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Dr. Peter Morf, Hightech Zentrum Aargau AG. Foto: zVg

Energie-Anlass des Hightech Zentrum Aargau AG: «Die zweite Phase hat begonnen»

Die Dekarbonisierung der Stromerzeugung ist im vollen Gang. Jetzt geht es darum, volatile Produktion und stabile Versorgung auf einen Nenner zu bringen. Darüber diskutierten gestern Expertinnen und Experten mit 150 Besuchenden im Technopark Aargau.

2025 war die fossile Stromproduktion der Menschheit zum ersten Mal überhaupt rückläufig. Möglich machte es insbesondere der weltweit zu beobachtende Zubau von PV-Anlagen. «Damit treten wir ein in die zweite Phase der Dekarbonisierung», erklärte Peter Morf, Schwerpunktleiter Energietechnologien & Ressourceneffizienz des Hightech Zentrums Aargau HTZ in seinem einleitenden Referat.  Gefragt seien praktische Lösungen zur Speicherung, Verteilung und effizienten Nutzung von Solar- und Windstrom.

Prof. Dr. Andreas Pautz, PSI. Foto: zVgZum Einstieg skizzierte Andreas Pautz, Leiter des Forschungsbereichs Nukleare Energie und Sicherheit am PSI, den aktuellen Stand der Kernforschung und wie die Reaktorsicherheit im Verlaufe der Zeit zugenommen hat. Ihm folgte Gianfranco Guidato vom Energy Science Center der ETH Zürich mit einer Tour d’Horizon unter dem Titel: «Das Energiesystem der Zukunft – wie gelingt der Umbau?» Sein Fazit: der Umbau wird von PV, E-Mobilität und Wärmepumpen angetrieben, die Anbindung and das Europäische Stromnetz bestimmt, ob eine nuklear Grundlasterzeugung sinnvoll und ökonomisch ist.
Die nächsten Referenten beleuchteten das Thema aus Sicht des Energiekantons Aargau. Adrian Fahrni vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt skizzierte die kantonale Energiestrategie. Und Alt-Nationalrat Beat Flach stellte den neuen «AEE Suisse Aargau-Effizienz Preis» vor.

Speicherung und Preissignale
Nach der Mittagspause wurde es praktisch. Zwei Unternehmer und zwei Vertreter der Energiewirtschaft widmeten sich dem Thema Speicherung und dynamische Strompreise, die Wirkung auf die Stromnetze und gelingende Integration fluktuierender Stromerzeugung und Mehrverbrauch. Das Cleantech-Startup Iron Energy stellte einen saisonalen Speicher auf der Basis von Eisenoxid vor, welches kostengünstig und gutverfügbar ist und saisonale Grossspeicher ermöglicht. Der CEO der Aargauer Jungfirma Mygrid berichtete, wie sich PV-Anlagen, Ladestationen und stromverbrauchende Geräte digital vernetzen und in einem Schritt auch abrechnen lassen.

Karl Rüttimann, EGA Elektra. Foto: zVgFür Diskussionen sorgte das Thema Stromtarife. Die Freiämter Elektrizitätsgenossenschaft Aettenschwil gehört zu den ersten kommunalen Versorgern, die auf tagesaktuelle Strompreise setzen. Präsident Karl Rüttimann stellte den «dynamischen 15-Minuten-Tarif» vor und übergab an Sven Tröber. Der Vertreter der Branchenallianz Swisspower zeigte auf, wie dynamische Strompreise die Verteil- und Übertragungsnetze stabilisieren.
Anschliessend informierte Peter Meier, CEO von GEO-Energie Schweiz über die aktuellen Trends in der Geothermie, welche gerade im Aargau erhebliche Potentiale ausweist. Und Sandra Lehmann, Mitgründerin von Beetron erklärte, wie sich mit neuartigen Wasserstoff-Freikolben-Generatoren die Effizienz der dezentralen Stromerzeugung markant steigern lässt.
Einen Ausblick auf die Fliegerei der Zukunft gewährte schliesslich Rolf Stuber. Der CEO von smartflyer stellte ein Hybrid-Flugzeug, das schon in wenigen Jahren auf den Markt kommen soll.

Die Veranstaltung war ausgebucht. Foto: zVg«Die Erderwärmung lässt uns keine Wahl», betonte Tagungsleiter Peter Morf. «Wir müssen die Energiewende schaffen.» Die ausgebuchte Veranstaltung zeigte, worauf es in der nächsten Phase ankommt: auf Speicher, Verbrauchssteuerung über Preissignale und Technologien, die erneuerbare Energie verlässlich nutzbar machen.

Bilder
Erstes Bild: Dr. Peter Morf, Hightech Zentrum Aargau AG. Foto: zVg
Zweites Bild: Prof. Dr. Andreas Pautz, PSI. Foto: zVg
Drittes Bild: Karl Rüttimann, EGA Elektra. Foto: zVg
Viertes Bild: Die Veranstaltung war ausgebucht. Foto: zVg