(pd) «Kein Teuerungsausgleich für Aargauer Lehrpersonen trotz Lehrpersonenmangel. Was wie ein Witz tönt, ist Realität geworden», kommentiert «Bildung Aargau» die Budgetdebatte 2026.
«Für das Staatpersonal und die Lehrpersonen ist das Ergebnis der Budgetdebatte 2026 sehr ernüchternd. Trotz voller Kassen will der
Grosse Rat weiter sparen. Die einzige Mission ist es, Steuern zu senken. Von Wertschätzung gegenüber dem Personal ist keine
Rede. Völlig irritierend ist, dass den Lehrpersonen der Teuerungsausgleich nicht gewährt wird», heisst es in der Medienmitteilung.
«Bildung Aargau» ist froh darüber, dass den Lehrpersonen der Stufenanstieg gewährt wird und gleichzeitig enttäuscht, dass die Teuerung nicht ausgeglichen wird. Der Personalmangel im Bildungsbereich ist nach wie vor akut, und die Herausforderungen
sind gross. Lehrpersonen und Bildungsschaffende sind überlastet. Nicht nur sie, auch das Verwaltungspersonal, die Polizei und alle anderen Staatangestellten. Deshalb bedauert «Bildung Aargau» auch, dass das Staatspersonal nicht gleich behandelt wird und im nächsten Jahr für die Systempflege der Löhne nur 0.5 Prozent statt der effektiv benötigten und vom Regierungsrat beantragten 0.85 Prozent der Lohnsumme erhalten wird.
«Bildung Aargau» schreibt weiterhin: «Anstatt attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, streicht der Grosse Rat zuerst den freien Halbtag des ersten Mais und zieht heute mit dem Verzicht auf den Ausgleich der Teuerung nach. Von einer Lohnerhöhung ist schon gar keine Rede. Bedenken wir, dass der Kanton Aargau mittlerweile finanziell sehr gut dasteht, werden diese Entscheide noch unverständlicher. Er ist schuldenfrei und in der Ausgleichskasse liegen angesparte Reserven von 1.1 Milliarden Franken. Der Regierungsrat wies berechtigterweise darauf hin, dass immer noch ein Lohnrückstand in der kantonalen Verwaltung besteht und der Kanton Aargau eine sehr kleine, effiziente Verwaltung hat. Es drohen Qualitätseinbussen, wenn der Aargau lohnmässig wieder in Rückstand gerät. Die Gefahr ist real. Sowohl Lehrpersonen als auch die anderen Staatsangestellten können sich beim nach wie vor existierenden Fachkräftemangel ihre Arbeitsstelle aussuchen. Dessen sollte sich der Grosse Rat bewusst sein. Verlassen sie den Kanton Aargau, werden sie nicht zurückkehren.»
«Wir hoffen, dass der Grosse Rat sich seiner Verantwortung gegenüber der Bildung bewusst ist», meint Colette Basler, Präsidentin von Bildung Aargau. Sie fordert, dass ein Teil des kantonalen Geldsegens dazu verwendet wird, die einschneidendsten Sparmassnahmen im Bildungsbereich rückgängig zu machen. Zur Implementierung der geplanten Förderklassen brauche es mehr Ressourcen. «Um den
Herausforderungen zu begegnen, brauchen wir kleinere Klassen, weniger Administration und qualitativ gut ausgebildetes Personal. Hier muss investiert werden», betont Basler und meint weiter: «Wertschätzung gegenüber dem Personal geht anders!»