(pd) 127 Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für Life Sciences FHNW haben ihr Bachelor-Studium erfolgreich abgeschlossen und an der Feier vom 25. September ihre Diplome erhalten. Ihre Abschlussarbeiten zeigen, woran die nächste Generation von Life Sciences-Fachkräften arbeitet: an neuen Ansätzen für Medizin und Diagnostik, digitalen Anwendungen für das Gesundheitswesen und Lösungen zum Schutz unserer Umwelt.
Wie lassen sich neue Therapien gegen schwere Krankheiten entwickeln? Wie können Menschen ihre Gesundheitsdaten einfacher nutzen? Und wie lassen sich problematische Chemikalien wirksamer aus dem Abwasser entfernen? Mit solchen typischen Fragestellungen beschäftigten sich die Absolventinnen und Absolventen in ihren diesjährigen Bachelor-Arbeiten.
Von neuen Therapien bis zu sauberem Wasser
Eine der Arbeiten widmet sich Membranproteinen. Diese steuern zahlreiche Vorgänge in menschlichen Zellen, spielen bei vielen Krankheiten eine Schlüsselrolle und sind wichtige Angriffspunkte für Medikamente. Weil sie wissenschaftlich nur schwer zu untersuchen sind, entwickelt Philipp Schreiber in seiner Abschlussarbeit einen Ansatz, der sie besser zugänglich macht. Damit legt er den Grundstein für mögliche neue Therapien, etwa gegen Krebs oder Stoffwechselerkrankungen.
David Weil widmet sich dem aktuellen Thema Gesundheitsdaten, die in der Schweiz noch häufig auf verschiedene Systeme verteilt sind. In seiner Arbeit untersucht er, wie sich Laborwerte sicher in einer Patienten-App zusammenführen und verständlich darstellen lassen. Damit leistet er einen konkreten Beitrag zu einem besser vernetzten Schweizer Gesundheitswesen und gibt Patientinnen und Patienten mehr Kontrolle über ihre eigenen Gesundheitsdaten.
Rückstände von Medikamenten, Pestiziden und anderen Chemikalien gelangen ins Abwasser und können in Kläranlagen nur teilweise entfernt werden. Valentin Bär untersucht in seiner Arbeit, ob sich zuverlässig vorhersagen lässt, wie gut Aktivkohle solche Mikroverunreinigungen entfernt. Die Erkenntnisse sollen helfen, die Abwasserreinigung gezielter und effizienter zu gestalten und so Gewässer und Trinkwasserressourcen besser zu schützen.
Diese drei Beispiele veranschaulichen die Bandbreite des Bachelor-Studiums in Life Sciences an der FHNW. In acht Studienrichtungen verbinden die Studierenden Naturwissenschaften mit Technik, Medizin, Umwelt und Digitalisierung. Ein grosser Teil der Abschlussarbeiten entsteht in Zusammenarbeit mit Industriepartnern und greift aktuelle Fragestellungen aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Gesellschaft direkt auf.
«Die Hochschule für Life Sciences FHNW zeigt eindrücklich, wie aus einem 2006 neu gegründeten Hochschulprofil eine forschungsstarke, international vernetzte Institution entstehen kann, die mit über 200 Unternehmen zusammenarbeitet und mit Projekten wie ORION und NAIPO an der Spitze der KI-gestützten Medizinforschung mitwirkt», zeigt sich Regierungsrat Mathias Stricker, Vorsitzender des Regierungsausschusses Bildungsraum Nordwestschweiz, in seiner Gastansprache an der Diplomfeier beeindruckt. Er führt weiter aus: «Den Absolventinnen und Absolventen gratuliere ich im Namen der vier Trägerkantone herzlich. Sie bringen das Fachwissen und die Innovationskraft mit, die unsere Region und der Life Sciences-Standort Nordwestschweiz brauchen.»
Sieben Absolventinen und Absolventen wurden ausgezeichnet
An der Diplomfeier vom 25. September 2026, die im Gehry Auditorium auf dem Novartis Campus in Basel stattfand, wurden sieben Personen für die besten Abschlüsse in ihren jeweiligen Studienrichtungen ausgezeichnet. Nachfolgend die Themen ihrer Bachelor-Arbeiten:
– Bioanalytik und Zellbiologie; Philipp Schreiber, Anwil (BL); From expression to the biophysical analysis, workflow optimization for membrane proteins
– Chemie- und Bioprozesstechnik; Sofiia Zagorulko, Gelterkinden (BL); CaptureSMB for the continuous purification of pDNA
– Chemie; Joshua Roger Kauf, Muttenz (BL); Feasibility and Process Optimization of the Synthesis of an Active Ingredient for Pharmaceutical Use
– Medizininformatik; David Weil, Reinach (BL); Integration und Darstellung medizinischer Labordaten in einer Patienten-App – Ein Proof of Concept im Schweizer E-Health-Kontext
– Medizintechnik; Isabella Mader, Basel (BS); Entwicklung eines neuartigen Kathetersystems für die aseptische Entnahme von Mikrobiomproben
– Pharmatechnologie; Nikola Nikolic, Basel (BS); GMP-orientierte Entwicklung von HMF-Präparaten für klinische Anwendungen
– Umwelttechnologie; Valentin Bär, Muttenz (BL); Evaluating Whether Micropollutant Removal by sPAC Can Be Predicted with a Model Based on Laboratory-Scale Batch Experiments
Nach ihrem Abschluss wechseln die Absolventinnen und Absolventen in Unternehmen und Forschungsinstitutionen oder setzen ihre Ausbildung in einem weiterführenden Studium fort.