(pd) Der Lohnschutz ist eine der zentralsten Säulen des bilateralen Wegs. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Villmergen lud Die Mitte Aargau am Montagabend zu ihrem zweiten Anlass der Reihe «Die Schweiz in der Mitte Europas» ein.
In Mägenwil informierten hochkarätige Referierende aus Bund, Kantonen und Wirtschaft über die wichtigsten Verhandlungspunkte zum Lohnschutz, der Sicherung des Lohnniveaus und stellten sich den Fragen der Anwesenden. «Die Mitte Aargau will zum Thema Bilaterale III sachlich und kompetent informieren. Denn nur wer informiert ist, kann sich eine eigene Meinung bilden», begrüsst Karin Koch Wick, Co-Präsidentin der Mitte Aargau, die zahlreichen Gäste. «Die hochkarätigen Referierenden wissen, wovon sie sprechen; sie sind von den Bilateralen III unmittelbar betroffen und waren bei den Verhandlungen dabei.»
Nach den Grussworten von Gemeindeammann Peter Wiederkehr und Gastgeber Yannick Berner (Co-CEO URMA AG) führte Regierungsrat und Präsident der KdK, Markus Dieth, in die Thematik ein.
Die Sicht der Kantone und des Bundes
Als Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) unterstrich Markus Dieth die Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen Bund und Kantonen und wies darauf hin, dass die Kantone von Anfang an eng mit einbezogen worden seien und fast einstimmig hinter den Verhandlungsresultaten stünden. Die Weiterentwicklung und Festigung des bilateralen Wegs werde unterstützt, da der Vollzug der flankierenden Massnahmen weiterhin effektiv und eigenständig durch die Kantone sichergestellt werden könne.
Staatssekretärin Helene Budliger Artieda, Direktorin des SECO, gewährte den Anwesenden ihrerseits einen tiefen Einblick in die Hintergründe und den aktuellen Stand des Verhandlungsprozesses mit der EU zum Thema Lohnschutz. Sie erläuterte die Mechanismen, die sicherstellen, dass die Schweizer Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht unter Druck geraten. Ihre Ausführungen zeigten klar auf, wie hartnäckig die Schweiz verhandelte und die Interessen der Sozialpartner umfassend abholte und einbrachte. So konnten für die Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermassen befriedigende Resultate erzielt werden.
Sicht der Wirtschaft: Fachkräfte und fairer Wettbewerb
Yannick Berner beleuchtete die Sicht der Aargauer Industrie und betonte die Wichtigkeit stabiler Beziehungen für den Export und den Zugang zu Fachkräften. Als Vizepräsident von Swissmem (Verband der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie) hat er sich intensiv mit den Verhandlungen zum Thema Lohnschutz im Zusammenhang mit den Bilateralen III befasst. Als Co-CEO eines erfolgreichen, überwiegend international tätigen Aargauer Traditionsunternehmens ist es ihm insbesondere auch wichtig, dass die Wirtschaft nicht mit zusätzlichen bürokratischen Auflagen belastet wird.
Andrea Knellwolf (F. Hoffmann-La Roche AG, Vizepräsidentin Regio Basiliensis) bekräftigte die immense Bedeutung der Bilateralen III für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Schweiz. Für die Pharma- und Life-Sciences-Branche sei die Integration in den europäischen Forschungsraum eine Überlebensfrage. Auch sie erachtet die Verhandlungsergebnisse als geglückt. Für innovative Unternehmen sei der Lohnschutz ein selbstverständlicher Teil des Erfolgsmodells Schweiz und trage wesentlich zur Sicherstellung eines fairen internationalen Wettbewerbs bei.
Einsatz für den Wirtschaftsstandort
In der anschliessenden, von Mathias Küng moderierten Podiumsdiskussion wurden die Positionen vertieft und kritische Fragen der Teilnehmenden beantwortet. «Wir machen uns stark für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und den Erhalt erstklassiger Arbeitsplätze im Aargau. Ein verlässlicher Lohnschutz und gute Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen sind der Schlüssel für unseren künftigen Wohlstand», resümierte Co-Präsidentin Edith Saner zum Abschluss.