(pd) Wie kann sich die Oberrheinregion gemeinsam besser auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten und gegenüber Cyberrisiken wappnen? In seiner 2. Plenarversammlung 2023 hat der Oberrheinrat mit Resolutionen zu den Themen Wasserressourcen, Wald, Radverkehrsinfrastruktur, grenzüberschreitende Medienberichterstattung und Cybersicherheit seine Positionen bekräftigt.
Die Plenarversammlung des Oberrheinrats trat am 1. Dezember unter dem Vorsitz von Brigitte Torloting, Vize-Präsidentin der Region Grand Est, in Strassburg zusammen. Das trinationale Parlament der Oberrheinregion besteht aus 71 politischen Vertreterinnen und Vertreter der Parlamente und Gebietskörperschaften des Elsass, aus Baden, der Nordwestschweiz und der Südpfalz.
Schutz des Naturerbes am Oberrhein in Zeiten des Klimawandels
Der Klimawandel wirkt sich unabhängig von nationalen Grenzen auf den Oberrhein aus. Daher müssen die grenzübergreifenden Kräfte gebündelt werden, um sich gemeinsam an die sich daraus ergebenden Herausforderungen anzupassen, etwa mit Blick auf den besorgniserregenden Zustand unserer Wälder und eine nachhaltigere Wasserwirtschaft. Auf Initiative von Brigitte Torloting hat der Oberrheinrat zwei Resolutionen zu diesen für die Bevölkerung zentralen Themen gefasst, mit denen der Austausch von Erfahrungen innerhalb der Region gestärkt und eine trinationale Dynamik erreicht werden soll.
«Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels auf den Oberrhein müssen wir die grenzüberschreitenden Kräfte bündeln, um gemeinsam die Zukunft der Region zu gestalten» , sagt Brigitte Torloting, Präsidentin des Oberrheinrats 2023.
Forderung einer rheinübergreifenden Radverkehrsstrategie
Seit seiner Gründung im Jahr 1998 setzt sich der Oberrheinrat für bessere Mobilitätsangebote in der Oberrheinregion ein, mit Fokus auf die Entwicklung des Schienenverkehrs und der sanften Mobilität. Im Rahmen der Plenarversammlung vom 1. Dezember bekräftigten die Mitglieder ihr Ziel einer rheinübergreifende Vision der Radverkehrsinfrastruktur für die gesamte trinationale Region.
Verbesserung der Cybersicherheit
Der Oberrhein ist ein gemeinsamer Lebensraum, der sich durch die enge Verflechtung von Bevölkerung und Wirtschaft auszeichnet. Angesichts des Fachkräftemangels im Cybersicherheitsbereich und der Beschleunigung und Professionalisierung von Cyberangriffen spricht sich der Oberrheinrat für mehr entsprechende Sensibilisierung im Schulunterricht aus und fordert stärkere Massnahmen zur Unterstützung von betroffenen Privatpersonen, kleinen Unternehmen sowie kleinen und mittleren öffentlichen Akteure. Zur optimalen Bewältigung grenzübergreifender Vorfälle ruft er zudem dazu auf, Austauschmöglichkeiten zwischen den Cybersicherheitsakteuren in der Grenzregion zu schaffen.
Gemeinsam handeln für eine effektive Zusammenarbeit
Neben der Vorstellung der Arbeiten des Oberrheinrats bot die Plenarversammlung auch die Gelegenheit, die engen Beziehungen des Gremiums zur Oberrheinkonferenz und zum Interregionalen Parlamentarierrat der Grossregion zu unterstreichen. Die Mitglieder des Oberrheinrats konnten sich in diesem Sinne nach Berichten über die Aktivitäten ihrer Gremien mit den jeweiligen Vorsitzenden, Frau Präfektin Josiane Chevalier und Herrn Präsident Hendrik Hering, über die gemeinsamen Herausforderungen für ein noch stärkeres Miteinander am Oberrhein austauschen.
Béa Bieber übernimmt Präsidentschaft des Oberrheinrats 2024
Im kommenden Jahr wird Béa Bieber, Grossrätin des Kantons Aargau, als Vertreterin der Nordwestschweizer Delegation den Vorsitz des Oberrheinrats übernehmen. Damit übernimmt der Aargau erstmals Führungsverantwortung im Oberrheinrat seit der Gründung des Rates. Als Leitmotiv für das Präsidialjahr von Béa Bieber steht die nachhaltige Entwicklung der Oberrheinregion im Vordergrund.