(pd) Trotz stark gestiegenen Energiekosten im zweiten Halbjahr erwirtschaftet die EBL einen EBITDA von 58,9 Mio. Franken (Vorjahr: 58,7 Mio.) und konnte ihren Reingewinn nach Minderheiten gegenüber dem Vorjahr um 1,0% auf 24.3 Mio. Franken steigern.
Trotz Herausforderungen ein erneut solides Ergebnis
Die anhaltende COVID-19-Krise hatte einen überschaubaren direkten Einfluss auf das Ergebnis der EBL Gruppe. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich aufgrund des guten Geschäftsergebnisses und mehrheitlich aus Cash-Flow finanzierten Investitionen von 70,4% auf 71,7%. Die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von insgesamt 9,7 Mio. Franken auf 268,6 Mio. Franken ist auf das Wachstum der Bereiche Stromvertrieb (+ 6,6 Mio.), Stromnetz (+ 3,1 Mio.) und Wärme (+ 3,0 Mio.) zurückzuführen, während der Umsatz in der Sparte Telekom vor allem aufgrund einer Devestition um 1,6 Mio. Franken zurückging. Der Bruttogewinn hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Mio. Franken verbessert. Einerseits hat die EBL von tieferen Beschaffungskosten aus dem Alpiq-Partnervertrag profitiert und andererseits musste Energie teilweise massiv teurer an den turbulenten Energiemärkten beschafft werden. Die Nettoverschuldung ist im Vergleich zum EBITDA von 0,9 im Vorjahr auf 1,2 leicht gestiegen; für einen Infrastrukturbetreiber allerdings weiterhin tief. EBL ist ein kerngesundes Unternehmen.
Nachhaltige Zukunftsprojekte
Im Geschäftsjahr 2021 konnten etliche zukunftssichernde Investitionen getätigt werden. Insgesamt hat die EBL 90,8 Mio. Franken investiert und setzt damit ihre nachhaltige Ausrichtung weiter fort. Dabei wurden u.a. Investitionen von 35,1 Mio. Franken in die Wärmenetze und 11,4 Mio. Franken in die Stromnetze und 4,7 Mio. Franken in die Telekomnetze getätigt. Im Bereich Stromproduktion wurden 14,0 Mio. Franken in Solar-Projekte sowie Windkraftwerke investiert und die Sanierung des Kraftwerks Obermatt abgeschlossen.
Die EBL hat allerdings noch weitere zukunftsweisende Projekte vorangetrieben. Mit der Beteiligung an Libattion - einem innovativen Start-up, welches gebrauchte Lithiumbatterien einem neuen, leistungsfähigen Verwendungszweck zuführt – investiert die EBL in Speichermöglichkeiten elektrischer Energie. So kann die Nutzungsdauer der Batteriezellen verdoppelt sowie die CO2-Emissionen reduziert werden und ist insgesamt ressourcenschonend.
Beim Flughafenareal Zürich in Opfikon und Rümlang wird einen Energieverbund entwickelt, der die Abwärme eines der grössten Rechenzentren der Schweiz nutzt.
Sehr gute Versorgungssicherheit im 2021
Die systemkritischen Leistungen wie Strom-, Wärme- und insbesondere Telekommunikationsversorgung konnten trotz COVID-19 ohne nennenswerte Störungen erbracht werden. Die EBL hat im Jahr 2021 eine sehr gute Stromversorgungssicherheit von 99,9% erzielt, was bedeutet, dass jeder Kunde lediglich einen Unterbruch von 8,9 Minuten verzeichnen musste.
Verwaltungsrat EBL
Rudolf Schaffner ist aufgrund der Altersbeschränkung nach neun Jahren aus dem Verwaltungsrat der EBL ausgeschieden. Er wird durch Roland Küng, als Vertreter der Dorfgenossenschaften, ersetzt.
Ausblick
Der Krieg in der Ukraine und die Abhängigkeit von Europa von russischem Gas werden die Energiepreise und ihre Volatilität massgeblich beeinflussen. Die EBL hat rund zwei Drittel ihres Strombedarfes durch langfristige Bezugsverträge gesichert und ist kurzfristig nur teilweise von den Energiemärkten abhängig. Die Energiepreise in der Grundversorgung werden 2022 im Vergleich zu 2021 unverändert bleiben.
Um die geplante Arealentwicklung der EBL vorantreiben zu können, wurde Ende 2021 mit den ersten Bauarbeiten, dem Abriss einzelner Gebäude und dem Aushub für die Neubauten gestartet. Die Bauarbeiten schreiten soweit voran, dass in den nächsten Monaten mit dem Neubau der Gebäude gestartet wird. Die EBL freut sich auf die Einweihung der ersten Gebäude im Herbst 2023.
Im Sinne einer strategischen Fokussierung hat der Verwaltungsrat anfangs 2022 die Prüfung eines Verkaufs des Geschäftsbereichs Telecom beschlossen.