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Das Wasser und die Spezialkulturen der Landwirtschaft

(ofi) Am 8. März fand mit rund 100 Beteiligten der «Tag der Spezialkulturen zum Fokusthema Wasser» im Murimoos statt. Das landwirtschaftliche Zentrum Liebegg war mit Christian Wohler Organisator. Er konnte insgesamt 11 Referate ankündigen und damit eine Informationsfülle, welche während des ganzen Bildungstages nichts an Aufmerksamkeit einbüsste.

Das Thema war ein Renner und immerhin zwei Tage später milderte etwas Regen die bereits in vielen Regionen beklagte Trockenheit. Im Referentenkreis war erfreulicherweise die jüngere Generation stark vertreten und brachte quer durch viele Praxisbeispiele, vermischt mit viel Wissenschaft, all die Zusammenhänge um Wasser, Boden und Klima auf den Punkt. Dr. Norbert Kräuchi, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer AG berichtete über die kantonale Wasserstrategie als Grundlage für eine faire Verteilung des zusehends beschränkten Gutes «Wasser». «Die Strategie will das Bewusstsein in Bezug auf Konsum und Wert von Wasser fördern, eine Grundlage bilden für eine zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft. Man will damit die Generationenverantwortung wahrnehmen mit Anpassungsnahmen par excellence an den Klimawandel.»

Von Seiten des Bauernverbandes wurde eine «Bewässerungscharta» vorgestellt. Wenn bewässern, dann ist das Speichervermögen des Bodens zu beachten, der Bedarf der Pflanzen und der Witterungsverlauf der nächsten Tage. Unnötige Verluste durch Verdunstung sind zu vermeiden, sowie Verschlämmung und Erosion. Moderne Messmethoden für die Bodenfeuchte können helfen, aber auch Alternativen, welche vorausgehen, wie z.B. Beschattung von Beerenanlagen. Sowohl der Boden, welcher voller Leben und Speicher erster Güte zu betrachten ist, stand immer wieder im Zentrum des Informationstages und die Feuchtflächen als wichtiges Element eines funktionierenden Wasserhaushaltes.

Zugunsten einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung wurden in den letzten 200 Jahren grosse Teile der ehemaligen Feuchtflächen entwässert. Ein Grossteil von Drainagen erfolgte auch im Rahmen der sog. Anbauschlacht nach 1940. Eine eingereichte aargauische Volksinitiative will wieder mehr Feuchtflächen erreichen. An der Tagung wurde ausgeführt, dass diese Flächen Lebensraum für unzählige bedrohte Tier-und Pflanzenarten erbringen und einen unverzichtbaren Nutzen von hohem ökologischem und wirtschaftlichem Wert bedeuten. Bekannte Grossprojekte sind schweizweit das Grosse Moos oder die Linthebene. Der Aargau ist mit den vielen Fliessgewässern stark mitbetroffen. – Zu den Themen zukünftige Wasserversorgung und Bäche sowie die Aktion «Pro Wasser – vom Juraquell zum Kieselstein» findet eine öffentliche Regionalversammlung am 29. März ab 19 Uhr im Landgasthof Ochsen, Wölflinswil, statt, welche für alle Interessierten offensteht.

Foto: zVg