(eing.) Für viele Menschen gehört ein grosses 1.-August-Feuer zum Nationalfeiertag dazu. Was jedoch kaum bekannt ist: Die oft bereits Tage oder Wochen zuvor aufgeschichteten Holzhaufen werden von Igeln, Kröten, Blindschleichen, Mäusen und anderen Wildtieren gerne als geschützter Unterschlupf genutzt.
Werden die Holzstösse ohne Kontrolle angezündet, endet das für die Tiere häufig qualvoll. Jedes Jahr sterben unzählige Wildtiere in den Flammen von 1.-August-Feuern – ein Tierleid, das sich mit einfachen Massnahmen verhindern lässt. Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) ruft OrganisatorInnen von Festfeuern sowie die Bevölkerung dazu auf, beim Aufbau und Abbrennen von Holzstössen Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen.
So wird das 1.-August-Feuer tierfreundlicher:
• Holzhaufen möglichst spät aufschichten: Idealerweise erst am Tag des Abbrennens. So haben Wildtiere gar nicht erst die Möglichkeit, den Holzstoss als Versteck zu nutzen.
• Bestehende Holzhaufen vorsichtig umschichten: Wurde das Holz bereits Tage oder Wochen vorher aufgeschichtet, sollte der gesamte Haufen unmittelbar vor dem Anzünden sorgfältig umgeschichtet oder neu aufgebaut werden. So erhalten versteckte Tiere die Chance zu fliehen.
• Schutzzaun bei grossen Holzstössen: Bei grossen, bereits früh errichteten Holzstössen verhindert ein einfacher Zaun rund um den Holzstoss, dass Igel und andere Tiere überhaupt hineingelangen.
• Kinder sensibilisieren: Ein kurzer Blick in den Holzstoss kann Leben retten. Wer Kindern erklärt, weshalb Wildtiere den Holzhaufen als Zuhause nutzen, vermittelt gleichzeitig einen respektvollen Umgang mit der Natur.
• Keine Tiere selbst bergen: Werden Igel oder andere Wildtiere entdeckt, diese nicht bedrängen oder unnötig anfassen. Den Holzhaufen vorsichtig auseinandernehmen und den Tieren genügend Zeit geben, selbstständig das Weite zu suchen.
Ein kleines Versteck – mit fatalen Folgen
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber suchen sie geschützte Verstecke in Ast- und Laubhaufen, wo sie sich sicher fühlen. Gerade Igelinnen sind im Sommer häufig auf der Suche nach einem geeigneten Versteck, um ihre Jungen zu gebären. Ein aufgeschichteter Holzstoss bietet dafür ideale Bedingungen. Da sich Igel bei Gefahr zusammenrollen, anstatt zu flüchten, haben sie beim Entzünden des Feuers kaum eine Chance zu entkommen. Dasselbe gilt für die Igel-Babys, die in den ersten Tagen noch komplett schutzlos sind. Sie werden blind und taub geboren und würden im Feuer elendig sterben. Mit wenigen Handgriffen lässt sich dieses vermeidbare Tierleid verhindern.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
«Ein 1.-August-Feuer soll Menschen Freude bereiten – nicht Wildtiere das Leben kosten», sagt Susy Utzinger, Geschäftsführerin der SUST. «Wer einen Holzstoss erst am Tag des Abbrennens aufschichtet oder ihn vorher sorgfältig umschichtet, kann mit wenig Aufwand viel Tierleid verhindern.»
Tiere haben Angst vor Feuerwerken
Jedes Jahr leiden zahllose Wild-, Nutz- und Haustiere unter der Knallerei rund um den Nationalfeiertag. Raketen und Böller bedeuten für Tiere nicht Feier, sondern blanke Angst – oft mit tragischen Folgen. Hunde, die panisch davonlaufen und sich verletzen, oder Katzen, die tagelang verstört aus ihrem Versteck nicht mehr herauskommen: Solche Vorfälle ereignen sich jedes Jahr, nicht nur am 1. August, sondern auch in den Tagen davor und danach.
Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) ruft dazu auf, Rücksicht zu nehmen – und gibt praktische Tipps:
• Hunde sichern: Auch tagsüber an der Leine führen – erste Knaller können früh beginnen.
• Katzen schützen: Freigänger rechtzeitig ins Haus holen – idealerweise vom 31. Juli bis 2. August.
• Tiere kennzeichnen: Hunde (per Chip) und Katzen (Chip + Halsband mit Telefonnummer) kennzeichnen, falls sie entlaufen.
• Tierarzt konsultieren: Bei starker Angst frühzeitig mit dem Tierarzt oder der Tierärztin über pflanzliche oder medizinische Unterstützung sprechen.
• Keine Ohrstöpsel für Tiere! Diese sind gefährlich – Tiere haben andere Gehörgänge als Menschen.
• Lärm abschirmen: Fenster und Rollläden schliessen, gewohnte Geräusche wie Radio oder TV etwas lauter stellen.
• Tiere nicht allein lassen: Ihre Nähe gibt Sicherheit.
Susi Utzinger Stiftung fordert: Futter statt Böller
Jahr für Jahr werden bei den 1.-August-Feiern grosse Geldbeträge im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geschossen. Gleichzeitig kämpfen zahlreiche Tierheime, Tierschutzorganisationen und auch private TierhalterInnen in der Schweiz darum, ihre Tiere ausreichend ernähren zu können. Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) ruft deshalb zum Nationalfeiertag zu einer einfachen, aber wirkungsvollen Geste auf: Futter statt Böller.
Wer auf Feuerwerk verzichtet und stattdessen Tierfutter spendet, hilft direkt dort, wo die Not gross ist. Denn während Feuerwerk nach wenigen Sekunden verpufft, füllt eine Futterspende Näpfe, entlastet Tierheime und unterstützt Menschen, die trotz finanzieller Schwierigkeiten alles daransetzen, ihre Tiere gut zu versorgen.
Viele Tonnen Futter für Tiere in Not
Die SUST unterstützt jedes Jahr zahlreiche Tierheime, Tiertafeln und Tierschutzorganisationen in der Schweiz mit vielen Tonnen Futter. Diese Hilfe ist für viele Einrichtungen und TierhalterInnen von grosser Bedeutung: Steigende Kosten, hohe Tierzahlen und knappe Ressourcen bringen immer mehr Menschen und Organisationen an ihre Grenzen. «Eine Futterspende ist eine direkte, sinnvolle und nachhaltige Form der Hilfe», sagt Susy Utzinger. «Sie kommt dort an, wo sie dringend gebraucht wird – bei Tieren, deren Versorgung ohne Unterstützung nicht selbstverständlich ist.» Die SUST lädt die Bevölkerung ein, den Nationalfeiertag in diesem Jahr bewusst tierfreundlich zu feiern: «Verzichten Sie auf Feuerwerk, und spenden Sie stattdessen Futter.» Geeignet sind originalverpackte, ungeöffnete Futtermittel für Hunde, Katzen und Kleintiere. Jede Futterspende hilft, Tierheime und Tiertafeln zu entlasten und Tiere in Not zuverlässig zu versorgen.
Über die SUST
Die von Susy Utzinger, Tierschützerin und Fachjournalistin für Tierfragen, im Jahre 2000 gegründete Schweizer Stiftung baut ihre Arbeit auf vier Pfeilern auf:
1. Tierheimunterstützung: Hilfe zur Selbsthilfe
2. Aus- und Weiterbildung von Fachkräften: Das Tier-Elend mit Fachwissen tiergerecht bremsen
3. Kastrationsaktionen: Das Problem wird an der Wurzel gepackt
4. Aufklärung der Bevölkerung: Tierliebe mit Herz und Verstand
Diese vier Elemente bilden die wichtige Grundlage für nachhaltige Tierschutzprojekte und bauen auf dem Fundament «Soforthilfe» auf, zu dessen Bereich unter anderem auch die SUST Orphan Animal Hospitals gehören. In diesen fünf Bereichen arbeitet die Stiftung in der Schweiz und vielen anderen Ländern mit hunderten Tierheimen, Tierschutzorganisationen und anerkannten Fachleuten zusammen.
Praktische HInweise von Susy Utzinger, wie man Tierleid am 1. August begrenzen kann, gibt es auf auf ihrer Internetseite
Bild 1: Ein scheinbar harmloser Holzstoss wird für Igel und andere Wildtiere oft zum sicheren Unterschlupf – und am Nationalfeiertag zur tödlichen Falle.
Bild 2: Viele Tiere reagieren auf laute Geräusche mit Flucht.
Bild 3: Futter statt Böller: Mit einer Futterspende wird der Nationalfeiertag zu einem Zeichen gelebter Tierliebe.
Fotos: zVg