(pd) Vor vier Jahren führte der Kanton Aargau eine auf differenzierten Schülerinnen- und Schülerpauschalen basierende Ressourcierung der Aargauer Volksschule ein. Die Umsetzung wird während fünf Jahren durch ein externes Monitoring begleitet. Die Zwischenergebnisse weisen darauf hin, dass die neue Ressourcierung wie angestrebt den Gestaltungsraum der Schulen vergrössert, die Plan- und Steuerbarkeit des Ressourceneinsatzes optimiert und Anreize für einen ökonomischen Umgang mit den Ressourcen schafft.
Im Kanton Aargau wurde auf das Schuljahr 2020/21 eine neue Ressourcensteuerung an der Volksschule eingeführt. Die antragsbasierte Ausstattung der Schulen der Volksschulstufe mit zweckgebundenen Ressourcen aus neun verschiedenen Ressourcenarten wurde durch eine Zuteilung mittels differenzierte Schülerinnen- und Schülerpauschale abgelöst. Ziel war, damit den Gestaltungsraum der Schulen zu vergrössern, die Plan- und Steuerbarkeit zu optimieren, den administrativen Aufwand zu verringern und Anreize für einen ökonomischen Umgang mit den Ressourcen zu schaffen. Die Qualität des Bildungsangebots sollte mit dieser grundlegenden Veränderung mindestens gleichbleiben. Der Regierungsrat beschloss, die Umsetzung der neuen Ressourcensteuerung mit einem externen Monitoring zu begleiten. Der Auftrag wurde an Interface Politikstudien Forschung Beratung AG vergeben. Nun liegen Zwischenergebnisse vor. Der Schlussbericht wird im Jahr 2026 vorliegen.
Gestaltungsraum wird genutzt
Die verschiedenen Auswertungen im Rahmen des Monitorings weisen darauf hin, dass die Ziele der neuen Ressourcierung mehrheitlich erreicht werden: Die Ressourcensteuerung hat den Gestaltungsraum für eine grosse Mehrheit der Schulen massgeblich vergrössert, hilft ihnen bei der Planung und Steuerung ihrer Ressourcen und schafft Anreize für einen zielgerichteten Umgang mit den Ressourcen. Eine Mehrheit der dazu befragten Schulleitungen sieht weitere positive Auswirkungen, so zum Beispiel hinsichtlich der Flexibilität und Transparenz des Ressourceneinsatzes oder des Freiraums für pädagogische Innovationen. Dass die Schulen den Gestaltungsraum nutzen, zeigt sich in vielfältiger Art, beispielsweise in der Veränderung der Abteilungsgrössen, der Anpassung der Lehrpersonalzusammensetzung oder darin, worauf die Schulen ihre Leitlinien zum Ressourceneinsatz ausrichten.
Die Lehr- und Fachpersonen werden mit ihrem Fachwissen in vielen Schulen in die Ressourcierungsprozesse miteinbezogen. Dies ermöglicht eine zielgerichtete Ressourcenzuteilung und stärkt den Austausch unter den Lehrpersonen und im Schulteam.
Hinsichtlich der Verringerung des administrativen Aufwands gibt es unterschiedliche Hinweise.
Grundsätzlich ist der Aufwand mit der neuen Ressourcierung gesunken, da die Beantragung von Ressourcen für einzelne Schülerinnen und Schüler wegfällt. Der Prozess zur Erlangung von Härtefallressourcen, über die in besonderen Fällen zusätzliche Ressourcen beantragt werden können, wird hingegen von den Schulleitungen als aufwändig angesehen. Das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) hat den Handlungsbedarf erkannt: Der Zugang zu Härtefallressourcen bei Schülerinnen und Schülern mit Sonderschulbedarf wurde deshalb bereits erleichtert und der Prozess wird zurzeit neu konzipiert.
Keine unerwarteten Ergebnisse
Grundsätzlich bringt der Zwischenbericht aus Sicht des Departements BKS keine unerwarteten Ergebnisse hervor. Es zeigt sich, dass der Umgang mit der Ressourcensteuerung für die Gemeinden und Schulen ein Lernprozess ist. Während die einen Schulen eher zurückhaltend agieren, nutzen andere den gewonnenen Gestaltungsraum für pädagogische Auseinandersetzungen und zur Weiterentwicklung ihrer Schule. Um dieses Potenzial noch besser auszuschöpfen, will das Departement BKS die Schulführung bei der Erfüllung ihres Auftrags intensiver begleiten und unterstützen. Beispielsweise werden in diesem Schuljahr erstmals Online-Kurzschulungen für die kommunale Schulbehörde zum Thema Ressourcierung durchgeführt. Ausserdem werden Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote für Schulleitungen angeboten. Zudem sollen den Schulen in Zukunft mittels eines Bildungsdashboards verbesserte Grundlagen für eine datengestützte Schulentwicklung zur Verfügung stehen.
Der Zwischenbericht 2023 "Monitoring Ressourcierung Volksschule Kanton Aargau" kann auf der Webseite des Kantons Aargau eingesehen werden: www.ag.ch/bks/publikationen