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Die Gemeindeammänner Stefan Grunder, Beat Käser und Rainer Schaub (von links) bei der Vorstellung des Umfrageergebnisses. Nicht im Bild ist Gemeindeammann Bruno Tüscher.Foto: Peter Schütz

Sisseln knapp gegen Abklärungen zur Gemeindefusion im Sisslerfeld

Die Fusion der Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein ist vorerst vom Tisch. Die vor den Sommerferien durchgeführte Bevölkerungsumfrage ergab eine ablehnende Haltung in Sisseln – wenn auch knapp mit 52,3 Prozent oder 17 Stimmen Unterschied. Die Gemeinden Eiken, Münchwilen und Stein haben hingegen die Abklärungen klar unterstützt.

PETER SCHÜTZ

Am deutlichsten votierte Münchwilen mit 94,8 Prozent für weitere Abklärungen für eine Gemeindefusion im Sisslerfeld. In Eiken waren 82,6 Prozent, in Stein 86,9 Prozent dafür. Die Konsequenz: Der Gemeinderat Sisseln steigt aus dem Prozess aus. Auch der Gemeinderat Stein zieht sich vorerst zurück. Die Gemeinderäte Eiken und Münchwilen wollen das weitere Vorgehen noch abklären. Über das Ergebnis der Umfrage informierten am Donnerstagabend in Sisseln die Gemeindeammänner Stefan Grunder (Eiken), Bruno Tüscher (Münchwilen), Rainer Schaub (Sisseln) und Beat Käser (Stein) die Medien, bevor sie in ihren Gemeinden Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung durchführten. Dort berichteten sie über die Ergebnisse der Umfrage und das vorläufige Nein zu weiteren Abklärungen. Auf den Webseiten der vier Gemeinden werden die Ergebnisse der Umfrage aufgeschaltet.

Das Sisslerfeld mit den vier Gemeinden Eiken (oben rechts), Münchwilen (Mitte rechts), Sisseln (oben links) und Stein (unten). Foto: Gerry ThönenInsgesamt 7313 Fragebogen wurden in den vier Gemeinden an die Einwohner und Einwohnerinnen ab 14 Jahren verschickt. Zurückgekommen sind 1771. Das entspricht einer durchschnittlichen Beteiligung von 24 Prozent. – Für Rainer Schaub «ein extrem schwaches Ergebnis für ein Thema, das sehr wichtig ist». Die Erwartungshaltung sei deutlich höher gewesen, berichtete Schaub. Am höchsten war der Rücklauf in Eiken und Münchwilen mit je 26 Prozent, gefolgt von Sisseln mit 25 Prozent. Am niedrigsten war er in Stein mit 20 Prozent. Beat Käsers Einschätzung: «Die, die es wirklich interessiert hat, haben an der Umfrage teilgenommen.» Stefan Grunder hielt fest: «Uns haben die detaillierten und grossmehrheitlich positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung sehr gefreut. Dass sich die Einwohnerinnen und Einwohner in einem frühen Stadium der Abklärungen aktiv äussern durften, wurde geschätzt.»

Die Gemeindeammänner Beat Käser, Rainer Schaub, Bruno Tüscher und Stefan Grunder (von links) vor der öffentlichen Bekanntgabe des Umfrageergebnisses.Foto: Peter Schütz«Alle vier oder niemand»
Die Umfrage hat ausserdem deutlich gezeigt – mit 80 Prozent – dass, wenn Abklärungen gemacht werden, diese in allen vier Sisslerfeld Gemeinden erfolgen sollen. Nur 20 Prozent waren für Abklärungen nur mit Stein und Sisseln. Trotzdem: Die Gemeindeammänner in Eiken, Münch­wilen und Stein sind über das knappe Nein aus Sisseln enttäuscht, respektieren jedoch den Entscheid. «Wenn man das Resultat nicht respektiert, muss man keine Umfragen machen», so Beat Käser. Bruno Tüscher bemerkte: «Wir haben von der Münchwiler Bevölkerung ein sehr klares Signal erhalten. Wir werden nun prüfen, wie wir damit umgehen.» In Münchwilen sei das Bedauern sehr gross, ergänzte Tüscher, da dort die Zustimmung 94 Prozent betrug. Schliesslich Stefan Grunder: «Auch wir in Eiken sind sehr enttäuscht, dass die Gemeinde, die das Projekt angestossen hat, es ablehnt.» Aber, so Grunder: «Für uns war klar: Alle vier oder niemand.»

In Sisseln, wo dieses Smiley am Gemeindehaus hängt, lehnte die Bevölkerung Abklärungen für eine Gemeindefusion im Sisslerfeld ab. Foto: Peter Schütz17 Stimmen als Zünglein an der Waage
Dass nur 17 Stimmen in Sisseln das Zünglein an der Waage gegen weitere Abklärungen bildeten, soll das Gesamtergebnis nicht in Frage stellen. «Das ist Volkes Wille, punkt», sagte Rainer Schaub. Und: «Der Gemeinderat von Sisseln hat entschieden, aus dem Prozess auszusteigen, da gibt es keinen Spielraum.» Dass Sisseln mehrheitlich die Abklärungen für einen Gemeindezusammenschluss ablehnte, versuchte Schaub so zu erklären: «Möglicherweise besteht zu wenig konkreter Handlungsbedarf. Es gibt keinen Druck und man hat offenbar keine Vorteile einer Fusion gesehen.» Das Verhältnis der vier Gemeindeammänner und -räte soll das Aus für die Fusionsabklärungen nicht tangieren. «Bei uns bleibt nichts hängen», erklärte Bruno Tüscher. Ähnlich Stefan Grunder: «Wir respektieren einander.» Hat das Umfrageergebnis Auswirkungen auf das Sisslerfeld? «Nein», stellte Beat Käser klar, «das Sisslerfeld leidet nicht darunter».

Bilder
Erstes Bild: Die Gemeindeammänner Stefan Grunder, Beat Käser und Rainer Schaub (von links) bei der Vorstellung des Umfrageergebnisses. Nicht im Bild ist Gemeindeammann Bruno Tüscher. Foto: Peter Schütz
Zweites Bild: Das Sisslerfeld mit den vier Gemeinden Eiken (oben rechts), Münchwilen (Mitte rechts), Sisseln (oben links) und Stein (unten). Foto: Gerry Thönen
Drittes Bild: Die Gemeindeammänner Beat Käser, Rainer Schaub, Bruno Tüscher und Stefan Grunder (von links) vor der öffentlichen Bekanntgabe des Umfrageergebnisses.Foto: Peter Schütz
Viertes Bild: In Sisseln, wo dieses Smiley am Gemeindehaus hängt, lehnte die Bevölkerung Abklärungen für eine Gemeindefusion im Sisslerfeld ab. Foto: Peter Schütz