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Aargau: Rund 2500 Menschen nehmen an 1.-Mai-Kundgebungen teil

(pd) Die Aargauer Gewerkschaften riefen die Bevölkerung auf, an den acht Aargauer 1.-Maifeiern und den Demonstrationen in Aarau und Baden teilzunehmen. Rund 2500 Menschen sind dem Aufruf gefolgt, in Aarau zogen rund 600 Demonstrierende durch die Stadt.

In zahlreichen Regionen des Kantons wurde an friedlichen 1.-Maifeiern Tag der Arbeit gefeiert. Dies in einer Zeit, in der der Grossteil der Bevölkerung unter steigenden Preisen und stagnierenden Löhnen leidet, die Krankenkassenprämien jährlich teurer, die Arbeitsbelastung grösser, die Verteilung des Reichtums immer unverhältnismässiger zu Gunsten der Wohlhabenden, die Konflikte und Kriege zahlreicher und der Zustand des Planeten mit Blick auf die Klimaerwärmung und die Umweltausbeutung immer prekärer werden. Diese Themen spiegelten sich in den zahlreichen 1.-Mai-Reden im Aargau:
In Aarau ging SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard auf den Sieg der Gewerkschaften bei der Abstimmung zur 13. AHV-Rente ein und meinte mit Blick auf den eben erschienenen Verteilungsbericht des SGB: «Nicht die Bevölkerung hat sich verändert, sondern ihre Lebensrealitäten. Während des vergangenen Jahrzehnts kam ein Grossteil der Bevölkerung unseres Landes in eine Situation, in der die Haushalte nichts mehr zurücklegen und mit ihrem Einkommen nur das Nötigste und die Fixkosten decken können, obgleich sie intensiv oder sogar noch intensiver arbeiteten als zuvor». Zentral sei die schnelle Entlastung dieser Menschen mit einem Ja am 9. Juni zur Prämienentlastungsinitiative. Maillard mahnte zudem an, dass die Gewerkschaften im kommenden Herbst mit der BVG-Reform erneut die Renten verteidigen müssten. Trotz Kriegen und Umweltzerstörung «feiern wir an diesem ersten Mai die Arbeit, denn der Kampf, den die Arbeiter:innenbewegung seit 150 Jahren führt, ist die Voraussetzung für eine friedlichere Welt», schloss Maillard.

Mechthild Mus, Co-Präsidentin der jungen Grünen, ging ebenfalls in Aarau auf den pauschalen Vorwurf an die Adresse ihrer Generation ein, dass sie nicht mehr arbeiten wolle. «In unserer Welt mit all den Krisen steht gerade viel auf der Kippe. Vielleicht ist jetzt der Moment, darüber nachzudenken, wie und für wen wir eigentlich arbeiten wollen. Für einen Konzern oder für unsere Mitmenschen. Für Wirtschaftswachstum oder für ein gutes Leben für alle.»

Regierungsrat Dieter Egli plädierte in seiner Rede in Lenzburg für eine solidarische Finanzierung des Service Public und eine solidarische Schweiz – nach innen und aussen. Er warnte davor, Menschen von den Leistungen des Service Public auszuschliessen: «Es bringt den Menschen nichts, wenn ich sage, dass es wichtig ist, dass der Kanton finanziell gut gestellt ist und dass er keine Schulden hat. Ihr tägliches Leben ändert das nicht, und es lindert auch ihre persönlichen Existenzängste nicht. Diese Menschen brauchen Lösungen – wir, die Gesellschaft, der Staat, müssen ihnen Lösungen bieten, so dass sie sich nicht ausgeschlossen fühlen von eben dieser Gesellschaft.»

Sämtiche 1.-Mai-Reden, unter anderem auch von Ruth Müri, Mia Jenni, Barbara Stocker Kalberer, Duaa Al-Mizori, Claudia Rohrer, Rolf Schmid oder Abdullah Demirbas und weiteren, werden auf www.1maiaargau.ch publiziert.