Der 20. slowUp Hochrhein startet am 15. Juni in Laufenburg. Als Jubiläumsgeschenk wird den Teilnehmenden nicht nur unbeschwerter Fahrspass, sondern zusätzlich ein Musikprogramm geboten. Bevor die Jubiläumsausgabe jedoch an den Start geht, wurde gestern Donnerstag an der GV ein neuer Vereinspräsident gewählt. Geri Zumsteg, der von Anfang an dabei war, übergab an Franz Ruckli, ebenfalls einen Mann das ersten slowUp-Stunde.
JÖRG WÄGLI
Rund 35 000 Teilnehmende gingen 2004 beim 1. slowUp Hochrhein an den «Start». Letztes Jahr waren es bei herrlichem Wetter rund 24 000. Etwas weniger Interessierte finden sich jeweils an der GV des Vereins slowUp Hochrhein ein. Immerhin 18 Personen, darunter 12 Stimmberechtigte, fanden am Donnerstag den Weg ins Restaurant Warteck in Laufenburg zur 16. Generalversammlung, was den amtierenden Präsidenten Geri Zumsteg bei der Begrüssung freute, denn «es waren auch schon weniger».
In seinem letzten Jahresbericht ging Zumsteg zuerst auf die nationale slowUp-Saison 2024 ein, welche rund 402 000 Teilnehmende auf Velos, Inlineskates, Trottis, Fantasievehikel oder auch zu Fuss auf die 18 slowUp-Strecken gelockt hatte.
Am Hochrhein war vor der 19. Austragung ein Wechsel in der Geschäftsstelle erfolgt. Christian Schweizer hatte diese von den langjährigen Geschäftsstellen-Verantwortlichen Helene Häseli und Wendel Hilti übernommen. Und Geri Zumsteg durfte nach der 19. Auflage ein positives Fazit ziehen. «Wir von Vorstand dürfen zusammen mit Christian Schweizer sehr zufrieden sein. Und auch von Seiten slowUp Schweiz haben wir gute Rückmeldungen und Noten erhalten.» Der offizielle Start war turnusgemäss in Kaisten erfolgt. Mit dabei auch Grossratspräsidentin Mirjam Kosch. «Zum ersten Mal hat die höchste Aargauerin die gesamte Strecke abgefahren und erschien auch entsprechend mit sportlicher Kleidung zum Start», blickte Zumsteg zurück. Aber nicht nur dies freute den Präsidenten sehr, sondern auch, dass sich bei den Teilnehmenden langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass das Angebot und die Organisation des slowUps «etwas wert» sind. «Erfreulicherweise konnten zahlreiche Vignetten mehr als in den Vorjahren zum Preis von 5 Franken oder Euro verkauft werden», zog Zumsteg ein positives Fazit: «Ein Grossteil der Teilnehmenden ist sich in der Zwischenzeit bewusst, dass ein Anlass mit Ausgaben von mehr als 100 000 Franken nicht allein durch Sponsorenbeiträge gedeckt werden kann.»
Auf schwarze folgen rote Zahlen
Und so konnte die letztjährige Ausgabe, auch aufgrund der erfreulichen Teilnehmerzahlen, mit einem leichten Plus in der Rechnung abgeschlossen werden. Der Einnahmenüberschuss von knapp 7300 Franken wurde den Rückstellungen für Folgejahre zugewiesen. Diese betragen aktuell nicht ganz 59 000 Franken. Ein Teil davon wird wohl im aktuellen Jahr beansprucht werden müssen, sieht das Budget 2025 doch ein Minus von 11 800 Franken vor. Dies hat zwei wesentliche Gründe: Es wird schwieriger, nationale Sponsoren zu gewinnen. Und nach dem Ausscheiden von langjährigen Sponsorpartnern (Swica steigt aus; bei Bike World laufen nach dem Verkauf durch Migros die Verhandlungen noch), musste der Betrag von slowUp Schweiz auf 37 000 Franken reduziert werden. In der Rechnung 2024 waren es noch über 47 000 Franken und 2023 knapp 59 000 Franken. Ein zweiter Faktor für die zu erwartenden roten Zahlen ist das 20-Jahre-Jubläum. So wird der Jubiläumstag am Startort Laufenburg mit Live-Musik gefeiert. Die Teilnehmenden dürfen von 9 bis 17 Uhr fünf regionale Bands auf der Bühne geniessen. «Alle Musikstile sind vertreten, für alle ist etwas dabei», versprach Vorstandsmitglied Sabrina Michel.
Angesichts des zu erwartenden Defizits umso wichtiger ist für den slowUp Hochrhein, dass sich der Vignettenverkauf weiterhin positiv entwickelt und nötige Einnahmen generiert. Zudem wurde, so Geschäftsstellenleiter Christian Schweizer, ein neues lokales Sponsoringkonzept erstellt. «Für Firmen besteht die Möglichkeit, bei einem sensationellen grenzüberschreitenden Anlass Werbung zu machen – auf Flyern, an der Strecke usw.», betonte er. Zudem darf der slowUp Hochrhein möglicherweise einen etwas grösseren Beitrag aus der Kasse der Hochrheinkommission erwarten. «Da der Entscheid erst im März fällt, haben wir das Budget ohne HRK-Beitrag erstellt», sagte Präsident Zumsteg. Das Budget 2024 wurde ebenso wie die Rechnung 2023 und die unveränderten Mitgliederbeiträge (20 Franken Einzelmitglieder, 50 Franken juristische Personen) genehmigt.
Wahlen
Wichtiges Traktandum der GV war natürlich die Wahl eines neuen Präsidenten. «Kein einfaches Unterfangen, je länger jemand im Amt ist», stellte Geri Zumsteg, ein Mann der ersten slowUp-Stunde, fest. Entsprechend freute er sich, Vorstandsmitglied Franz Ruckli als Nachfolger im Präsidium vorzuschlagen. Ruckli sei ebenfalls von Anfang an dabei und – ganz zentral – er habe sich stets unermüdlich für den slowUp eingesetzt. Dabei habe er stets auch auf die Unterstützung seiner Frau Barbara und seines Sohn Rafael zählen dürfen. «Ich bin sehr froh, dass Franz bereit ist, das Präsidium zu übernehmen», betonte Geri Zumsteg. Mit einem kräftigen Applaus wurde Franz Ruckli als neuer Präsident gewählt. Anstelle eines Schlüssels durfte Geri Zumsteg seinem Nachfolger ein spezielles Rad im Kleinformat übergeben, hergestellt in Senegal aus Cola- und Sprite-Dosen, entdeckt von Zumsteg auf einem Markt in Bern. Zudem überreichte er Ruckli CDs mit Fotos vom allerersten slowUp Hochrhein, einem Riesenerlebnis, wie Zumsteg zurückblickte, und der Austragung 2008, dem Jahr nach der offiziellen Vereinsgründung.
Franz Ruckli bedankte sich für die Wahl und versprach, alles daran zu setzen, den slowUp – notabene mit einem guten Team im Vorstand – in eine weiterhin positive Zukunft zu führen. Eine Zukunft, in der vielleicht vermehrt neue Vereinsmitglieder gewonnen werden könnten, so Rucklis Hoffnung, denn: «Es ist eine gute, tolle Sache.» Nachdem Geri Zumsteg bereits Ehrenmitglied des Vereins slowUp Hochrhein war, hatte sich der neue Präsident etwas anderes ausdenken müssen, um seinem Vorgänger für die in den letzten 20 Jahren geleistete Arbeit zu danken, und so durfte er ihm einen speziellen slowUp-Tropfen und einen Gutschein überreichen. Ein kleines Dankeschön für ein grosses Engagement und eine stets angenehme Zusammenarbeit im Vorstand, wie Ruckli betonte.
Diesem Dank schloss sich aus der Versammlung Herbert Weiss, Stadtammann von Laufenburg, an. Auch er sprach Geri Zumsteg für den Supereinsatz in den vergangenen Jahren seinen Dank aus – ein Votum, das von der Versammlung mit einem kräftigen Applaus unterstrichen wurde. Für die bevorstehende 20. Austragung sicherte Herbert Weiss dem slowUp die Unterstützung durch die Stadt zu und: «Nun freue ich mich auf den Jubiläumsstart in Laufenburg am 15. Juni.»