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Aargau: Aktion Schulbeginn 2024 soll Verkehrsteilnehmende sensibilisieren

Aargau: Aktion Schulbeginn 2024 soll Verkehrsteilnehmende sensibilisieren

(pd) Mit der traditionellen Aktion sollen in den nächsten Wochen erneut alle Verkehrsteilnehmenden für die Gefahren auf dem Schulweg sensibilisiert werden.


Kinder im Alter bis 14 Jahre sind auf unseren Strassen laut BFU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) in den letzten Jahrzehnten massiv sicherer geworden. Doch nach wie vor ist Verbesserungspotenzial vorhanden. Immer noch sterben in der Schweiz durchschnittlich sieben Kinder pro Jahr bei Verkehrsunfällen und Dutzende werden schwer verletzt. Rund 40 Prozent dieser schweren Unfälle passieren auf dem Schulweg. Damit kann sich die Schweiz trotz aller Verbesserungen im Bereich der Verkehrssicherheit nicht rühmen. Laut BFU belegt unser Land statistisch gesehen im europäischen Vergleich einen der hinteren Plätze.
Regionalpolizeien seit Jahren im Bereich Verkehrssicherheit aktiv
Mit ihrer traditionellen «Aktion Schulbeginn» gibt die Aargauer Regionalpolizei seit Jahrzehnten Gegensteuer. Zu Beginn des neuen Schuljahres konzentrieren sie jeweils zwei Wochen lang ihre Kräfte auf die Verkehrserziehung. Dieses Jahr markieren sie vom Montag, 12. August bis Freitag, 23. August ihre verstärkte Präsenz auf den Schulwegen. «Bei unserer Aktion geht es keineswegs darum, Schülerinnen, Schüler oder Autofahrerinnen und Autofahrer zu gängeln und/oder möglichst viele Bussen zu generieren. Vielmehr wollen wir im Sinne der Verkehrsprävention alle Verkehrsteilnehmenden für die Gefahren auf dem Schulweg sensibilisieren und sie zum richtigen Verhalten anleiten», erklärt Oblt Daniel Schreiber. Er ist Chef der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal und koordiniert die traditionelle Aktion der Aargauer Regionalpolizeien (VAG).
Laut Einsatzbefehl geht es gemäss Schreiber in den erwähnten zwei Wochen darum, auf die Kinder helfend Einfluss zu nehmen und sie auf die Gefahren im Strassenverkehr hinzuweisen. Weiter sollen rücksichtslose Motorfahrzeuglenkerinnen und -lenker zur Rechenschaft gezogen und zu einer vernünftigen Fahrweise angehalten werden. «Wir sind während den Aktionstagen bei Schulbeginn und Schulschluss vor allem im Bereich von gefährlichen Kreuzungen, Strassenübergängen und weiteren exponierten Stellen präsent und überwachen das Verhalten der Fussgängerinnen und Fussgänger. Dabei helfen wir insbesondere Kindergärtlern und Erstklässlern beim Überqueren der Strassen und stehen ihnen helfend und belehrend bei», erklärt der Leiter der Aktion.
Ältere, rad- und mofafahrende Schülerinnen und Schüler würden auf ihrem Schulweg ebenfalls überwacht, zum richtigen Verhalten angeleitet und bei krassen Übertretungen zur Rechenschaft gezogen. Überprüft werde dabei auch die verkehrssichere Ausstattung der Zweiräder. Wie in den Vorjahren, erläutert Daniel Schreiber weiter, würden zudem erneut im Bereich von Kindergärten und Schulanlagen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt sowie bei Fussgängerstreifen das Vortrittsrecht überwacht. Warum das durchaus Sinn macht, zeigt die Auswertung der «Aktion Schulbeginn» aus dem Vorjahr. 2023 registrierten die Regionalpolizei zwar gegenüber dem Vorjahr noch einmal eine deutliche Reduktion von Vortrittsverletzungen an Fussgängerstreifen. Leider stiegen im Gegenzug jedoch die Geschwindigkeitsübertretungen im Bereich von Schulanlagen und Fussgängerstreifen erneut massiv an. Wurden 2022 noch rund 3000 Verstösse festgestellt und geahndet, war es 2023 mit 4265 (zu) Schnellfahrerinnen und -fahrern ein unrühmlicher Rekord.
Immer mehr Probleme wurden im vergangenen Jahr auch im Zusammenhang mit den aufkommenden E-Scootern festgestellt. Auch auf diesen Bereich wollen die Regionalpolizeien bei der laufenden Aktion Schulbeginn ein besonderes Augenmerk richten.
Aktion stösst auf positives Echo
Die «Aktion Schulbeginn» stösst auf breite Zustimmung: «Unsere verstärkte Prävention zum Schutz der Kinder wird insbesondere von den Eltern sehr geschätzt. Wir bekommen regelmässig viele positive Feedbacks», sagt Daniel Schreiber. Selbstredend sei die Aktion für jene Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer nicht angenehm, die eine Busse einfingen oder getadelt werden müssten. Meist würden die Regionalpolizistinnen und -polizisten aber auch hier auf Verständnis stossen: «Die Leute ärgern sich zwar über die Busse, sehen aber meistens ein, dass sie sich künftig besser verhalten müssen, um die Verkehrssicherheit für die Kinder zu erhöhen.»

Foto: zVg