(dm) Die Mitte Aargau begrüsst die vorgeschlagene Teilrevision des Lohndekrets Lehrpersonen (LDLP) und der Verordnung über die Anstellung und Löhne der Lehrpersonen (VALL) grundsätzlich. Die Revision setzt wichtige Akzente bei der Qualifikation, den Anstellungsbedingungen und der Entlastung der Schulen. Für die Mitte steht fest: Gute Schulen brauchen gut qualifizierte Lehrpersonen - und attraktive Rahmenbedingungen, damit diese aus Überzeugung im Aargau bleiben.
Ein zentrales Anliegen ist die Stärkung der Anreize für eine anerkannte Ausbildung. Der heute vergleichsweise geringe Lohnabzug für nicht entsprechend qualifizierte Lehrpersonen soll erhöht werden. Gleichzeitig braucht es Unterstützung und realistische Möglichkeiten, die fehlende Qualifikation nachzuholen. Bei einem Anteil von knapp 30 Prozent nicht oder nur teilweise qualifizierter Lehrpersonen, ist Handlungsbedarf offensichtlich.
Die Mitte warnt jedoch davor, Qualifikation und Flexibilität gegeneinander auszuspielen. Das Aargauer Bildungssystem ist zunehmend auf Fachpersonen mit unterschiedlichen Berufsbiografien angewiesen. Gerade Berufsleute aus unterschiedlichen Handlungsfeldern, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen oder Fachpersonen in spezialisierten Bereichen, können für die verschiedene Schulen einen grossen Mehrwert bringen. Deshalb braucht es praxistaugliche Lösungen und gezielte Assessments anstatt unnötiger Standardisierung.
Stellvertretungen: Flexibilität ja, Bildungsqualität bleibt zentral
Positiv beurteilt die Mitte die Möglichkeit, bei ganztägigen Absenzen bereits ab dem ersten Tag bezahlte Stellvertretungen einzusetzen. Diese mögliche Änderung würde eine massive Beruhigung ins System bringen. «Wir sind aber der Meinung, dass auch bei Stellvertretungen minimale Anstellungsvoraussetzungen gelten müssen. Flexibilität darf nicht auf Kosten der Unterrichtsqualität gehen. Gleichzeitig braucht es praxistaugliche Ausnahmen, damit Schulen auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben», ist Grossrat Jürg Bauer überzeugt.
Attraktive Löhne für attraktive Berufe
Die Mitte unterstützt die vorgeschlagenen Anpassungen bei den Löhnen, erwartet aber auch eine regelmässige Überprüfung und Weiterentwicklung der Grundlöhne, damit der Aargau im interkantonalen Wettbewerb konkurrenzfähig ist und bleibt. Abschlüssen in Weiterbildungen wie CAS, DAS oder MAS, die einen konkreten Mehrwert für die Schule bringen, sollen lohnrelevant werden. Auch besondere schulweite Funktionen und Zusatzqualifikationen sollen angemessen abgegolten werden.
Ein besonderes Augenmerk legt die Mitte auf den Kindergarten und die Primarstufe: Gleiche Ausbildung und die enge Zusammenarbeit im Zyklus 1 sprechen für eine angemessene Lohnanhebung der Kindergartenlehrpersonen. Die zunehmende Heterogenität und die
vielfältigen Anforderungen beim Schuleintritt verlangen hohe fachliche und pädagogische Kompetenzen. Diese Arbeit verdient eine entsprechende Wertschätzung beim Lohn.
Transparenz schafft Sicherheit
Die Mitte fordert zudem mehr Transparenz bei Lehrpersonen mit bestehenden Anstellungsbeschränkungen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine öffentliche «schwarze Liste», sondern um einen zuverlässigen Informationsfluss zwischen den zuständigen Anstellungsbehörden. Schulen müssen wissen, wenn relevante Anstellungsbeschränkungen bestehen. Transparenz ist keine Vorverurteilung – sie schützt die Schule und stärkt die Qualität und Sicherheit des Bildungswesens.
«Die Mitte Aargau unterstützt die Stossrichtung der Revision. Die vorgeschlagenen Änderungen sind ein wichtiger Schritt hin zu klareren Qualifikationsanforderungen, fairen Anstellungsbedingungen und mehr Flexibilität für die Schulen. Entscheidend ist für die Mitte, dass die Revision am Ende drei Ziele gleichzeitig erreicht: Qualität sichern, Lehrpersonen gewinnen und erhalten, sowie die Schulen praxistauglich entlasten.», so Grossrat Jürg Baur.