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BL: Markus Eigenmann – Fokus auf Bildung nach 100 Tagen im Amt

(pd) In der Kantonsbibliothek Baselland informierte Regierungsrat Markus Eigenmann erstmals über seine Schwerpunkte für die laufende Legislatur. Der Vorsteher der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) will das Sprachenkonzept für die Volksschule weiterentwickeln, das Kostenwachstum in der Sonderschulung eindämmen und sich für eine gerechte und stabile Finanzierung der Universität Basel einsetzen. 

Nach einer intensiven Einarbeitungsphase und einer breiten Auslegeordnung über alle Aufgabenbereiche der BKSD hinweg legt Markus Eigenmann den Fokus auf drei Themen aus dem Bildungsbereich. Diese weisen aufgrund von potenziell weitreichenden Auswirkungen auf die Kantonsfinanzen und ihrer Einbettung in einen nationalen Kontext den dringendsten Handlungsbedarf auf. 

Bildung ist ein wesentlicher Standortfaktor für den Kanton Basel-Landschaft. Die skizzierten Stossrichtungen zielen deshalb in jedem Themenbereich darauf ab, die Wirkung der eingesetzten Mittel zu maximieren sowie die Qualität des Baselbieter Bildungsangebots zu erhalten.  

Zielsetzung 1: Bessere Fremdsprachenkompetenzen nach Abschluss der Volksschule

Die BKSD verfügt mit der schweizweit ersten und einzigen Standortbestimmung zum Sprachenkonzept über eine gute Grundlage zu dessen Weiterentwicklung. Neben dem Startzeitpunkt sind weitere Faktoren ausschlaggebend für den erfolgreichen Spracherwerb: z.B. die Sprachkompetenz der Lehrpersonen, die Unterrichtsgestaltung oder der Anteil der Zielsprache im Unterricht. 

Entlang dieser Handlungsfelder werden in einem Projekt Varianten erarbeitet, um die Wirksamkeit des Fremdsprachenunterrichts zu erhöhen. Die Umsetzung einer Variante soll spätestens ab 2030 erfolgen. Ein Verbleib im HarmoS-Konkordat sowie eine enge Abstimmung mit dem Kanton BaselStadt werden angestrebt.   

Zielsetzung 2: Höhere Tragfähigkeit der Regelschulen

Von 2020 bis 2024 stieg die Anzahl Sonderschüler/innen um 39 Prozent. Die Gesamtkosten für die integrative und separative Sonderschulung wuchsen im selben Zeitraum von 59 auf über 88 Mio. Franken (49%). 67 Prozent dieser Mittel werden bei vergleichbaren Fallzahlen für die separative Sonderschulung aufgewendet. Von einer weiteren Zunahme der Anzahl Sonderschüler/innen ist auszugehen. 

Die vertiefte Analyse der Sonderschulung im Rahmen des Programms Generelle Aufgabenüberprüfung (PGA) hat verschiedene Lösungsansätze aufgezeigt, um das massive Kostenwachstum einzudämmen. Insbesondere eine Stärkung des Schulpsychologischen Dienstes (SPD) und der sonderpädagogischen Kompetenz an den Regelschulen könnte die Tragfähigkeit der Regelschulen erhöhen und damit den Bedarf an Sonderschulung reduzieren. Ausgewählte PGA-Massnahmen sollen in einem Programm mit den bereits laufenden Projekten im Bereich Verhalten und Sonderschulung verknüpft werden. Der Umsetzungshorizont geht bis 2029.  

Zielsetzung 3: Gerechte und stabile Finanzierung der Universität Basel 

Der jährliche Anteil des Kantons Basel-Landschaft am Globalbeitrag für die Universität Basel blieb von 2015 (161,6 Mio.) bis 2025 (166,3 Mio). recht konstant. Mit dem Globalbeitrag 2026-2029 kam es bedingt durch Teuerung und Immobilienwesen zu einem markanten Kostenwachstum (insgesamt 733,3 Mio.). Aufgrund von bereits bewilligten Bauprojekten werden die Immobilienkosten ab 2030 nochmals stark steigen. Hinzu kommen das Entlastungspaket 27 des Bundes sowie nicht kostendeckende Beiträge der Kantone für ihre Studierenden, welche ein hohes finanzielles Risiko für den Kanton Basel-Landschaft darstellen.

Der Regierungsrat anerkennt die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Universität Basel für den Kanton und will zugunsten ihrer Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit grundsätzlich an einer Baselbieter Trägerschaft festhalten. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit dem Kanton Basel-Stadt soll jedoch überprüft werden, ob die Höhe des Baselbieter Beitrags der erzielten Wirkung für den Kanton angemessen ist. Zudem werden Optionen zur gerechteren Kostenbeteiligung der übrigen Kantone sowie Kooperationen mit anderen Universitäten geprüft.