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Aargauer Gesundheitsstatistiken 2025: Spitex-Bereich wächst, Pflegeheime bauen aus, Spitäler verzeichnen mehr Austritte

(eing.) Im Jahr 2025 hat die Langzeitpflege im Kanton Aargau weiter an Bedeutung gewonnen. Sowohl die stationäre Pflege in Alters- und Pflegeheimen als auch die ambulante Pflege durch Spitex-Dienste sind gewachsen. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut der Spitex-Bereich. Auch die Aargauer Spitäler meldeten mehr stationäre Austritte, mehr Personal und einen höheren Betriebsaufwand.

Die aktuellen Gesundheitsstatistiken von Statistik Aargau bieten einen umfassenden Einblick in die Leistungen und Entwicklungen in den Aargauer Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie Spitex-Diensten. Im Fokus stehen Finanzen, Personal und die Entwicklung der Anzahl betreuter Personen. Die Auswertungen basieren auf den kantonalen Daten der Krankenhausstatistik, der Erhebung Spitalstationäre Gesundheitsversorgung (SpiGes), der Statistik der Alters- und Pflegeheime (SOMED, Statistik der sozialmedizinischen Institutionen) sowie der Spitex-Statistik 2025.

Spitex wächst weiter deutlich
In der ambulanten Pflege hat sich das starke Wachstum der vergangenen Jahre fortgesetzt. Im Jahr 2025 wurden im Kanton Aargau insgesamt 37'632 Klientinnen und Klienten durch Spitex-Dienste betreut. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 5,1 Prozent. Noch stärker hat die Zahl der verrechneten Stunden zugenommen: Sie ist um 20,5 Prozent gestiegen. Besonders stark sind die privaten gewinnorientierten Spitex-Organisationen gewachsen. Sie haben im Jahr 2025 bei den Klientinnen und Klienten ein Plus von 23,4 Prozent und beim Personal, gemessen in Vollzeitäquivalenten, ein Plus von 48,5 Prozent verzeichnet. Inzwischen erbringen sie 46,0 Prozent aller verrechneten Stunden im Kanton Aargau. Gemeinnützige Organisationen leisten 51,5 Prozent. Der verbleibende Anteil entfällt auf selbstständig tätige Pflegefachpersonen. Von den Spitex-Organisationen, die bestehende Verträge mit pflegenden Angehörigen haben, sind über 80 Prozent privatwirtschaftlich organisiert.

Die wachsende Bedeutung der ambulanten Pflege zeigt sich auch im längerfristigen Vergleich: Die Zahl der betreuten Klientinnen und Klienten hat über die letzten zehn Jahre um 50 Prozent zugenommen. Auch der Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren, der pflegerische Leistungen bezieht, ist gestiegen. Während 2015 11,4 Prozent dieser Altersgruppe pflegerische Leistungen bezogen haben, liegt dieser Anteil 2025 bei 12,8 Prozent.

Pflegeheime: stabile Belegung, steigende Kosten und mehr Personal
In den Aargauer Pflegeheimen blieb die Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner per 31. Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil. Gleichzeitig wurde das Angebot leicht ausgebaut: Die Zahl der Beherbergungsplätze nahm um 1,4 Prozent zu. Rund 2,39 Millionen Aufenthaltstage wurden im Jahr 2025 fakturiert, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Stärker als die Aufenthaltstage haben die eingesetzten Ressourcen zugenommen. Die Betriebskosten sind gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent gestiegen, die Anzahl Vollzeitäquivalente um 4,4 Prozent.

Auch regional zeigen sich Unterschiede. Die Versorgungsdichte, gemessen an der Zahl der Beherbergungsplätze pro 1000 Personen der Wohnbevölkerung ab 65 Jahren, lag 2025 je nach Region zwischen rund 37 und 70. In der Region Oberes Freiamt standen damit fast doppelt so viele Plätze pro 1000 Personen ab 65 Jahren zur Verfügung wie in der Region Fricktal Regio. Insgesamt ist die Versorgungsdichte im Kanton seit Jahren rückläufig: Nach einem Höchstwert von 68,8 im Jahr 2007 ist sie bis 2025 auf 46,9 gesunken. Das zeigt, dass die ältere Bevölkerung stärker gewachsen ist als das Angebot an Pflegeheimplätzen.

Spitäler: mehr Austritte, mehr Personal, höherer Betriebsaufwand
Die 22 Aargauer Spitäler mit stationärem Angebot verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt 121'097 stationäre Austritte. Das entspricht einer Zunahme von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 133,8. Das bedeutet: Auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Aargau kamen rund 134 stationäre Behandlungen in einem Aargauer Spital. Auch beim Personal und bei den Finanzen hat sich der Anstieg fortgesetzt. Die Anzahl der Mitarbeitenden, gemessen in Vollzeitäquivalenten, erreichte 2025 mit 14'539 einen Höchststand. Gleichzeitig belief sich der gesamte Betriebsaufwand der Spitäler auf 2,76 Milliarden Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 3,1 Prozent.

Je nach Spitaltyp unterscheiden sich die Kennzahlen deutlich. In Akutspitälern lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4,4 Tagen, in psychiatrischen Kliniken bei 36,2 Tagen. Auch bei den stationären Kosten pro Pflegetag bestehen grosse Unterschiede: In psychiatrischen Kliniken, Rehabilitationskliniken und Spezialkliniken lagen diese zwischen 800 und 900 Franken, in Akutspitälern dagegen bei 2530 Franken. Ein besonders hoher Anteil der stationären Kosten entfällt auf die 70- bis 84-Jährigen. Diese Altersgruppe machte 2025 26,5 Prozent aller Spitalaustritte aus, ihr Anteil an den gesamten stationären Kosten lag bei 33,4 Prozent. In den Akutspitälern erfolgte im Jahr 2025 knapp die Hälfte der Eintritte notfallmässig. In psychiatrischen Kliniken lag dieser Anteil bei etwas mehr als 50 Prozent. In Rehabilitationskliniken erfolgten die Eintritte erwartungsgemäss mehrheitlich geplant. Nach dem Austritt wurde über alle Spitaltypen hinweg rund ein Drittel der hospitalisierten Personen ambulant weiterbehandelt.