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Der Verband der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB Aargau) und Pro Natura Aargau haben heute eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim externen ökologischen Ausgleich für Materialabbau-, Auffüll- und Deponievorhaben unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt die konkrete Umsetzung des sogenannten externen ökologischen Ausgleichs im Kanton Aargau. Foto: zVg

Aargau: VKB und Pro Natura schaffen neue Lösung für den ökologischen Ausgleich bei Materialabbau und Deponien

(vkb/pn) Der Verband der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB Aargau) und Pro Natura Aargau haben heute eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim externen ökologischen Ausgleich für Materialabbau-, Auffüll- und Deponievorhaben unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt die konkrete Umsetzung des sogenannten externen ökologischen Ausgleichs im Kanton Aargau. 

Grundlage dafür bildet die Branchenvereinbarung, welche der VKB Aargau bereits im April 2026 gemeinsam mit dem Kanton Aargau abgeschlossen hat. Diese schafft erstmals die Möglichkeit, den gesetzlich vorgeschriebenen ökologischen Ausgleich bei Materialabbau- und Deponievorhaben nicht nur innerhalb des Projektperimeters, sondern auch ausserhalb davon umzusetzen. 

Bislang wurden ökologische Ausgleichsflächen meist direkt innerhalb der Abbau- oder Deponieperimeter geschaffen. In der Praxis zeigte sich jedoch häufig, dass diese Flächen klein, isoliert oder naturschutzfachlich nur eingeschränkt geeignet sind. Zudem fehlen vielerorts genügend Flächen für hochwertige Naturförderung innerhalb der Projekte selbst. 

Mit der neuen Zusammenarbeitsvereinbarung schaffen VKB Aargau und Pro Natura Aargau nun die organisatorische Grundlage, um ökologische Aufwertungen gezielt an geeigneten Standorten umzusetzen – grossflächiger, besser vernetzt und langfristig gesichert.

Pascal Müller, Präsident des VKB Aargau, sieht darin einen wichtigen Schritt: «Mit der neuen Lösung schaffen wir mehr Flexibilität für die Unternehmen und gleichzeitig qualitativ bessere ökologische Ausgleichsflächen. Das ist ein pragmatischer Ansatz, der ökologische und betriebliche Anforderungen sinnvoll verbindet.»

Die Vereinbarung sieht vor, dass Pro Natura Aargau geeignete Flächen identifiziert, Projekte entwickelt und die fachliche Umsetzung begleitet. Der VKB Aargau informiert und unterstützt seine Mitglieder bei der Umsetzung. Die Bewilligung und Kontrolle bleiben Aufgabe des Kantons Aargau. Die Flächen sollen insbesondere dort entstehen, wo sie einen Beitrag zur ökologischen Infrastruktur leisten – etwa zur Vernetzung von Lebensräumen oder zur Aufwertung ökologischer Schwerpunktgebiete. Gleichzeitig soll der Druck auf Fruchtfolgeflächen reduziert werden. 

Für Pro Natura Aargau steht dabei die langfristige Wirkung im Zentrum. Geschäftsführer Matthias Betsche sagt: «Entscheidend ist nicht nur, dass ökologische Ausgleichsflächen entstehen, sondern dass sie langfristig wirksam sind. Mit dem externen ökologischen Ausgleich können Naturflächen gezielt dort geschaffen und gesichert werden, wo sie für Biodiversität und Vernetzung den grössten Nutzen bringen.»

Auch für den VKB-Geschäftsführer Gerhard Moser bringt die neue Lösung Vorteile für die Praxis: «Die neue Vereinbarung schafft für die Unternehmen mehr Planungssicherheit und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, ökologische Massnahmen gezielter und wirkungsvoller umzusetzen. Damit entsteht ein Modell, das sowohl den Anforderungen des Naturschutzes als auch den betrieblichen Realitäten Rechnung trägt.»

Christoph Flory, Vizepräsident von Pro Natura Aargau, betont die Bedeutung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit: «Naturschutz wirkt besonders dann nachhaltig, wenn Flächen grossräumig vernetzt und langfristig gesichert werden. Die neue Vereinbarung ermöglicht genau diesen Ansatz und schafft gleichzeitig eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Naturschutz.»

Künftig stehen bei Materialabbau- und Deponievorhaben im Kanton Aargau drei Varianten für den ökologischen Ausgleich zur Verfügung: Dauerbiotope innerhalb des Projektperimeters, Wanderbiotope während des Betriebs und externer ökologischer Ausgleich ausserhalb des Projektperimeters. Auch Kombinationen dieser Varianten sind möglich. 

Bild: Der Verband der Kies- und Betonproduzenten Aargau (VKB Aargau) und Pro Natura Aargau haben heute eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim externen ökologischen Ausgleich für Materialabbau-, Auffüll- und Deponievorhaben unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt die konkrete Umsetzung des sogenannten externen ökologischen Ausgleichs im Kanton Aargau. Foto: zVg