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BL/BS: Offener Brief von Jungparteien bezüglich des Abbaus an der PH FHNW

In einem offenen Brief wenden sich die Jungparteien JGLP beider Basel, Junges Grünes Bündnis Nordwest, JUSO Baselland, Junge EVP beider Basel, Junge Mitte Baselland und von den Jungfreisinnigen Baselland an die Bildungsdepartemente der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Sie drücken in ihrem Schreiben ihre Sorge um Abbau an der PH FHNW aus.

Der offene Brief im Wortlaut:
«Bereits in den vergangenen Jahren ist die Ausbildung der zukünftigen Lehrerpersonen an der PH FHNW unter Druck geraten. In den meisten Fächern, jedoch Besonders im Fach Musik, ist einen, in mehreren Schritten erfolgter, Abbau der Qualität des Unterrichtes zu verzeichnen. Nun soll mit Beginn des Herbstsemesters 2025 der Musikunterricht erneut um 40% reduziert werden. Diese Entwicklung betrachten wir mit grosser Sorge.
Wir befürchten, dass die Ausbildungsqualität der Kinder der kantonalen Primarschulen durch diesen weiteren Schritt in Mitleidenschaft gezogen wird. Oftmals fehlt den Studentinnen und Studenten der PH FHNW die grundlegenden Kenntnisse des Musizierens. Der bereits jetzt kurze Einzelinstrumentalunterricht soll die Studenten auf das Musizieren mit den Kindern vorbereiten. Die Musik ist im Grundschulalter eines der wichtigsten Fächer.
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist sie unabdingbar für die Entwicklung der Kreativität, der Sozialisation und des Gehirns der Kinder. Kurz: Sie bildet zu einem grossen Teil die kreativen Köpfe von Morgen. Wenn nun die Studenten und Studentinnen ganzer Jahrgänge die Fähigkeit zu Singen und ein Instrument zu beherrschen, ungenügend erlernen können, sehen wir diese wichtige Aufgabe der Musik und die Erreichung der Kompetenzen aus dem «Lehrplan 21» in Gefahr!
Ein Verbund von Studentinnen und Studenten und der Dozentenschaft der PH FHNW sowie des VPODs haben gegen diesen bevorstehenden Abbau im Musikunterricht und gegen die damit verbundenen Gefahren eine Petition mit knapp 2500 Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützer des Anliegens, bei der Leitung der FHNW eingereicht. Mit dieser Petition sollte die Hochschulleitung auf die bevorstehenden Gefahren und die Bitten der Studierenden und Dozierenden aufmerksam gemacht werden, damit man in einen Dialog treten kann.
Jedoch entstand der Eindruck, dass die Hochschulleitung einen fairen und problemlösungsorientierten Prozess für Studierende und Dozierende verfehlt hat. Bei einer solch weitreichenden Entscheidung, wäre ein Mindestmass an Kommunikation mit den betroffenen Gruppen äusserst angebracht gewesen. Von einer solchen Kommunikation war nichts wahrzunehmen. Im Gegenteil: Den beteiligten Studierenden unter uns entstand der Eindruck gegen eine Mauer zu reden. Ausserdem wurde der Entscheid bisher nicht offen begründet und auch nicht auf die Argumente und Bitten der Studierenden und Dozierenden eingegangen.
Wir fordern Sie somit auf und erhoffen uns von Ihnen, dass Sie einen Blick auf diesen Prozess werfen und die Trageweite des Abbauentscheids überdenken und allenfalls rückgängig machen.»