(sust) Mit den ersten milden und feuchten Nächten ist vor einigen Tagen ein uraltes Naturschauspiel erwacht: Frösche, Kröten und Molche lösen sich aus der Winterstarre und machen sich zu Tausenden auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. Um den Amphibien das sichere Überqueren von Strassen zu ermöglichen, sind TierschutzhelferInnen der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) seit letztem Samstag wieder täglich im Einsatz als «Frosch-Taxi».
Jedes Jahr im Frühling beginnt für Millionen von Amphibien die sogenannte Hochzeitsreise. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen ab etwa 5 Grad Celsius wandern Erdkröten, Grasfrösche und Molche meist nachts – oft von der Dämmerung bis in die frühen Morgenstunden – zu ihren Laichgewässern. Dabei legen sie Strecken von mehreren hundert Metern bis zu mehreren Kilometern zurück.
Der genaue Beginn dieser Wanderungen lässt sich jeweils nur schwer vorhersagen. Steigende Temperaturen und veränderte Wetterbedingungen führen dazu, dass sich die Tiere teils früher oder sehr kurzfristig auf den Weg machen. Das stellt den Amphibienschutz vor grosse Herausforderungen – insbesondere dort, wo Wanderouten Strassen kreuzen.
Nach intensiven Vorbereitungen in den Tagen zuvor ging es am letzten Samstag offiziell los: Seither sind die SUST-TierschutzhelferInnen jeden Abend und in den frühen Morgenstunden im Einsatz, um Amphibien entlang der Wanderstrecken einzusammeln.
Diese Hilfe ist dringend nötig: Jedes Jahr verlieren hunderttausende Amphibien ihr Leben im Strassenverkehr. Besonders gefährlich sind regnerische Nächte, in denen viele Tiere gleichzeitig unterwegs sind. Selbst wenn sie nicht direkt von einem Reifen erfasst werden, können sie bei Geschwindigkeiten über 30 km/h durch den entstehenden Unterdruck tödlich verletzt werden.
Trotz Amphibienzäunen, Hinweisschildern und temporären Schutzmassnahmen geraten jedes Jahr zahlreiche Tiere auf die Fahrbahnen. Umso wichtiger ist die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden.
So können Sie helfen – und Leben retten:
1. Hinweisschilder beachten: Meiden Sie in den Abend- und Nachtstunden nach Möglichkeit Strassen, die mit dem Frosch-Warndreieck gekennzeichnet sind.
2. Tempo reduzieren: Ist kein Umfahren möglich, fahren Sie besonders langsam. Bereits Geschwindigkeiten über 30 km/h können für Amphibien tödlich sein.
3. Aufmerksam bleiben: Rechnen Sie vor allem in Gewässernähe und bei Regen mit Amphibien auf der Strasse.
4. Aktiv werden: Beobachten Sie eine ungeschützte Wanderroute mit vielen überfahrenen Tieren, wenden Sie sich an Ihre Gemeinde und fragen Sie nach geplanten Schutzmassnahmen.
5. Einsatz als Frosch-Taxi: Viele Amphibien werden jedes Jahr von engagierten TierfreundInnen, SchülerInnen und Freiwilligen sicher über die Strassen getragen – ein kleiner Einsatz mit grosser Wirkung.
Mit Rücksicht, Aufmerksamkeit und Engagement können alle dazu beitragen, dass dieses faszinierende Naturschauspiel nicht zur tödlichen Falle wird.