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«Reform heisst das Zauberwort», meint Luc Humbel, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau. Foto: Felix Wey, Baden

Erneut Kirchenaustritte – Römisch-katholische Kirche im Aargau

(pd) 2022 hat die römisch-katholische Kirche im Aargau erneut Kirchenaustritte zu verzeichnen, welche durch die Zahl der Eintritte nicht kompensiert werden konnte. Der Rückgang der Kirchenmitglieder stagniert auf hohem Niveau. «Die römisch-katholische Kirche muss ihre Glaubwürdigkeit wieder zurückgewinnen und besser auf ihr Wirken zugunsten der Menschen im Aargau aufmerksam machen», erklärt Kirchenratspräsident Luc Humbel.

Im Kanton Aargau gehören 2022 von den gut 700 000 Einwohnerinnen und Einwohnern 197 728 der römisch-katholischen Kirche an. Die Tendenz ist seit einigen Jahren kontinuierlich leicht sinkend und kann durch Eintritte nicht kompensiert werden. Wobei nach der coronabedingten Pause auch kirchliche Eheschliessungen und Taufen wieder mehr gefragt sind. Trends wie Individualisierung, bei der die Ge-meinschaft weniger wichtig wird, oder Säkularisierung, die Distanzierung der Menschen von Religion und Gott, treffen alle Religionsgemeinschaften. «Die römisch-katholische Kirche muss ihre Glaubwürdigkeit wieder zurückgewinnen und besser auf ihr Wirken zugunsten der Menschen im Aargau aufmerksam machen» erklärt Luc Humbel, Kirchenratspräsident der römisch-katholischen Landeskirche Aargau. So sind derzeit verschiedene Erneuerungsprozesse im Gang, die die Kirche den heutigen Gegebenheiten und Bedürfnissen anpassen soll. Der aktuell weltweit durchge-führte Synodale Prozess soll auch in der Schweiz Veränderungen ermöglichen.

Kirchenfinanzen
Die Kirche finanziert sich über Steuer­gelder ihrer Mitglieder. Wie diese Gelder verwendet werden, darauf und auf das Wirken der römisch-katholischen Kirche im Aargau macht die Webseite «www.kirchensteuer-sei-dank.ch» aufmerksam. 86 Prozent der Mittel bleiben in den Kirchgemeinden vor Ort im Aargau. Sie fliessen zu katholischen regionalen Hilfswerken wie der Caritas oder Einrichtungen wie der Notschlafstelle Aargau oder in die pfarreiliche oder spezialisierte Seelsorge zum Beispiel in den Aargauer Spitälern, Kliniken und Heimen, in die christliche Bildungsarbeit, Umweltprojekte oder den Unterhalt der kulturhistorischen Güter. 14 Prozent benötigt die Verwaltung und nur der symbolische Papstpfennig geht zum Vatikan in Rom.

Austrittszahlen
Die weltumspannende Kirche hat einerseits einen starken, völkerverbindenden Charakter. Andererseits überlagern die weltweiten Negativschlagzeilen der römisch-katholischen Kirche die solide, lokale Arbeit im Aargau. Im Jahr 2022 musste die römisch-katholische Kirche im Aargau einen Mitgliederrückgang von 4363 Personen oder ein Minus von 2,2 Prozent verzeichnen. Der Rückgang stagniert auf dem Niveau der Vorjahre, die Eintrittszahlen sind 2022 mit 205 Kircheneintritten etwas höher als bis anhin.
Der Kirchenratspräsident: «Katholikinnen und Katholiken müssen für sich selbst den Mehrwert erkennen, der Kirche anzugehören, auch wenn sie nicht mehr regelmässig die Gottesdienste besuchen. Die Kirche bietet für Menschen in allen Lebenslagen Seelsorge und Gemeinschaft. Damit erfüllt sie auch heute noch eine wichtige soziale Funktion.»

Reform heisst das Zauberwort
«Es ist unabdingbar, dass die Institution ‹Kirche› die Glaubwürdigkeit zurückgewinnen muss. Nebst täglichem Engagement vor Ort sind dazu auch radikale Reformschritte auf Ebene Bistum und Weltkirche von Nöten. Daran arbeiten wir», bekräftigt Luc Humbel.
Mehr darüber, was mit den Kirchensteuern alles möglich gemacht wird, erfahren Interessierte auf der Webseite ag.kirchensteuern-sei-dank.ch

Bild: «Reform heisst das Zauberwort», meint Luc Humbel, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau. Foto: Felix Wey, Baden