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EVP Aargau: «Beim Förderprogramm Energie sind noch Anpassungen nötig»

(evp) Die EVP Aargau befürwortet die Weiterführung des Förderprogramms für Energie. Solange die Ziele ohne Verbote erreicht werden sollen, reicht der vorgesehene Betrag allerdings nicht aus. Zudem sieht die EVP zusätzlichen Handlungsbedarf bei Mietverhältnissen, bei älteren Hauseigentümern, sowie bei Installateuren. Wärmepumpen für MFH, Anschlüsse an einen Wärmeverbund und Minergie Eco Bauten sollten weiterhin gefördert werden.

Die EVP Aargau stimmt der Weiterführung des Förderprogramms für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei Gebäuden zu. Das Förderprogramm soll seine Mittel gezielt auf Massnahmen ausrichten, die ohne finanzielle Unterstützung nicht oder nur in ungenügendem Umfang umgesetzt würden. Das unterstützt die Partei.
Mit dem vorgeschlagenen Betrag werden die Ziele allerdings nicht erreicht werden. Der Betrag würde reichen, wenn neben der Fördergelder auch Vorschriften eingeführt würden, was im Aargau aber bisher nicht mehrheitsfähig ist. Also ist ein deutlich höherer Betrag notwendig.
Aus Sicht der EVP sollen die Fördermittel einerseits dort eingesetzt werden, wo die Energiesparpotentiale gross sind und man mit dem kleinsten Aufwand die beste Wirkung erreichen kann, also bei Gebäudehüllen von alten Ein- und Mehrfamilienhäusern. Andererseits dort, wo eine Lenkung hin zu erneuerbaren Energien möglich wird.

Zusätzlicher Handlungsbedarf
Aus Sicht der EVP braucht es auch neben dem Auszahlen von Fördergeldern Massnahmen oder Anreize, welche eine Verhaltensänderung bewirken. Etwa Informationskampagnen bei privaten Eigentümern oder Installateuren. Zusätzlich zu den vorgesehenen Massnahmen sieht die EVP besonders bei folgenden Situationen Handlungsbedarf:
Bei Mietverhältnissen haben Vermieter wenig Anreize, energetische Erneuerungen umzusetzen, weil die hohen Nebenkosten durch die Mieter bezahlt werden.
Ältere Hauseigentümer wollen oft keine Sanierung mehr machen, leben dann aber oft doch noch 20 Jahre im Haus. Und die junge Familie, die das Haus später übernimmt, hat keine finanziellen Mittel, um nach dem Hauskauf auch noch die energetische Ertüchtigung zu finanzieren. Das Know-How oder die Bereitschaft ist auch bei vielen Installateuren nicht vorhanden. Auch deshalb sind Anreize seitens Kunden zwingend nötig. Aber auch Sensibilisierung und Ausbildung der Installateure aller Gewerke.

Kritik an einzelnen Massnahmen
Luft-Wasser-Wärmepumpen künftig nur noch ab 70 kW zu fördern, findet die EVP keine gute Idee. Das sind Systeme für wirklich grosse Mehrfamilienhäuser oder Industriebetriebe. Die Grenze sollte auf 30 kW gesetzt werden.
Weiter ist die EVP einverstanden, grosse Wärmeverbunde nicht mehr zu fördern. Wärmenetze sollten dort gebaut werden, wo sie rentabel betrieben werden können. Der Anschluss an einen Verbund sollte aber weiterhin gefördert werden, um die Nutzung eines bereits vorhandenen Verbunds attraktiver zu machen.
Auch der Wegfall der Fördergelder für Minergie Eco lehnt die EVP ab. Wenn ein Estrichboden isoliert und gleichzeitig eine PV-Anlage auf das Schrägdach erstellt wird, gibt es keine Fördergelder für die Isolierung und dadurch auch kein Bonus für die Solaranlage. Deshalb werden häufig diese PV-Anlagen nicht gebaut. PV-Anlagen sollten mit dem neuen Förderprogramm trotzdem den Bonus erhalten.