(pd) Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport (BKS) genehmigt die Leitsätze zur langfristigen Entwicklung der kantonalen Gesundheits- und Sozialschulen. Ein Angebot im Gesundheitsbereich auf Fachhochschulebene wird begrüsst.
Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport (BKS) hat den Planungsbericht zur langfristigen Entwicklung der kantonalen Gesundheits- und Sozialschulen und im Speziellen die neun Leitsätze eingehend diskutiert. Die Abklärungen in Zusammenhang mit der Frage der Trägerschaft der Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales (BFGS) und der Höheren Fachschule für Gesundheit und Soziales (HFGS) werden von den Kommissionsmitgliedern befürwortet, sie sollen jedoch den gesamten Prozess nicht verzögern. Der Realisierungshorizont wird allgemein kritisch hinterfragt.
Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport (BKS) und die mitberichtenden Kommissionen für Allgemeine Verwaltung (AVW) sowie Gesundheits- und Sozialwesen (GSW), welche den Planungsbericht vorgängig ebenfalls beraten haben, stimmen den neun Leitsätzen zu den Themen Bildungsangebot, Trägerschaft und Standortstrategie im Grundsatz zu. In allen Kommissionen wird der Zeitplan jedoch kritisch diskutiert, zumal dieser aufzeigt, dass die neuen Schulbauten voraussichtlich erst ab 2035 (erster Standort Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales (BFGS) und Standort Höheren Fachschule für Gesundheit und Soziales (HFGS): 2035, zweiter Standort BFGS: 2039) in Betrieb genommen werden können. Aufgrund der wachsenden Lernenden- und Studierendenzahlen sind daher Übergangslösungen unabdingbar.
Leitsätze zum Bildungsangebot
Die drei Leitsätze zum Bildungsangebot werden grundsätzlich gutgeheissen. Einige Kommissionsmitglieder bringen ein, dass das Angebot an den BFGS nicht abschliessend sein sollte, sodass bei Bedarf neue und innovative Berufsfelder aufgenommen werden könnten. Die Prüfung eines Angebots auf Fachhochschulebene wird allgemein befürwortet, denn dieses würde das Bildungsangebot im Gesundheitsbereich im Kanton Aargau ergänzen und attraktiver gestalten. In der Kommission BKS wird zudem eine andere Formulierung des entsprechenden Leitsatzes (1.3) diskutiert, die auf eine Prüfung verzichtet und direkt die Schaffung eines entsprechenden Angebots vorsieht. Nach ausführlicher Diskussion wird jedoch kein Änderungsantrag eingebracht, um den Handlungsspielraum der Abklärungen in Zusammenhang mit dem überwiesenen Postulat (Geschäft 23.58 betreffend Schaffung von Bachelor- und Masterstudiengängen der Pflegewissenschaften an der Fachhochschule Nordwestschweiz, FHNW) nicht vorzugreifen.
Leitsätze zur Trägerschaft
Die drei Leitsätze zur Trägerschaft werden von den Kommissionsmitgliedern ebenfalls unterstützt. Die mittel- bis langfristige Prüfung einer privaten Trägerschaft wie bei anderen Berufsfachschulen wird gutgeheissen, auch wenn sie für einige Kommissionsmitglieder nicht zwingend ist. Für verschiedene Kommissionsmitglieder steht nämlich weiterhin eine kantonale Trägerschaft im Vordergrund. Die Abklärung dieser Frage soll jedoch nicht dazu führen, dass sich dadurch der vorgesehene Zeitplan verzögert.
Leitsätze zur Standortstrategie
Die Kommissionsmitglieder setzen sich eingehend mit den drei Leitsätzen zur Standortstrategie und der Grösse der benötigten Areale auseinander. Zudem werden verschiedene Angebotskombinationen (BFGS und HFGS oder HFGS und Fachhochschule) diskutiert, die zu Synergien führen könnten. Die Frage der getrennten Führung der beiden Schulen BFGS und HFGS wird ebenfalls thematisiert. Ein Antrag für einen zusätzlichen Leitsatz (3.4), der nur zwei Schulstandorte (BFGS/HFGS und BFGS) vorsieht, findet in der Kommission BKS keine Mehrheit. Die bislang getroffenen Abklärungen haben gezeigt, dass es schwierig ist, genügend grosse und mit dem ÖV gut erschlossene Areale zu finden.
Mit dem Beschluss des Planungsberichts und den neun Leitsätzen gibt der Grosse Rat die strategische Ausrichtung der kantonalen Gesundheits- und Sozialschulen vor und sichert damit langfristige Infrastrukturlösungen für die BFGS und die HFGS.
Die Botschaft wird entweder im Dezember 2023 oder im Januar 2024 im Grossen Rat beraten.