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BL: Jungparteien enttäuscht von Landratsentscheid – jetzt hat die Bevölkerung das letzte Wort zum 365-Franken-U-Abo

(pd) Der Landrat empfiehlt die «Initiative für ein bezahlbares U-Abo für Kinder und Jugendliche im Kanton Basel-Landschaft» zur Ablehnung. Die Allianz aus fünf Jungparteien zeigt sich enttäuscht: Der Entscheid verkenne die Bedeutung bezahlbarer Mobilität für junge Menschen, Familien und den Klimaschutz. Nun hat die Bevölkerung das letzte Wort.

Die Allianz aus fünf Baselbieter Jungparteien (JUSO, junges grünes bündnis, jglp, junge EVP und Die Junge Mitte) zeigt sich enttäuscht über den ablehnenden Entscheid des Parlaments. Die Initiative fordert, dass Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre im Baselbiet künftig ein Jahres-U-Abo für 365 Franken erhalten – analog zum bereits bestehenden Angebot im Kanton Basel-Stadt
Mit der Ablehnung verpasst der Landrat aus Sicht der Jungparteien-Allianz die Chance, nachhaltige Mobilität zu stärken sowie junge Menschen und Familien konkret zu entlasten. Während Jugendliche in Basel-Stadt seit zwei Jahren von einem vergünstigten U-Abo profitieren, zahlen junge Menschen im Baselbiet weiterhin deutlich mehr für das gleiche Angebot. «Es ist höchste Zeit, dass Jugendliche im Baselbiet Zugang zu einem günstigen U- Abo erhalten. Alle sollten gleichen Chancen auf bezahlbare und nachhaltige Mobilität haben, dies bedeutet eine Angleichung an Basel-Stadt», sagt Aylo Hangartner, Co- Vizepräsident*in der JUSO Baselland.
Die Mehrheit des Landrats argumentiert unter anderem, das U-Abo sei bereits heute günstig genug und eine weitere Vergünstigung hätte nur eine geringe Lenkungswirkung. Die Erfahrungen aus Basel-Stadt zeigen jedoch, dass tiefere Preise wirken: Seit der Einführung des 365-Franken-U-Abos ist die Zahl der verkauften Jugend-U-Abos dort markant um rund 40 Prozent gestiegen. «Wer behauptet, der Preis spiele keine Rolle, ignoriert die Realität vieler Jugendlicher und Familien. Gerade bei jungen Menschen oder Familien mit mehreren Kindern machen mehrere hundert Franken Unterschied pro Jahr sehr wohl etwas aus», erklärt Rahel Amacker, Co-Präsidentin der Jungen Mitte Baselland.
Für die Jungparteien ist klar: Für mehr nachhaltige Mobilität braucht es sowohl bezahlbare Angebote als auch attraktive Verbindungen und Fahrpläne. Eine Mehrheit des Landrats sieht hingegen mit einer Unterstützung für das günstigere Abo weniger Spielraum für Angebotsausbau und Angebotsverbesserungen. «Wir kritisieren die heute im Landrat vertretene Entweder-oder-Logik, Preis und Angebot gegeneinander auszuspielen. Wir brauchen beides: gute Verbindungen und bezahlbare Tickets», betont Eileen Fischer, Vorstandsmitglied der JGLP beider Basel.
Die geschätzten Mehrkosten von rund 2,8 bis 3 Millionen Franken pro Jahr entsprechen weniger als 0,1 Prozent des kantonalen Budgets. Gleichzeitig bietet die Initiative das Potenzial, langfristig externe Kosten durch Staus, Lärm und Emissionen zu reduzieren und Familien direkt zu entlasten. «Wenn Investitionen in diesem überschaubaren Rahmen für bezahlbare Mobilität für junge Menschen und für den Klimaschutz als zu teuer gelten, dürfen die Prioritäten des Kantons kritisch hinterfragt werden. Die Initiative ist eine Investition in die Zukunft des Baselbiets», sagt Gian Hübscher, Vorstandsmitglied junges grünes bündnis. Menschen, die bereits in jungen Jahren vermehrt den öV nutzen, behalten dieses Mobilitätsverhalten häufig auch im Erwachsenenalter bei. «Bezahlbare Mobilität bedeutet auch mehr Freiheit und Selbstständigkeit für junge Menschen. Kinder und Jugendliche sollen unabhängig, sicher und klimafreundlich unterwegs sein können – zur Arbeit, Ausbildung und zu ihren Freizeitaktivitäten. Ein gut zugänglicher öV stärkt die Selbstständigkeit junger Menschen und bietet das Potenzial, Elterntaxis zu reduzieren», sagt Lukas Blaser, Präsident JEVP beider Basel.
Mit der Ablehnungsempfehlung des Landrats kommt die Initiative nun vors Volk. Die Allianz der fünf Jungparteien kündigt an, sich mit voller Kraft im bevorstehenden Abstimmungskampf einzusetzen. Die Abstimmung bietet die Chance, dass die Bevölkerung über ein zentrales Anliegen der jungen Generation entscheidet. Die Jungparteien sind überzeugt: Bezahlbare, umweltfreundliche Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Zukunft im Baselbiet.