Ein Produkt der  
Die grösste Wochenzeitung im Fricktal
fricktal info
Verlag: 
Mobus AG, 4332 Stein
  Inserate: 
Texte:
inserat@fricktal.info
redaktion@fricktal.info
Fricktalwetter
Mäßig bewölkt
22.7 °C Luftfeuchtigkeit: 40%

Sonntag
6.8 °C | 16.6 °C

Montag
4.3 °C | 16.3 °C

AG: Startschuss im Aargau – Pilotsammlung Matratzenrecycling erfolgreich lanciert

(pd) Mit breiter Beteiligung von Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft ist heute im Recycling-Paradies Spreitenbach der offizielle Startschuss für das Pilotrecycling für Altmatratzen gefallen.

Auf Initiative des Kantons Aargau und der Matratzen-Allianz werden ab sofort ausgediente Matratzen systematisch gesammelt und recycelt – ein Schritt, der angesichts von jährlich über einer Million verbrannter Matratzen dringend nötig ist. Mit dem heutigen Anlass in Spreitenbach hat die Matratzen-Allianz die Pilotsammlung für ein schweizweites Matratzenrecycling offiziell eröffnet. Der Vorreiterkanton Aargau unterstützt diese einjährige Pilotsammlung massgeblich, in deren Rahmen mindestens 80 Tonnen Altmatratzen recycelt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in eine spätere nationale Ausweitung des Sammel- und Recyclingsystems einfliessen.

Interesse an Altmatratzen als Recyclinggut wächst

Vertreterinnen und Vertreter aus Bundesverwaltung, Kantonen, Gemeinden, Fachhandel und Recyclingbranche sowie verschiedene Medien verfolgten den Start vor Ort. «Wir waren vom grossen Interesse am Start der Pilotsammlung beeindruckt», sagt Jens Fischer, Präsident der Matratzen-Allianz. «Die breite Beteiligung zeigt: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein Umweltthema, sondern stärkt auch den Wirtschaftsstandort eines Kantons. Die Branche steht in der Verantwortung, wir können und müssen jetzt handeln.»

Aargau als Vorreiter für Kreislaufwirtschaft

Der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, unterstrich in seiner Eröffnungsrede die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für den Aargau. «Das Projekt ist gut eingebettet in die übergeordneten Strategien des Kantons Aargau. Es leistet einen Beitrag zur Erreichung des Ziels Netto-Null bis 2050 und entspricht der kantonalen Klimastrategie», so Attiger. Und weiter: «Pilotprojekte wie dieses sind nur umsetzbar, wenn – im Sinne der Kreislaufwirtschaft – alle Akteure einen Beitrag leisten: von den Herstellern über den Logistikanbieter bis zum Entsorger.» Nicolas
Schmidt vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) skizzierte im Anschluss die nationale Perspektive sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine kreislauffähige Wirtschaft; ein Bereich, der für das BAFU prioritär ist.

Die Matratzenbranche zieht an einem Strang

Corin Gemperle, Geschäftsleiterin der Matratzen-Allianz, zeigte auf, was es für eine nationale Sammlung benötigt: Jede abgegebene Matratze wird geprüft, statistisch erfasst und, sofern geeignet, stofflich verwertet. Genau dieser Prozess wird in den drei Aargauer Sammelstellen in Spreitenbach, Hunzenschwil und Kölliken getestet und wissenschaftlich begleitet. Karin Bertschi, Geschäftsführerin des Recycling-Paradieses Spreitenbach, zeigte, woran die Eignung einer Altmatratze fürs Recycling zu erkennen ist: Trocken, in ihrer Ursprungsform und ohne Risse oder starke Verschmutzungen. IKEA Schweiz und Ingka Investments machten deutlich, wie wichtig
klare Rahmenbedingungen und eine erweiterte Produzentenverantwortung (EPR) sind. Dies ziehen sie aus ihrer Erfahrung in Frankreich, Belgien und den Niederlanden, wo das Matratzenrecycling bereits industriell und flächendeckend umgesetzt wurde. Die vorgestellten Beispiele verdeutlichen, dass eine verpflichtende, vorgezogene Recyclinggebühr die zentrale Voraussetzung für ein funktionierendes und wirksames System bildet.

Die Matratzen-Allianz

Die 2021 gegründete Matratzen-Allianz ist ein Verein der Schweizer Möbelbranche, der aus der Migros Pionierfonds-Initiative «Make Furniture Circular» hervorging. In Zusammenarbeit mit Akteuren entlang der gesamten Matratzen-Wertschöpfungskette verfolgt die Allianz das Ziel, die Umweltbelastung und das Abfallaufkommen im Bereich Matratzen zu reduzieren. Nebst dem Recycling engagiert sich die Allianz für die Etablierung von Ecodesign, also die Berücksichtigung von Langlebigkeit und einfacher Wiederverwertbarkeit
bereits bei der Produktentwicklung.