(sp) Die SP Aargau stimmt der vorgeschlagenen Richtplananpassung «Festsetzung der Deponie A Babilon, Fortsetzung» nur mit Vorbehalt zu. Die Erweiterung tangiert kantonales Landschaftsschutzgebiet. Die SP fordert, dass die Deponie so gestaltet wird, dass möglichst keine Fruchtfolgeflächen (FFF) verloren gehen. Beim Gibelbach aber auch beim Ewigkeitbach und Dorfmattbach seien weitere ökologische Aufwertungsmassnahmen zu realisieren.
Die Aushubdeponie Babilon zwischen Dietwil und Oberrüti ist gemäss festgesetztem Perimeter 2027 aufgefüllt. Es ist deshalb eine Erweiterung nach Norden geplant. Grossrätin Gabi Lauper weist darauf hin, dass Deponien beträchtliche Eingriffe in die Landschaft sind und Aushubdeponien auch die künftige Landschaft verändern. Die geplante Erweiterung tangiert ein kantonales Landschaftsschutzgebiet und ist daher besonders heikel. Für die Erweiterung hingegen spricht der ausgewiesene Bedarf, da es im oberen Freiamt keine Abbaugebiete gibt, welche mit Aushubmaterial gefüllt werden können. Zudem handelt es sich um einen beste-henden Betrieb, sodass die notwendige Infrastruktur und der Anfahrtsweg bereits vorhanden sind.
Grossrat Martin Brügger kritisiert, dass in den Unterlagen zur Anhörung kein Wort zur zukünftigen Vermeidung von Deponiematerial steht. Die Bedarfsberechnungen basieren auf extrapolierter Wachstumsentwicklung und unverminderter Bautätigkeit. Wenn man Bauten, wie das KSB abreissen wolle, dann brauche man natürlich viel mehr Deponieflächen – das Recycling funktioniere offenbar noch zu wenig – Ursachenbekämpfung tue not. Störend sei zudem, dass in der Aushubdeponie Babilon nicht nur Deponiematerial aus dem Freiamt, sondern auch aus den Kantonen ZH, LU und ZG angeliefert werde. Bei der Standortevaluation hätte auch das Gebiet der angrenzenden Kantone gemäss Anlieferungsperimeter miteinbezogen werden müssen. Eventuell wäre so ein Standort gefunden worden, welcher landschaftlich weniger heikel sei.
Falls die Erweiterung kommt, fordert die SP, dass die Deponie so gestaltet wird, dass möglichst keine FFF verloren geht. Die meterhohe Überschüttung des Geländes dürfe die Bewirtschaftung für die Landwirtschaft nicht erschweren. Eine Kompensation sei möglichst in der Nähe vorzunehmen, damit Landwirte in der Region davon profitierten. Darüber hinaus fordert die SP Aargau, dass ökologische Ersatz- und Aufwertungsmassnahmen zwingend von Anfang an umgesetzt werden. Diese seien auch nach Ende der Deponie dauerhaft zu sichern. So könnte der dortige Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung aufgewertet werden. Neben der Aufwertung des Aussenfelbaches und der Ausdolung des Gibelbaches könnten auch beim Ewigkeitbach und Dorfmattbach weitere ökologische Aufwertungsmassnahmen realisiert werden, ist Grossrat Martin Brügger überzeugt.