(eing.) Die gemeinnützige Stiftung «Lebensraum Aargau» der Aargauischen Kantonalbank verzeichnet eine erfreuliche Förderentwicklung: Seit ihrer Gründung im Oktober 2021 hat sie bis Ende 2025 mehr als 5,9 Millionen Franken an Projekte zur Förderung der Lebensqualität und des gesellschaftlichen Austauschs vergeben.
Die Stiftung «Lebensraum Aargau» vergibt Beiträge in den Bereichen «Gesellschaft & Soziales», «Kunst & Kultur», «Gesundheit & Bewegung» sowie «Umwelt, Natur & Tiere». Unterstützt werden Projekte, die im Fördergebiet (Kanton Aargau und Regionen Olten – Gösgen – Gäu) die Lebensqualität erhöhen und den gesellschaftlichen Austausch fördern.
Allein im Jahr 2025 wurden über 1,4 Millionen Franken an insgesamt 141 Projekte gesprochen. Die unterstützten Vorhaben verteilen sich auf das gesamte Fördergebiet. Mit ihrer Arbeit leistet die Stiftung einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und zur nachhaltigen Entwicklung der Region. Die Prüfung und Auswahl der Gesuche erfolgt durch die vier Fachbeiräte und den Stiftungsrat. Sie stellen sicher, dass die Fördermittel gezielt und wirkungsvoll eingesetzt werden. Im dritten Trimester 2025 wurden von 99 eingereichten Gesuchen 55 Projekte ausgewählt und mit insgesamt 610'855 Franken unterstützt.
Im Jahr 2025 kam es zudem zu einem Wechsel in der Geschäftsführung: Per 1. Dezember 2025 hat Carol Müller die Geschäftsführung der Stiftung «Lebensraum Aargau» übernommen. Sie folgt auf Petra Miersch, welche die Stiftung in den Jahren seit ihrer Gründung massgeblich geprägt hat. «Ich freue mich sehr, die Arbeit der Stiftung ‹Lebensraum Aargau› gemeinsam mit allen Beteiligten weiterzuführen und die Stiftung sorgfältig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln», sagt Carol Müller. Die nächste Eingabefrist für Gesuche endet am 1. Mai 2026.
Umweltbildung, Naturschutz und nachhaltiges Handeln in der Region
Mit diesen Projekten trägt die Stiftung «Lebensraum Aargau» dazu bei, Kinder, Familien und die Bevölkerung für die Natur zu begeistern und das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln langfristig zu stärken: Im Jurapark Aargau sensibilisiert das Projekt «Licht aus – Leben an» (30'000 Franken) durch öffentliche Mitmachaktionen und Veranstaltungen für die Bedeutung der Nachtdunkelheit und zeigt Wege zur Reduktion von Lichtemissionen auf. Das Projekt «GemüseAckerdemie 2026–2028» (33'000 Franken) der Organisation Acker Schweiz stärkt Umweltkompetenz, Nachhaltigkeitsbewusstsein und eine gesunde Ernährung. Schülerinnen und Schüler bauen gemeinsam mit ihren Lehrpersonen eigenes Gemüse im Schulgarten an. Ab 2026 nehmen die Primarschule Kleinholz Olten mit ca. 100 Kindern sowie die Schule Aristau mit 82 Kindern am Projekt teil. Der durch die Stiftung Wildtiere Aargau errichtete Beobachtungspfad «Lebendiger Rebberg» (15'000 Franken) lässt Familien den vielfältigen Lebensraum am Rebberg Stock 18 in Auenstein erleben. Neue Infotafeln kombiniert mit einem digitalen Erlebnisangebot fördern einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Tierwelt.
Projekte zur Gesundheits- und Bewegungsförderung
Im Bereich Bewegung & Gesundheit setzt sich die Stiftung «Lebensraum Aargau» für mehr körperliche Aktivität und gesundheitsbewusstes Verhalten ein. Diese Projekte motivieren Menschen jeden Alters zum Mitmachen und integrieren Bewegung in den Alltag: Das Ausstellungs- und Mitmachprojekt «Sport» (50'000 Franken) im Stadtmuseum Aarau lädt zum sportlichen Mitmachen ein, regt zur Reflexion über das eigene Verhältnis zum Sport an und fördert eine kritische Auseinandersetzung mit sportbezogenen Fragen in unserer Gesellschaft. Der Verein Pro Jugend Mittleres Wynetal plant Aktivitäten in der Jugendarbeit, die die Resilienz und ganzheitliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von der 4. Primarklasse bis zum ersten Jahr nach der obligatorischen Schulzeit fördern (2600 Franken). Die Stiftung Gesundheit Region Brugg lanciert mithilfe des Stiftungsbeitrags das Aktivierungsprogramm «ActiveCity» (10'000 Franken) in Brugg. Mit zahlreichen Veranstaltungen für die gesamte Bevölkerung sollen Menschen aller Altersgruppen zu mehr Bewegung motiviert und sportliche Gemeinschaftserlebnisse geschaffen werden.
Inklusion, kulturelles Erbe und soziale Teilhabe
Die Stiftung «Lebensraum Aargau» unterstützt Projekte, die gesellschaftliche Teilhabe und soziale Integration fördern: Das Figura Theaterfestival (15'000 Franken) lebt Inklusion selbstverständlich (vor). Menschen mit Behinderungen werden auf, hinter und vor der Bühne einbezogen. Für 2026 sind mehr inklusive Produktionen geplant, und der Festivalbeirat wird um zwei Personen erweitert, um Perspektiven von selbstvertretenden Menschen einzubeziehen. Die Nähateliers der Caritas in Aarau, Baden, Brugg und Wohlen bieten für die Jahre 2025 und 2026 freies Nähen für armutsbetroffene Frauen aller Kulturen und Nationen an (10'000 Franken). Bei der Sonderausstellung «Hilfe, ich erbe!» (20'000 Franken) im Historischen Museum Baden vom 28. August 2026 bis 27. Juni 2027 handelt es sich um ein kulturelles Projekt, das sich mit den emotionalen, rechtlichen und materiellen Aspekten des Vererbens befasst.
Kulturelle Erlebnisse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Mit diesen Projekten aus dem Bereich Kunst & Kultur werden kreative Bildung, kulturelle Auseinandersetzung und gesellschaftliche Reflexion ermöglicht: Das pädagogische Kunstprojekt «Halt Inne» (10'000 Franken) des Vereins Tanz und Kunst Königsfelden in der Klosterkirche Windisch lädt Kinder und Jugendliche ein, sich in einem begleiteten kreativen Prozess mit Zeit und Erinnerung auseinanderzusetzen und sich zu diesen Themen tänzerisch und gestalterisch auszudrücken. An das Chorlager des Jugendchors Seetal vom 11.–18. April 2026 mit 50–60 Jugendlichen im Alter von 12–25 Jahren und die drei Abschlusskonzerte am 17. und 18. April 2026 im Löwensaal Beinwil am See wurde ein Beitrag von 5000 Franken bewilligt. Eine professionelle Chorleitung, Berufsmusiker*innen, eine Choreografin und eine Theaterpädagogin erarbeiten mit den Jugendlichen mit ebenfalls professioneller Licht- und Tontechnik grossartige Shows. Die Kriegsgroteske «Kinder der Courage» (5000 Franken) des Theater Kollektivs Olten thematisiert die Furcht vor der nuklearen Auslöschung. Angelehnt an Berthold Brechts Vorlage «Mutter Courage und ihre Kinder» wird eine alternative Zukunft erfunden, in der zumindest eine Chance besteht, das Konzept vom Krieg irgendwie zu überleben und vielleicht sogar zu überwinden. Das Klassenzimmerstück «Vakuum» des Theater Marie (8000 Franken) richtet sich an Oberstufenschüler und thematisiert die Schnittstelle zwischen Realität und digitalen Welten, insbesondere die Rolle von Influencer*innen und News-Formaten in der Meinungsbildung junger Menschen.