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AG: 83 Gemeinnützige Projekte erhalten Swisslos-Fonds Beiträge

(pd) 83 gemeinnützige Projekte aus allen Sparten erhalten per 15. August einen Beitrag oder eine Defizitgarantie aus dem Swisslos-Fonds. Nachfolgend finden Interessierte eine Auswahl der unterstützen Projekte:

Historisches bewahren und vermitteln
• Die Fotostiftung Schweiz arbeitet mit der Buchpublikation «Frauen.Fragen.Fotoarchive» ein wichtiges Kapitel der Fotografiegeschichte auf. Im Mittelpunkt stehen sieben Fotografinnen, die zwischen 1900 und 1970 in der Schweiz tätig waren und deren Werke heute neu betrachtet und gewürdigt werden. Die Auseinandersetzung mit dem Archiv wirft Fragen nach der lückenhaften Überlieferung weiblicher Fotokunst auf und macht zugleich sichtbar, welchen wichtigen Beitrag diese Frauen zur Fotografie geleistet haben. Aus dem Aargau wird die Fotografin Anita Niesz aus Baden porträtiert (1925–2013).
• Dass Erinnerungen, Alltagswissen und persönliche Perspektiven Teil der Ortsgeschichten von Aarau, Baden und Brugg sind, zeigt das neue Oral-History-Projekt «WEISCH NA». Mit dem Ziel, lokales Wissen zu sichern und zu vermitteln, begibt sich die Autorin Gabriel Kasperski auf eine Reise durch drei Aargauer Städte und kommt dabei mit Bewohnenden, Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden ins Gespräch. Die Ortsbegehungen werden durch fotografische Notizen sowie durch Recherchen in Archiven und Museen ergänzt, wodurch ein literarisch-dokumentarisches Buch entsteht.
• Der bislang kaum erschlossene Nachlass des Komponisten des Schweizerpsalms, Alberik Zwyssig, wird im Rahmen eines neuen Projekts des Vereins «Répertoire International des Sources Musicales» gesichert und zugänglich gemacht. Historische Notenbestände aus Schweizer und süd-deutschen Klöstern werden fachgerecht erschlossen und in einem modernen Bibliothekssystem erfasst. Dadurch wird das Musikarchiv für Forschung, Musikpraxis und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit wird ein bedeutender Teil der Schweizer Musik- und Klostergeschichte passend zum 800-Jahr-Jubiläum des Klosters Wettingen im Jahr 2027 konserviert und veröffentlicht.

Film und Tanz gemeinsam erleben
• Die Tournee des mobilen Kinos «Roadmovie» macht im Herbst 2026 Halt im Aargau. Mit einem Nachmittagsprogramm für Kinder sowie einem Abendprogramm für Erwachsene bringt das Projekt schweizweit Kinoerlebnisse in 36 kleine Land- und Berggemeinden ohne eigenes Kino. In Zusammenarbeit mit Gemeinden, Schulen und lokalen Vereinen wird die Kinokultur der gesamten Bevölkerung zugänglich gemacht. Tourneegäste wie Regisseurinnen, Drehbuchautoren, Kamerafrauen und Schauspielerinnen und Schauspieler ermöglichen dem Publikum zudem persönliche Einblicke hinter die Kulissen der Filme.
• Die Zauberlaterne in Aarau sowie in Baden-Wettingen ist ein Filmklub für Kinder von 6 bis 12 Jahren, welcher sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern auf spielerische und lehrreiche Weise die Freude am Kino zu vermitteln und ihnen zugleich eine Filmbildung zu bieten. Eine pädagogisch erarbeitete Filmzeitung wird den Kindern im Vorfeld zugestellt und macht sie mit filmspezifischen Begriffen vertraut. In der Saison 2026/2027 werden sowohl im Kino Orient in Baden als auch im Kino Schloss in Aarau neun Filme aus verschiedenen Epochen der Filmgeschichte, filmischen Techniken und Genres gezeigt, die die Kinder dazu einladen, in die Welt der Filmkunst einzutauchen.
• Am Tanzfest Aarau 2027 verwandelt sich die Stadt vom 20. bis 23. Mai 2027 in eine grosse Bühne. Tanzschaffende, Tanzschulen und Choreografinnen und Choreografen arbeiten, kreieren und vermitteln gemeinsam, um einem breiten Publikum den Tanz näherzubringen. Mit vielfältigen Aktivitäten wie Einführungskursen, Aufführungen und Festabenden wird die Bevölkerung dazu eingeladen, mit der Kunstform Tanz in Kontakt zu treten. Die Alte Reithalle der Bühne Aarau wird dafür zum Mittelpunkt des Geschehens und ermöglicht kreative Kollaborationen verschiedener Tanzschulen und Vereine, um gleichzeitig die professionelle Tanzszene zu fördern, und die kulturelle Teilhabe der breiten Bevölkerung zu stärken.

Kultur schafft Zusammenhalt
• «Helden im Alltag» heisst der Titel des Buchprojekts der Konferenz der Aargauischen Behindertenorganisationen (KABO). Es porträtiert Menschen unterschiedlichen Alters aus dem Kanton Aargau, die mit verschiedensten Behinderungen leben und aus unterschiedlichen Lebenssituationen stammen. Das Buch entstand als Reaktion auf das Anliegen, Menschen mit Behinderungen und ihre Lebenssituationen stärker in die Öffentlichkeit zu tragen und damit der Separationskultur von Sonderschulen und geschlossenen Werkstätten entgegenzuwirken. Kulturelle Veranstaltungen wie eine Ausstellung der Porträts, Buchlesungen sowie Gespräche mit porträtierten Personen und Bildungszentren runden das Projekt ab und setzen ein wichtiges Zeichen für eine inklusivere Gesellschaft.
• Das Projekt Woche der Religionen von IRAS COTIS, der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz, findet dieses Jahr bereits zum 20. Mal statt und hat sich als Plattform des interreligiösen Dialogs und der kulturellen Begegnung in der ersten Novemberwoche schweizweit etabliert. Mit der Woche der Religionen gestaltet das Team ein vielfältiges Programm und fördert den Dialog über aktuelle gesellschaftliche Debatten durch künstlerische und interkulturelle Begegnungen. Mehrere Veranstaltungen im Kanton Aargau geben Einblick in die Traditionen verschiedener Reli-gionen und laden die Bevölkerung dazu ein, an Führungen teilzunehmen.
• Ein Projekt an der Schnittstelle von künstlerischer Arbeit, Theaterpädagogik und Soziokultur plant das Kurtheater Baden mit der «Bürger*innenbühne». Das Projekt öffnet das Theater für neue Zielgruppen und bindet Menschen aus der Region Baden aktiv in künstlerische Prozesse ein. Für die Ausgabe 2027 entsteht eine Inszenierung zur Tradition Badens als Kur- und Erholungsort mit dem Titel «WELLNESS». Untersucht wird, wie sich Vorstellungen von Selbstfürsorge und Wohlbefinden im Spannungsfeld zwischen historischer Bäderkultur und aktuellen Trends wie Selbstoptimierung, Leistungsdruck und Wellnessindustrie verändert haben.