(pd) Direkt, sicher und komfortabel mit dem Velo zwischen Aesch und Basel unterwegs: Das ist das Ziel der beiden geplanten Velovorzugsrouten in der Birsstadt. Der Kanton Basel-Landschaft stärkt damit den Veloverkehr und investiert in eine nachhaltige Mobilität. Die Regierung hat das Geschäft dem Landrat überwiesen, der über die Finanzierung entscheidet.
Mit hoher Priorität will der Kanton Basel-Landschaft zwei Velovorzugsrouten (VVR) in der Birsstadt vorantreiben – östlich und westlich der Birs zwischen Aesch und Basel. Beide Routen erschliessen wichtige Bahnhöfe sowie Wohn- und Arbeitsgebiete. Damit soll eine attraktive und leistungsfähige Alternative zum motorisierten Individualverkehr und zum öffentlichen Verkehr entstehen. Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Landrat eine einmalige Ausgabenbewilligung von insgesamt 12,2 Millionen Franken:
− 5,95 Millionen Franken für die Ausarbeitung der Vorprojekte VVR Birsstadt Ost und West
− 4,45 Millionen Franken für die Projektierung erster Bauprojekte und Realisierung des Netzlückenschlusses Untertalweg
− 1,8 Millionen Franken für eine befristete Projektleitungsstelle im Tiefbauamt über zehn Jahre
Ziel der Vorlage ist es, die Erreichbarkeit in der Birsstadt zu verbessern, die Lebensqualität zu steigern und die wirtschaftliche Attraktivität zu erhöhen.
Zwei Verbindungen von Aesch nach Basel
Velovorzugsrouten zeichnen sich durch eine durchgehende, hochwertige und sichere Infrastruktur aus: Sie sind breiter als herkömmliche Velowege, trennen Fuss- und Veloverkehr konsequent und erlauben es, andere Velofahrende zu überholen. Damit ermöglichen sie auch bei viel Veloverkehr ein unterbruchsfreies und komfortables Fahren. Eine 2020/21 erarbeitete Variantenstudie hat das Bedürfnis für zwei Velovorzugsrouten in der Birsstadt klar aufgezeigt. In vertieften Machbarkeitsstudien wurden anschliessend die Linienführungen konkretisiert und optimale Varianten festgelegt.
Die «VVR Birsstadt Ost» verläuft durch die Gemeinden Aesch, Dornach, Arlesheim und Münchenstein und führt beim Dreispitzareal ins baselstädtische Velonetz. Die Route folgt grösstenteils den Bahngleisen auf einem bestehenden Veloweg. Die «VVR Birsstadt West» überquert die Birs über eine neue Velobrücke und verläuft anschliessend mehrheitlich als Veloweg oder Velostrasse westlich der Birs durch Aesch, Reinach und Münchenstein nach Basel.
Für beide Routen ist die konkrete Ausgestaltung grösstenteils entweder als Velostrasse oder als Veloweg bereits festgelegt. In bestimmten Fokusgebieten sind weitere Abklärungen nötig, so zum Beispiel im Fiechtenagger in Aesch, bei der Kreuzung Sundgauerstrasse in Reinach oder beim Kreisel bei der Motorfahrzeug-Prüfstation in Münchenstein. Beim Untertalweg in Arlesheim gibt es zudem eine Netzlücke. Um diese zu schliessen und den Konflikt im Wohngebiet Schappen zu entschärfen, ist die Planung bereits fortgeschritten. Mit der heute überwiesenen Landratsvorlage werden Realisierungsgelder zur Umsetzung des Bauprojekts beantragt.
Prioritäre Umsetzung einzelner Etappen
Einzelne Abschnitte in Aesch, Reinach und Münchenstein werden über die 4. Generation des Agglomerationsprogramms des Bundes mitfinanziert. Um diese Fördermittel zu sichern, müssen erste Bauprojekte bis Ende 2028 in Realisierung gehen. Daher sollen die Vor- und Bauprojekte zügig erarbeitet werden.
Etappierter Ausbau für ein zukunftsfähiges Radroutennetz
Der Kanton Basel-Landschaft plant derzeit die Weiterentwicklung des kantonalen Radroutennetzes 2030. Diese Arbeiten bilden die Grundlage für die künftige Veloförderung im Alltagsverkehr. Der Landrat wird voraussichtlich im Jahr 2028 im Rahmen der Richtplanrevision darüber entscheiden. Das Radroutennetz soll von bisher ca. 300 auf rund 450 Kilometer ausgebaut werden und neu drei Kategorien umfassen:
• Basisrouten (ca. 60 Prozent; Erschliessung ländlicher Regionen)
• Velohauptrouten (ca. 30 Prozent; Agglomerationen und Talachsen)
• Velovorzugsrouten (ca. 10 Prozent; Verbindungen mit hoher Nachfrage)
Die Umsetzung der Velovorzugsrouten erfolgt etappiert, was eine schrittweise Verbesserung des Radroutennetzes ermöglicht. In der ersten Etappe treibt der Kanton neben den beiden Velovorzugsrouten in der Birsstadt auch Planungen für eine Verbindung vom Bachgraben in Allschwil zum Bahnhof Basel SBB voran. Aktuell wird das Vorprojekt für den Abschnitt im Kanton Basel-Landschaft fertiggestellt. In einer zweiten Etappe werden Velovorzugsrouten im Leimental, Rheintal und Ergolztal geplant. Der Ausbau wird prioritär dort umgesetzt, wo die Nachfrage und der Handlungsbedarf am grössten ist. Weitere Informationen zur Weiterentwicklung des Radroutennetzes 2030 finden Interessierte hier.