Die finanzielle Sicherheit im Alter blieb bei den Beratungen von Pro Senectute weiterhin das zentrale Thema. Pro Senectute Aargau verzeichnete rund 15 Prozent mehr Beratungen als im Vorjahr. Finanzielle Notlagen, sozialversicherungsrechtliche Fragestellungen oder die Wohnsituation waren die häufigsten Ursachen, welche Seniorinnen und Senioren oder deren Angehörige zu Pro Senectute führten.
Der finanzielle Druck auf die Seniorinnen und Senioren mit knappem Budget hat sich weiter erhöht. 4248 Personen (2022: 3693 Personen) konsultierten die Sozialberatung auf einer der elf Beratungsstellen von Pro Senectute Aargau. Dies waren 549 Personen mehr als im Vorjahr und entspricht einer Zunahme von rund 15 Prozent. In den Beratungen fallen Anspruchsabklärungen für Ergänzungsleistungen und Hilflosenentschädigung an. Oft wird die Sozialberatung auch für die Erstellung eines Budgets oder auch bei schwierigen Wohnsituationen aufgesucht.
In finanziellen Notlagen werden Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der individuellen Finanzhilfe abgeklärt. Auch hier hat die Anzahl der Gesuche markant zugenommen (55 % gegenüber dem Vorjahr). Hier ist ein klarer Zusammenhang mit den gestiegenen Mietnebenkosten gegeben. Es zeigt aber auch auf, dass aufgrund der Teuerung mehr ältere Menschen den Gürtel sehr eng schnallen müssen und kleinere oder nicht geplante Ausgaben (die nicht von Sozialversicherungen getragen werden) nicht mehr bezahlt werden können. Z.B. Brillen, Halbtax-Abos, Tierfutter, Tierarzt, Möbel, Fernseher etc. 546 000 Franken (2022 375 000 Franken) konnten im Berichtsjahr für ältere Menschen in finanzieller Not erschlossen und ausbezahlt werden.
Bewegung ist gesund für Körper wie Geist und bleibt auch im Alter wichtig. Mit einem vielfältigen Kursangebot motiviert Pro Senectute viele Seniorinnen und Senioren, sich zu bewegen und agil zu bleiben. Der Bereich Bildung und Sport bewegte im Berichtsjahr über 15 000 Personen und sorgte so dafür, dass Menschen ab 60 Jahren bis ins hohe Alter aktiv und vital bleiben.
Auch der Bereich Hilfen zu Hause trägt weiterhin dazu bei, dass ältere Menschen länger selbstbestimmt zu Hause leben können Für die Unterstützung im Haushalt (Reinigung, Kochen, Wäsche) und in der Betreuung von älteren Menschen leisteten die Mitarbeitenden über 163 000 Einsatzstunden. Der Mahlzeitendienst lieferte im letzten Jahr 66 834 Mahlzeiten aus und stellte so sicher, dass sich ältere Menschen jederzeit gesund ernähren konnten.
Für viele ältere Menschen stellen administrative Angelegenheiten eine besondere Herausforderung dar. Mit grosser Fachkenntnis und sozialem Verantwortungsgefühl unterstützte der Treuhanddienst, der administrative Dienst und der Steuererklärungsdienst über 2800 Personen. Durch die regelmässigen Kontakte werden die Fachkräfte der Pro Senectute Aargau zu einer wichtigen Bezugsperson, gerade für Menschen, deren soziales Netz nicht gross ist.