(brb) Unter dem Titel «Bauen ermöglichen statt verhindern» lud der Verband Bauunternehmer Region Basel (BRB) gestern Dienstag zum Politikertreff 2026 ein. Am traditionellen Anlass in der Safran Zunft Basel wurden die wachsenden Hürden für Bau- und Immobilienprojekte in der Region thematisiert. Im Fokus standen lange Planungs- und Bewilligungsverfahren, zunehmende Einsprachepraxis, Zielkonflikte zwischen Wohnschutz und Klimapolitik sowie Verkehrsprobleme und Engpässe bei der Entsorgung von Aushubmaterial.
Auf dem Podium diskutierten unter der Leitung der Moderatorin Katja Haas der BRB-Präsident Daniel Allemann, Margot Meier, Präsidentin SIA Basel und Fabian Halmer, Präsident SVIT beider Basel.
Die Podiumsteilnehmer machten deutlich, dass nachhaltiges Bauen und energetische Sanierungen zwar politisch gefordert sind, in der Praxis jedoch zunehmend durch komplexe Verfahren und fehlende Planungssicherheit gebremst werden. Projekte verzögern sich oder werden wirtschaftlich nicht mehr tragfähig, was Investitionen hemmt und den Erhalt sowie die Erneuerung des Gebäudebestands erschwert. Kritisch beleuchtet wurde auch die Rolle von Einsprachen. Das Podium sprach sich für klar begrenzte Verfahren und mehr Verlässlichkeit aus, damit rechtlich zulässige und fachlich fundierte Projekte nicht über Jahre blockiert werden. Missbräuchliche Verzögerungen dürften nicht folgenlos bleiben, wenn Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft erhalten werden sollen.
Ebenso wurde auf die Auswirkungen des zunehmenden Verkehrs hingewiesen: Staus und stockende Logistik führen zu Produktivitätsverlusten, steigenden Kosten und einem Rückgang des Wettbewerbs in schwer erreichbaren Lagen. Dies mit spürbaren Folgen für Preise und die Verfügbarkeit von Bauleistungen in der Region. «Wenn unsere Arbeiter im Stau stehen, wird nicht gebaut. Diese Zeit fehlt dort, wo Wertschöpfung entsteht», meinte BRB-Präsident Daniel Allemann. Deshalb brauche es eine Verkehrsinfrastruktur, die die Entwicklung in der Region Basel vorwärtsbringe.
Ein weiteres Thema war der Umgang mit PFAS-belastetem Aushubmaterial. Daniel Allemann berichtete, dass Basel-Stadt über keine eigenen Deponien verfüge und die Kapazitäten im Baselland stark ausgelastet seien. «Da Böden heute rascher als belastet eingestuft werden, fällt eine einfache Entsorgung weg.» Spezialbehandlungen und lange Transporte – teils über Kantons- und Landesgrenzen hinweg – werden notwendig. Die Folge sind steigende Entsorgungskosten und ein ökologischer Widerspruch zu den Zielen des nachhaltigen Bauens. «Fehlende Entsorgungssicherheit hat damit aus einem strukturellen Engpass ein akutes Umsetzungsproblem gemacht, das Projekte verzögert oder verunmöglicht», so Allemann.
Die zentrale Botschaft des Abends lautete: Bauen ist kein Selbstzweck. Es schafft Wohnraum, ermöglicht Infrastruktur und ist ein wesentlicher Hebel für den Klimaschutz. Damit diese Funktionen erfüllt werden können, braucht die Branche verlässliche Regeln, schnellere Verfahren und eine Planungskultur, die Umsetzung ermöglicht statt verhindert.
Der Politikertreff 2026 brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Planung, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie weiteren regionalen Institutionen zusammen. Ziel des Anlasses war es, die verschiedenen Akteure zum Austausch zusammenzubringen und Zielkonflikte offen zu benennen.