(im) Pfingsten steht für Aufbruch und Begeisterung. Dies nahmen sich die reformierten Kirchgemeinden Möhlin und Wegenstettertal zum Anlass, gemeinsam Pfingsten auf einer Wanderung zu feiern.
Punkt 10 Uhr trafen die Möhliner mit dem Postauto im reformierten Kirchgemeindezentrum in Zuzgen ein. Gemeinsam erlebten die Teilnehmenden aus den beiden Kirchgemeinden eine Kurzliturgie, die mit der Lesung des Pfingstereignisses begann. An Pfingsten hielten die Nachfolger Jesu an dem Versprechen fest, den Heiligen Geist zu empfangen, und blieben zusammen, bis sich das eindrückliche Ereignis der Geistausgiessung mit besonderen Manifestationen und einem grossen spirituellen Aufbruch in Jerusalem ereignete. Im anschliessend gelesenen alttestamentlichen Text wird der Erzvater Jakob unterwegs am Fluss Pniel von einer Person angegriffen und in einen Kampf verwickelt. Im Kampf fordert ein Mann Jakob auf, ihn loszulassen, und verletzt ihn an der Hüfte. Jakob erkennt, dass hinter diesem Mann Gott steckt, und weigert sich trotz der Verletzung, ihn loszulassen, bis er von ihm gesegnet wird. Pfarrerin Irina Schweighoffer-van Bürck lieferte dazu einen Impuls und gab der Gemeinde die Frage auf den Weg mit: Was sind wir bereit loszulassen, um Segen zu empfangen?
Nun machte sich die Gottesdienstgemeinde mit den beiden Pfarrerinnen auf den Weg nach Zeiningen, aufgeteilt in eine schweigende und eine miteinander plaudernde Gruppe. In der römisch-katholischen Kirche angekommen, wurden die Pilgernden von Cristina Raurich auf dem Organetto musikalisch empfangen und erlebten eine kurze Meditationszeit unter der Anleitung von Pfarrerin Nadja Huser.
Die Wallfahrt setzte sich hinauf Richtung Sonnenberg fort, entlang des Waldrands via Kym’s Hof bis zur reformierten Kirche in Möhlin. Einige nutzten den angebotenen Fahrdienst, andere das Fahrrad. In Möhlin angekommen, genossen die früh Eingetroffenen ein Konzert mit dem Musiker Nicola Cumer (Flügel) und seiner Tochter Chiara am Violoncello. Gemeinsam feierten sie das Abendmahl an den Tischen und genossen anschliessend einen Imbiss, zubereitet von der Kirchenpflegerin und Sigristin «Angie» Meiller. Insgesamt war der «Pfingstgottesdienst» 2024 eine gelungene Premiere, die eigentlich 2025 eine Wiederholung erleben sollte.