(benevol) Viele Menschen investieren unentgeltlich Zeit, ohne eigennützige Motive zu verfolgen. Dieses freiwillige, soziale Engagement ist nicht selbstverständlich. Die Aargauer Landeskirchen und benevol Aargau, die Fachstelle für Freiwilligenarbeit, honorieren dies alle zwei Jahre mit dem Sozialpreis. Privatpersonen, gemeinnützige Institutionen und Organisationen können sich bis zum 14. Juni 2026 mit ihren sozialen Projekten bewerben.
Der im Jahr 2004 erstmals vergebene Sozialpreis honoriert Freiwilligenarbeit im Kanton Aargau. Wurden bei den Sozialpreis-Ausschreibungen 2020 und 2022 je 26 Projekte eingereicht, erreichten wir bei der letzten Durchführung im Jahr 2024 die rekordhohe Zahl von 47 Projekten. Diese zeigen: Freiwilliges soziales Engagement ist im Aargau weitverbreitet und vielfältig. Auf dem Podest standen 2024 die Teams der IG Alter Konsum in Suhr, der Suhrer Spielerei und des Pastoralraums Zurzach-Studenland für den Treff für Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten, die alle drei mit dem Sozialpreis von benevol Aargau und den Aargauer Landeskirchen ausgezeichnet wurden. Die Anerkennungspreise der Jury gingen an das Projekt «KulturZuZweit» von Caritas und an die Aktion «Wünsch dir was» des Sennhofvereins Vordemwald.
Ständerätin Marianne Binder-Keller würdigte in ihrem Grusswort an der Preisverleihung 2024 die vielen Menschen, die unentgeltlich Zeit zum Wohle der Gesellschaft investieren. Sie zeigte sich überwältigt von der Anzahl und Vielfalt der Projekte. «So viel Engagement zum Wohle aller zeigt, was das Zusammenleben ausmacht. Die Sicherheit, füreinander da zu sein und Solidarität zu zeigen, ist gerade in diesen Zeiten nötiger denn je. Dieses freiwillige, soziale Engagement ist nicht selbstverständlich.»
Beim Gewinnerprojekt «Alter Konsum in Suhr» hatte sich eine Gruppe von Suhrerinnen und Suhrern zusammengeschlossen, um in einem gemieteten Ladenlokal nachhaltig produzierte regionale Produkte anzubieten und ein Bistro zu betreiben, das als Treffpunkt für Familien und zur Integration Fremdsprachiger dient. Durch selbstorganisierte Apéros, Sprachcafés, Spiel-, Bastel- und Nähnachmittage hat sich im alten Ladenlokal in kürzester Zeit eine sorgende, bunt gemischte Gemeinschaft jeden Alters mit und ohne Migrationshintergrund entwickelt. Gemäss Eli Wilhelm, eines der sechs ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, wurde das Preisgeld in der Höhe von 5000 Franken vor allem in die Infrastruktur investiert.
Die Gruppe der Freiwilligen der «Suhrer Spielerei» durfte sich über den zweiten Platz freuen, der mit 3500 Franken dotiert ist. Entstanden ist das Projekt als Zwischennutzung einer ehemaligen Asylbaracke, die so zum Ort der Begegnung wurde für Menschen jeglicher Herkunft und jeden Alters. «Denn gutes Zusammenleben gelingt unter anderem, wenn sich Menschen kennen und gemeinsam Positives erleben,» meint Tanja Wicki, Leiterin des siebenköpfigen Organisationsteam. «Zusammen zu spielen ist in jedem Alter sinn- und lustvoll und schafft ohne sprachliche Hürden einen einfachen generationenverbindenden Austausch.»
Der im Pastoralraum Zurzach-Studenland organisierte Treff für Flüchtlinge und Migrant:innen wurde mit dem dritten Preis, dotiert mit 2500 Franken, ausgezeichnet. «Mit viel moralischer Unterstützung sowie finanziellen und mündlichen Zusagen seitens der Kirchen wurde der überregionale Treff für aus der Ukraine geflüchtete Menschen innert einer Woche auf die Beine gestellt», erklärt Initiantin Theres Germann-Tillmann. Aus dem gemütlichen Ort des Erfahrungsaustausches ist mit Seelsorgerin Bettina Kuster und vielen weiteren Freiwilligen ein helfendes Netzwerk für alle schutzbedürftigen Menschen in der ganzen Region entstanden.
Bewerben bis 14. Juni 2026
Der Sozialpreis von benevol Aargau und der Reformierten, Römisch-Katholischen und Christkatholischen Landeskirche Aargau verhilft Freiwilligen-Projekten zu mehr Öffentlichkeit und regt zur Nachahmung an. Für den Aargauer Sozialpreis 2026 werden wiederum Privatpersonen, gemeinnützige Institutionen und Organisationen gesucht, die im sozialen Bereich Aussergewöhnliches leisten. Die Preissumme von 13’000 Franken wird wie folgt aufgeteilt: Der erste Platz ist mit 5’000 Franken dotiert, der zweite Platz mit 3’500 und der dritte Platz mit 2’500 Franken. Zudem sind Anerkennungspreise im Gesamtwert von 2’000 Franken vorgesehen. Bis zum 14. Juni 2026 läuft die Bewerbungsfrist für künftige Preisträgerinnen und -träger. Das sind Menschen und Gruppen, die sich unentgeltlich engagieren. Beispielsweise für respektvolles Zusammenleben, Solidarität zwischen Alt und Jung, Integration von Menschen in Gesellschaft und Wirtschaft, für den Ausgleich zwischen Reich und Arm, Zugang zu Bildung für alle oder für Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Ein Zeichen der Wertschätzung
Die eingereichten Projekte werden von einer Jury geprüft und bewertet. Die Jury setzt sich zusammen aus Vertretungen der Aargauer Landeskirchen, benevol Aargau sowie Persönlichkeiten aus Politik, Journalismus, Verwaltung und gemeinnützigen Projekten, darunter Christina Bachmann-Roth, Stadträtin und Präsidentin der Mitte Frauen Schweiz, und die Tele-M1-Moderatorin Anne-Käthi Kremer. Die Bewertung durch die Jury wird ergänzt durch ein öffentliches Online-Voting, das einen Drittel der Gesamtbewertung ausmacht. Verliehen wird der Sozialpreis 2026 am 15. Oktober abends in Lenzburg.
Alle Informationen: www.sozialpreis-ag.ch
Bilder:
Erstes Bild: Der Sozialpreis der Aargauer Landeskirchen und von benevol Aargau verhilft Freiwilligen-Projekten zu mehr Öffentlichkeit und regt zur Nachahmung an. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 14. Juni 2026. Foto: Markus Hässig, sinus
Zweites Bild: 1. Platz 2024: Stellvertretend für den ganzen Vorstand und die unzähligen Freiwilligen der IG Alter Konsum Suhr freuten sich Maya Stampfli, Nazmiye Celik, Ayșe Ateș und Doris Frey über den 1. Platz des Sozialpreis Aargau für den von ihnen organisierten Laden mit Bistro, in dem sich durch selbstorganisierte Apéros, Sprachcafés, Spiel-, Bastel- und Nähnachmittage in kürzester Zeit eine sorgende, bunt gemischte Gemeinschaft jeden Alters entwickelt hat. Foto: Markus Hässig, sinus