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ArbeitAargau reicht Initiative für Lohngleichheit und eine Fachstelle für Gleichstellung ein

(pd) Gemeinsam mit einer breiten Allianz aus Parteien und Frauenorganisationen hat ArbeitAargau heute 3270 von den Gemeinden beglaubigte Unterschriften für seine Initiative "Lohngleichheit im Kanton Aargau - jetzt!" bei der Aaragauer Staatskanzlei eingereicht. Die Initiative will, dass es bei der Lohngleichheit ernsthafte Anstrengungen und rasche Verbesserungen gibt und dass der Kanton Aargau wieder ein Fachstelle für Gleichstellung erhält.

«Die Revision des Gleichstellungsgesetzes mit der Verpflichtung zur Lohnanalyse, die am 1. Juli 2020 in Kraft getreten ist, bringt eine der zentralen Forderungen der Gleichstellung nicht weiter: Gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Mit der laschen Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes wird dieses Anliegen verschleppt. Die sozialpolitischen Folgen für die Bevölkerung sind gewichtig», schreibt AarbeiAargau in einer Medienmitteilung. Lohnungleichheit führe gemeinsam mit weiteren Faktoren zu mehr Altersarmut, tiefen Renten, schlechterer Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit zu mehr Fachkräftemangel. Und nicht zuletzt führe Lohnungleichheit zu höheren Kosten für die Allgemeinheit bei den Sozialausgaben, um die finanziellen Lücken, die Lohnungleichheiten in einem Erwerbsleben hinterlassen, zu schliessen.

Lohnanalysen müssten heute erst ab 100 Mitarbeitenden durchgeführt werden, eine einmalige Durchführung bei Einhaltung reiche und Konsequenzen für Verstösse gebe es keine, wird bemängelt. Das Gesetz werde im Juli 2032 sogar ausser Kraft gesetzt («Sunset-Klausel»). «Bis anschliessend analysiert sein wird, dass sich nichts geändert hat, soll also ein weiteres Jahrzehnt ins Land gehen, in dem Frauen Monat für Monat 18% oder 1500 Franken ("erklärter" Lohnunterschied) respektive 8% oder 724 Franken ("unerklärter" Lohnunterschied) weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen (Quelle: BFS)», so ArbeitAargau.

In unserem Kanton gebe es zudem seit 2018 "aus Spargründen" (der Kanton rechnet in Tat und Wahrheit seit Jahren mit Millionenüberschüssen ab) keine Fachstelle für Gleichstellung mehr, die für die Bevölkerung, die Unternehmen, die Institutionen und die Vereine eine professionelle Gelichstellungsarbeit leisten müsste – wie es die UNO von den Kantonen fordere.

Die Initiative will, dass Unternehmen ab 50 Mitarbeiter:innen Lohnanalysen durchführen müssen. Unternehmen, die die Lohnanalysen nicht erfüllen, sollen auf geeignete Weise sanktioniert werden können. Eine Fachstelle für Gleichstellung braucht es, um die Anliegen der Gesellschaft im Kanton Aargau mit Blick auf Gleichstellungsfragen angemessen abzubilden und die Umsetzung des Gleichstellungsgesetztes sicherzustellen.

«Sowohl der Regierungsrat wie auch der Grosse Rat sahen angesichts bisheriger politischer Vorstösse zum Thema Lohngleichheit oder zum Erhalt der Fachstelle für Gleichstellung keinen Handlungsbedarf – das Thema Gleichstellung tritt im Kanton Aargau an Ort, die in der Bundesverfassung garantierten Anliegen der Frauen werden auf die lange Bank geschoben, weshalb es diese Initiative braucht.
Die Unterschriftensammlung wurde am 14. Juni 2023 gestartet. Das Sammeln auf der Strasse und die Gespräche mit der Bevölkerung zeigten, dass die Anliegen der Initiative auf breite Zustimmung stösst»,schreibt AarbeitAargau. 

Die Initiative wird unterstützt von den 18 MItgliedsverbänden von ArbeitAargau sowie der Gewerkschaft syna, der SP, den Grünen, den Mitte Frauen, dem Feministischen Streikkollektiv Aargau, dem Aargauischen Katholischen Frauenbund, frauenaargau, den Aargauischen Gemeinnützigen Frauenvereinen sowie der Frauenzentrale Aargau.