(sp) Die kantonalen Schulen für Gesundheit und Soziales (BFGS) stossen wegen steigender Lernendenzahlen an ihre Kapazitätsgrenzen. Die SP Aargau begrüsst, dass der Regierungsrat nach Jahren der Provisorien eine langfristige Lösung vorlegt und kritisiert gleichzeitig die Standortwahl.
Der Bedarf an zusätzlichem Schulraum an den kantonalen Schulen für Gesundheit und Soziales (BFGS) ist seit Jahren absehbar. Die Entwicklung wurde von der Regierung lange ignoriert. Die bestehenden Schulgebäude sind allesamt sanierungsbedürftig und sowohl quantitativ als auch qualitativ ungenügend. Alain Burger, Grossrat SP: «Der Bedarf an Schulraum für die BFGS ist seit Jahren bekannt. Statt nachhaltige Lösungen zu schaffen, hat die bürgerliche Regierung auf Pflästerlipolitik gesetzt und Provisorium um Provisorium gebaut. Nun geht es endlich vorwärts – doch die vorgeschlagene Planung mit übergrossen Schulen überzeugt die SP nicht.»
Drei Standorte statt übergrosser Schulen
Die SP Aargau hält zwei BFGS-Standorte für nicht zukunftsweisend. In den nächsten 15 Jahren rechnet der Kanton mit über 4500 Auszubildenden aus dem ganzen Aargau. Diese auf nur zwei Standorte zu verteilen, führt zu übergrossen Schuleinheiten und langen Schulwegen, insbesondere für Lernende aus dem Fricktal. Carole Binder, Grossrätin SP: «Bereits 2024 forderte die SP, regionale Interessen stärker zu berücksichtigen und Aussenstandorte weiterhin zu ermöglichen. Rheinfelden wäre dafür geeignet gewesen, schied aufgrund der Gewichtung der Bewertungskriterien jedoch früh aus.» Die SP fordert darum einen dritten Standort in
Rheinfelden.
Keine neue Schule auf der grünen Wiese
Kritisch beurteilt die SP auch den geplanten Standort in Baden (Turgi). Statt bestehende oder geplante kantonale Infrastrukturen zu nutzen und dadurch Synergien zu schaffen, plant der Kanton auf der grünen Wiese. Mögliche Synergien mit anderen Schulen, etwa bei Aufenthaltsräumen und Sportanlagen, bleiben damit ungenutzt. Luzia Capanni, Grossrätin SP, fordert deshalb eine erneute und ergebnisoffene Prüfung des Standorts Windisch-Brugg. «Dort könnten wertvolle Synergien mit der FHNW und gegebenenfalls auch mit einer zukünftigen Mittelschule genutzt werden. Es ist weder volkswirtschaftlich noch raumplanerisch vertretbar, eine Schule auf der grünen Wiese zu planen und zu bauen.»
Der Gesundheits- und Sozialbereich gehört zu den wichtigsten Zukunftsbranchen des Kantons. Wer dem Fachkräftemangel wirksam begegnen will, muss heute in attraktive Ausbildungsbedingungen investieren. Dazu gehört eine sinnvoll dimensionierte, nachhaltige Schulinfrastruktur mit drei regional gut erreichbaren Standorten.