähnlichkeit darin, wie über beide Krisen gezielt Falschinformationen verbreitet werden: «Zweifel an der Klimakrise und der Dringlichkeit zu handeln, wurden seit Anbeginn der Klimabewegung gesät. Heute kommen vom Bauernverband, Rösti und co. gezielt falsche Fakten zum Artenschwund und der Biodiversitätsinitiative. Die Bevölkerung soll verunsichert werden.»
Nein zum Autobahnausbau
«In Osteuropa wurden diese Woche Strassen blockiert», begann Peter Weihrauch, Präsident vom Jung VCS Schweiz und von Fussverkehr Aargau, seine Rede. Ein weiteres Jahrhunderthochwasser überflute Europa und sorge für Zerstörung und Tote. Die Fakten über die Klimakrise seien klar, fuhr Weihrauch fort, doch die entsprechenden Handlungen fehlten. «Manchmal frage ich mich, ob ich im falschen Film bin.» Er kam auf den Autobahnausbau zu sprechen und erkläret, dass ein Ausbau der Strassen langfristig zu mehr Verkehr und damit nicht zu einer Lösung von Engpässen führe. Ausserdem widersprächen die Ausbaupläne mit einem Zeithorizont bis 2040 laut Weihrauch den Zielen aus dem Klimaschutzgesetz.
Vor und nach den Reden trat der junge Gitarrist und Sänger Julian Röpke auf. Ganz zum Schluss singen alle Teilnehmenden zusammen das für den Klimastreik Aargau traditionelle “Terra Ciao”, ein selbstgeschriebenes Lied zur Melodie von «Bella Ciao». Die Stimmung war gut, die Aktivist*innen verteitlen gerettetes Brot und viele bliebenn noch eine Weile. Foto: zVg