(pd) Der Vorstand des Fricktal Regio Planungsverbandes berichtet regelmässig über die aktuellen Aktivitäten zur Umsetzung der Inhalte aus seiner Vision und dem Leitbild für das Fricktal. Das aktuelle Thema ist dem Aktivitätsfeld «Energie,Natur und Umwelt» zuzuordnen und befasst sich mit dem Thema Nachhaltiger Lebensraum.
Das Fricktal wird wegen der schönen Landschaft, intakten, natürlichen Bachläufen und den abwechslungsreichen Naturelementen wie Hecken und Wäldern als Lebensraum geschätzt. «Unsere Region, unser Siedlungsraum dient uns als Wohnort, Arbeits-, Aufenthalts und Lebensraum. Hier wollen wir arbeiten, wohnen, unsere Freizeit verbringen, uns erholen, Sport treiben, Hobbys pflegen und unsere Umgebung gestalten», erklärt Thomas Rohrer, Vorstandsmitglied des Regio Planungsverbandes.
Dafür würden Wohn- und Gewerbeflächen, öffentliche Begegnungszonen, Gebäude und Infrastrukturen, landwirtschaftliche Nutzflächen, Sportanlagen, Spielplätze und Gartenanlagen benötigt. Dazu kämen Verkehrsflächen wie Autobahnen, Strassen, Schienenanlagen, Flur-, Rad- und Wanderwege. «Unabhängig davon, wie wir unser Umfeld gestalten, durch unsere Eingriffe kommt der natürliche Lebensraum unter Druck. Flächen werden mit Gewerbegebäuden, Wohnhäusern und den dazugehörigen Infrastrukturen überbaut und zugedeckt. Dasselbe geschieht auch ausserhalb des Siedlungsraums auf der
landwirtschaftlichen Nutzfläche durch das Anlegen von Monokulturen, mit dem Bau von Strassen und Wegen, mit dem Verbauen von Bächen und nicht zuletzt dem Erstellen von befestigten Böschungen. Dies führt zu versiegelten oder künstlich angelegten Flächen, auch wenn diese oft natürlich scheinen. Die Folgen sind ein Rückgang der natürlichen Pflanzen und ihrer Vielfalt sowie eine Reduktion der natürlichen Kleinlebewesen, Vögel und Insekten», so Rohrer.
Aber auch das Verdichten oder gar Versiegeln von Bodenfläche und das Zerschneiden von natürlichen Lebensräumen hätte ungünstige Konsequenzen. «So zerstören wir ungewollt das, was wir an unserer Umwelt schätzen. Farbenfrohe Wiesen, abwechslungsreiche Landschaften mit Hecken, natürlichen Bachläufen, kühlen Wäldern und eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Kurz, das was unsere Umwelt lebenswert macht.»
Nun gehe es für Fricktal Regio nicht im Geringsten darum, das Leben im Fricktal herunterzufahren und das Entwicklungsrad zurückzudrehen. «Wenn wir hier leben und arbeiten wollen, kommen wir um eine gesunde, wirtschaftliche Entwicklung nicht herum», erklärt Rohrer. Vielmehr versuche der Planungsverband im Ressort Natur und Landschaft zusammen mit den Gemeinden und auch mit kantonalen Stellen Lösungen für eine naturnahe, nachhaltige Entwicklung zu finden und in die Planungsarbeit einzubringen.
Im Bewusstsein, dass Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft für das Überleben wichtig seien und auch bezahlbar bleiben müssten, dürfe nicht die Qualität und Schönheit der Region gefährden werden. Durch die Erhaltung von natürlichen Flächen und Elementen in der Landschaft, ausser- und innerhalb des Siedlungsgebietes, würden nicht nur eine «schöne» Umgebung geschaffen, sondern auch die Vernetzung und somit Erhaltung der Pflanzen- und Tierwelt.
Der Vernetzung der Lebensräume von Wildtieren komme eine grosse Bedeutung zu. Viele Kleinlebewesen benötigten diese Verbindungsmöglichkeiten, da sie in einer isolierten Schutzinsel nicht überleben können – weder in der landwirtschaftlichen Nutzfläche noch in einer eingezäunten oder sterilen Überbauung. Auch versuche der Planungsverband damit einen Beitrag zur Bekämpfung der weltweit etablierten Klimaproblematik zu leisten. Einerseits durch klimaerhaltende Massnahmen und andererseits durch Projekte zur Klimaanpassung. «Der Erfolg dieser Massnahmen trägt wesentlich zur Lebensqualität an unseren Wohn- und Arbeitsorten bei». so Rohrer.
Die Planung von Frischluftkorridoren – vor allem bei Grossbauten, Baumpflanzungen, natürliche Bodenbedeckung und offene Wasserflächen senkten nachweislich die Umgebungstemperaturen und speicherten Wasser. Bepflanzungen bänden CO2 und leisteten somit einen Beitrag zur Eindämmung der Klimaerwärmung.
Aber nicht nur das Erstellen solcher Elemente, sondern vor allem das Erhalten und Pflegen von z.B. bestehenden Baumbeständen sei sehr wirkungsvoll und notwendig. So versuche der Planungsverband Fricktal in Übereinstimmung mit dem Entwicklungsleitbild 2021-2030 des Kantons Aargau und in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie Jurapark Aargau, Naturama etc. Massnahmen zur Erhaltung und Aufwertung der Umwelt zu unterstützen oder zu initiieren. Mit der Vision, das Fricktal als Region für nachhaltiges Leben und Wirtschaften zu erhalten und zu fördern, sei der Verband daran, die Möglichkeiten für eine adäquate Unterstützung entsprechender Bemühungen zu definieren und im Planungsgebiet Hilfestellungen anzubieten.
«So werden wir in naher Zukunft mit Hilfe der Fricktal-Regio-Gemeinden die Bedürfnisse, aber auch die bereits gemachten Erfahrungen erfassen, um daraus zielführende Erkenntnisse zu gewinnen und den Verantwortlichen für Planung und Entwicklung in unseren Gemeinden zugänglich zu machen», erläutert Thomas Rohrer das weitere Vorgehen.