(aihk) Am 22. September entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die BVG-Reform und die Biodiversitätsinitiative. Während mit der BVG-Reform die zweite Säule an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst werde, verkenne die Biodiversitätsinitiative sowohl die bereits vorhandenen Bestrebungen als auch ihre negativen wirtschaftlichen Auswirkungen, schreibt die Aargauische Industrie- und Handelskammer AIHK in einer Medienmitteilung.
Die BVG-Reform schliesse Rentenlücken für Teilzeiterwerbstätige und Personen mit tiefen Einkommen. Dies erreiche sie, indem die Eintrittsschwelle in der zweiten Säule gesenkt, Löhne aus mehreren Jobs zusammengezählt und der Koordinationsabzug prozentual bei 20 Prozent des AHV-Lohns angesetzt würden. Davon profitierten insbesondere Frauen, die oft Teilzeit oder in mehreren Jobs arbeiteten.
Die BVG-Reform schaffe aber auch Gerechtigkeit zwischen den Generationen, indem der Umwandlungssatz, der die Höhe der Rente bestimmt, an die gestiegene Lebenserwartung und somit die längere Rentenbezugsdauer angepasst werde. Da es für Arbeitnehmende nur noch zwei nach Alter gestaffelte Lohnbeitragssätze gebe, würden die Beiträge für ältere Arbeitnehmende gesenkt und somit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Aus diesen Gründen empfiehlt die AIHK ein Ja zur BVG-Reform.
Unnötige und wirtschaftsfeindliche Biodiversitätsinitiative
Die Biodiversität zu erhalten, sei für die Wirtschaft und Gesellschaft von enormer Bedeutung. Nicht zuletzt sei eine produktive Landwirtschaft auf fruchtbare Böden angewiesen. Aus Sicht der AIHK gibt es aber bereits ausreichend Instrumente und gesetzliche Bestimmungen, mit der die Biodiversität gefördert werden kann. So dienten bereits heute 19 Prozent der Landwirtschaftsflächen diesem Zweck. Darüber hinaus würden verschiedene Firmen Projekte zur Förderung einer regenerativen Landwirtschaft auf privatwirtschaftlicher Basis vorantreiben.
Neben der Reduktion weiterer Nutzflächen, die der inländischen Nahrungsmittelproduktion dienten, erschwerte die Initiative die Umsetzung der Schweizer Energiestrategie, schränke die Wald- und Holzwirtschaft ein, verteuere oder verhindere das Bauen und schwäche Berggebiete und Tourismus. Aus diesen Gründen empfiehlt die AIHK ein Nein zur Biodiversitätsinitiative.