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Rolf Suter (links) und Gerhard Wenzinger. Foto: Louis Probst
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Die Zukunft stand im Mittelpunkt der Herbsttagung von Jagd Aargau

«Wir wollen sichtbar sein und zeigen, wie die Jagd im Aargau funktioniert», so Gerhard Wenzinger, der Präsident von Jagd Aargau, an der traditionellen Herbsttagung der Aargauer Jägerinnen und Jäger in Buchs. «Wenn wir nicht erklären, was Jagd ist und wie wir Jagd leben, macht das vielleicht jemand anders. Dem wollen wir zuvorkommen.»

Aus den Erkenntnissen eines Workshops bei dem als wichtige Themen der Freizeitdruck auf den Wald; das Defizit beim Vollzug gesetzlicher Bestimmungen für das Verhalten im Wald; der Gegenwind, dem sich die Jagd ausgesetzt fühlt und die Zunahme der Aufgaben der Jagd – Stichworte Waschbär oder Afrikanische Schweinepest – in den Vordergrund gerückt waren, hat Jagd Aargau eine Strategie für die Zukunft entwickelt.

Agieren statt reagieren
«Unsere Vision geht dahin, proaktiv zu gestalten und im Lebensraum Wald vorausschauend zu agieren, statt auf Druck zu reagieren», so Gerhard Wenzinger. «Wir wollen das Bild der Jagd in der Öffentlichkeit prägen und die Kräfte und das Fachwissen bündeln, mit dem Ziel einer starken, vereinten und zukunftsfähigen Aargauer Jagd. Dazu braucht es Strukturen.» Dem wird im neuen Organigramm von Jagd Aargau durch vier neue Ressorts – Wild und Lebensraum, Politik und Partnerverbände, Aus- und Weiterbildung sowie Hundedelegation – Rechnung getragen.
«Wir wollen die Jägerschar einen und auch auf die Gesellschaft zugehen», betonte Gerhard Wenzinger zur Strategie des Verbandes. «Jagd Aargau soll ein agiler Dienstleister sein. Wir können nicht stehen bleiben.» Dem starken Applaus der rund 300 Jägerinnen und Jäger im voll besetzten Buchser Gemeindesaal nach zu schliessen, scheint die Strategie des Vorstandes gute Aufnahme zu finden.

«Jagd lernt man nicht im Büro»
«Der Grundstein wird im Revier gelegt», erklärte Rolf Suter, der bei Jagd Aargau für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist. In seinem Referat mit Tipps für die Ausbildung von Jungjägerinnen und Jungjägern in den Revieren, wies er auf die Bedeutung des Einbezuges der Auszubildenden in die vielfältigen Arbeiten im Revier und bei der Zusammenarbeit mit den örtlichen Natur- und Vogelschutzvereinen sowie den Forstorganen hin. «Jagd lernt man nicht im Büro», so Rolf Suter. Er forderte die bestandenen Jäger denn auch auf, die Anwärterinnen und Anwärter auf das Jagdbrevet beispielsweise auf Bewegungsjagden, aber auch bei Einsätzen zur Bergung von Fallwild mitzunehmen, und er mahnte, das jagdliche Brauchtum nicht zu vergessen.

«Neuverpachtung der Reviere voll auf Kurs»
An der Herbsttagung, die von den Jagdhornbläsern SonatEs begleitet wurde, informierte Thomas Stucki, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons, über die Abschussplanung beim Rot- und beim Gamswild und den Stand der Neuverpachtung der Reviere. «Die Neuverpachtung ist voll auf Kurs», erklärte er. «Aktuell werden die Verträge ausgestellt. Bis Ende Monat erfolgen auch die Entscheide über die zehn Doppelbewertungen.» Wie Thomas Stucki ausführte, ist aktuell ein Massnahmenplan Neozoen in Arbeit. In Überarbeitung befinde sich der Massnahmenplan Biber, wobei man auf Vorgaben des Bundes warten müsse. Verstärkt werden soll schliesslich der Rangerdienst am Klingnauer Stausee.

Bild: Rolf Suter (links) und Gerhard Wenzinger. Foto: Louis Probst