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Foto: Georgios Kefalas © Museum.BL

Auf der Suche nach dem Paradiesvogel – Neue Sonderausstellung im Museum.BL

(pd) In der neuen Sonderausstellung im Museum.BL treffen die besuchenden auf verschiedenste Vögel – farbenprächtige, schräge und unbekannte – und auf deren Lebensräume.

Die Ausstellung
«Auf der Suche nach dem Paradiesvogel» zeigt, wie Sammelnde im 19. Jahrhundert weltweit die Tiere jagten, präparierten und nach Europa transportierten. Zudem lädt die Ausstellung ein, unsere einheimischen Vögel zu entdecken und einen persönlichen Zugang zur Natur zu schaffen.

Vögel. Eine Reise durchs Labyrinth der Natur
Entlang von Meeresküsten, durch Grasland und Regenwald reisen die Besucherinnen und Besucher in der neuen Sonderausstellung im Museum.BL um den Globus. Rund 80 Vogelpräparate zeigt die Ausstellung «Auf der Suche nach dem Paradiesvogel». Sie sind Teil der Sammlungen von Archäologie und Museum Baselland, die neben einheimischen Vogelarten gut 1000 Vögel aus unterschiedlichen Regionen der Welt beherbergen.
Über die Geschichte dieser Sammlung, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wissen wir nur wenig. Einzig kleine Etiketten geben ein paar Informationen zu Vogelart und Herkunftsland preis.

Foto: Georgios Kefalas © Museum.BLForschende. Vom Suchen und Finden
Die Suche nach dem Paradiesvogel führt auf eine Reise durchs Labyrinth der Natur. Man begleitet europäische Forscherinnen und Forscher auf ihren Reisen im Auftrag von begüterten Naturinteressierten, Forschergruppen oder Museen der westlichen Welt. Für ihre Arbeit vor Ort waren sie auf das Wissen und die Unterstützung der lokalen Bevölkerung angewiesen, die unter kolonialer Herrschaft lebte. Die Forschenden profitierten von diesen Machtverhältnissen, jagten Vögel zu Tausenden, konservierten sie und importierten sie nach Europa, wo die Präparate gehandelt und vererbt wurden. Gleichzeitig trugen die Vogelpräparate, Beobachtungen und Skizzen massgeblich zu einem Wachstum des Wissens über die Natur bei.

Foto: Georgios Kefalas © Museum.BLParadiesvogel. Ein Mythos?
Der Paradiesvogel blieb der westlichen Welt lange unbekannt. Mit den grossen Entdeckungsreisen kamen erste Bälge von Paradiesvögeln nach Europa. Vermutlich, um die wertvollen Federn zu schonen, hatten die einheimischen Jäger den Vögeln die Beine abgeschnitten. Die prächtigsten Vogelfedern an beinlosen Tieren verführten die Europäer zu wilden Theorien – von einem Leben der Vögel ausschliesslich in der Luft. Und überhaupt: Kamen diese Vögel nicht direkt aus dem himmlischen Paradies oder immerhin aus dem Paradies auf Erden?
43 Arten von Paradiesvögeln verteilt auf 16 Gattungen zählt man heute. Da viele in schwer zugänglichen Gebieten in den Gebirgszügen
Neugineas leben, sind diese Vögel nur wenig erforscht und möglicherweise gibt es weitere unentdeckte Arten.

Foto: Georgios Kefalas © Museum.BLOrnithopter. Eine Baselbieter Erfindung
Auf seiner Weltreise machen der Museumsbesuchende an verschiedenen Stationen Halt – beim Vogelhandel, bei der Taxidermie und Federmode oder beim Traum vom Fliegen: Jakob Degen, 1760 in Liedertswil geboren, studierte mit intensiven Beobachtungen den Flug der Vögel und entwickelte einen Flugapparat mit zwei riesigen Flügeln und einer Gesamtfläche von 12
m2, bestehend aus Schilfrohr, Bambus, Holz, Seidenfäden, Leder und Eisen. 1808 präsentierte er seinen «Ornithopter» der Öffentlichkeit. Der Baselbieter gilt bis heute als der erste moderne Flugtechniker.

Foto: Georgios Kefalas © Museum.BLBirding. Unterwegs auf Vogelschau
Die Ausstellung «Auf der Suche nach dem Paradiesvogel» lädt ein, auch unsere einheimischen Vögel zu entdecken – sie zu beobachten, ihnen zuzuhören und sie zu zeichnen. Die Besucherinnen und Besucher nehmen Federn, Schnäbel oder Vogelnester unter die Lupe und halten ihre Erkenntnisse in ihrem persönlichen «Beobachtungsheft» fest. Oder sie lassen ihrer Fantasie beim Zeichnen eines Paradiesvogels freien Lauf.
Vogelexperten zeigen auf, was die Welt der Vögel ausmacht. Und wer selbst Vogelkundlerin oder Vogelkundler werden will, begibt sich im Museum.BL auf den «Birder»-Weg und versucht, mit dem Fernglas die Rätsel zu lösen.
Die Vernissage zur Sonerausstellung finden am Freitag, 24. März, 18 Uhr, statt.

Fotos: Georgios Kefalas © Museum.BL