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Aargauische Gebäudeversicherung zum aktuellen Stand nach Explosionen und Brand in Nussbaumen

(agv) Am Donnerstag, 13. Juni, kam es an der Schulstrasse in Nussbaumen zu mehreren Explosionen, die einen Brand in der Tiefgarage eines Wohnblocks verursachten (fricktal.info berichtete). Elf Personen wurden verletzt, zwei Menschen verloren ihr Leben. Die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) ist weiterhin vor Ort und engagiert sich intensiv in der Schadenbewältigung, wie es in einer entsprechenden Medienmitteilung zum aktuellen Stand der Abklärungsarbeiten heisst.

Kurz vor 19 Uhr am 13. Jun, gingen bei der Kantonalen Notrufzentrale (KNZ) in Aarau mehrere Meldungen über Explosionen und den Brand einer Tiefgarage in Nussbaumen ein. Schnell wurde klar, dass es sich bei dem Ereignis um einen «Brand gross» handelt, also einer Situation, in der die AGV zwingend einschreiten muss. Sechs AGV-Mitarbeiter der Abteilung Feuerwehrwesen halten dafür jeweils einen 24Stunden Pikettdienst aufrecht. Die Fachspezialisten der Abteilung Feuerwehrwesen übernehmen den Dienst für eine Woche. Sie werden bei den Kriterien «Brand gross» und «Strassenrettung» zeitgleicht mit der Feuerwehr aufgeboten und haben die Aufgabe, die Einsatzleitung der Feuerwehr zu unterstützen und die getroffenen Massnahmen einzuschätzen.
Am 13. Juni war Matthias Müller, Fachspezialist der AGV, im Dienst und rückte nach Nussbaumen aus. Er berichtet von einer «Ausnahmesituation», die der Einsatzleiter «sehr klar und bestimmt führte». Auch Urs Ribi, Abteilungsleiter Feuerwehrwesen der AGV und Feuerwehrinspektor Kanton Aargau, wurde kurz darauf als Mitglied des Kantonalen Führungsstabes (KFS) nachalarmiert. Der KFS wurde in der Folge zurückgezogen, da entschieden wurde, die Situation der Einsatzleitung vor Ort zu überlassen.

Hocheffiziente Zusammenarbeit der Einsatzkräfte
Die AGV übernimmt bei solchen Einsätzen immer eine zentrale Drehscheibenfunktion. Das Pikettteam unterstützt den Einsatzleiter und hilft dabei, die Situation zu bewältigen. Die AGV fungiert als Schnittstelle zwischen verschiedenen Einsatzkräften, einschliesslich des medizinischen Rettungsdienstes und der Brandursachenermittlung. Als Verantwortliche für die Ausbildung der Feuerwehr nutzt die AGV solche Einsätze auch, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.
Matthias Müller war die gesamte Nacht auf Freitag, 14. Juni, im Einsatz. «Die Zusammenarbeit der alarmierten Einsatzkräfte war hocheffizient, sodass der Brand in der Tiefgarage noch in der Nacht vollständig gelöscht werden konnte», so Müller. Er stellte zudem fest, dass die Feuerwehr einige der Türen nach einer Methode von aussen öffnete, die kürzlich in einer Übung vorgestellt worden war. Dies verhinderte zusätzliche Schäden durch das gewaltsame Aufbrechen der Türen.
 
Die Schadenaufnahme folgt einem klaren Schema
Am Morgen des 14. Juni, nach Freigabe des Einsatzortes durch die Kantonspolizei, begann Mathias Cotti, Schadensexperte der AGV, umgehend mit der Schadenbewältigung. Die Anwesenheit eines Schadenexperten ist in solchen Situationen unabdingbar. Die Expertinnen und Experten der AGV sind zentrale Ansprechpersonen für Kantonspolizei, Verwaltungen, Eigentümer- sowie Mietparteien. Bei der Schadenaufnahme und -bewertung folgen sie einem klaren Schema: Mathias Cotti ermittelte das provisorische Schadensausmass, erstellte ein Grobbudget, dokumentierte den Schaden mit Fotos und nahm erste Absprachen mit der Schadenabteilung der AGV vor. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sind zwölf Gebäude von den Folgen des Ereignisses betroffen. In ihrer ersten provisorischen Schätzung geht die AGV von einer Schadensumme in einstelliger Millionenhöhe aus.

Weitere Schritte
Seit Montag, 17. Juni, sind zwei Mitarbeiter der AGV vor Ort, um die Schadenaufnahme und -bewältigung zu unterstützen. «Ein solches Ereignis ist auch für die AGV aussergewöhnlich. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ich bin auch sehr stolz darauf, dass unsere Mitarbeitenden von Anfang an vor Ort im Einsatz waren und unsere Kundinnen und Kunden bei der Schadenbewältigung aktiv unterstützen», so André Meier, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AGV.
Inzwischen bestätigt die Kantonspolizei Aargau, dass leistungsstarke Feuerwerkskörper die Explosionen ausgelöst haben. Die Aufgabe der AGV besteht darin, in enger Zusammenarbeit mit Verwaltungen und Eigentümerschaft das weitere Vorgehen zu besprechen, einschliesslich der Einholung und Prüfung von Offerten für die Wiederinstandsetzungsarbeiten. Die AGV bleibt zudem im ständigen Austausch mit der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft, um eine reibungslose Abwicklung der Schadenfälle zu gewährleisten.